Was das Netz bewegt Kampf der Systeme

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Apple wagt ein bisschen Freiheit

Apple hingegen öffnet sich – wenn auch nur einen Spalt weit. Die Regeln für den App Store werden gelockert, teilte der Konzern in dieser Woche mit. Vor allem aber werden sie nun erstmals kodifiziert. Das Ende der Apple-Willkür bei der Ablehnung von Apps? Wohl leider nicht: Endgadget hat die Regeln zum Download veröffentlicht – und viele sind sehr weit auslegbar. So verbittet sich Apple beispielsweise Apps, die „diffamierend oder anstößig sind, einer Gruppe oder einem Individuum wahrscheinlich Schaden zufügen oder bösartig gesinnt sind“.

Doch keine Regel ohne Ausnahme: „Professionelle politische Satiriker und Humoristen sind von dem Verbot ausgenommen“. Wer professionell bösartig ist, darf das also auch bei Apple sein. Hohe Wellen hatte die Zurückweisung einer politischen Satire-App des professionellen Comic-Zeichners Mark Fiore geschlagen. Dessen App erlaubte Apple am Ende doch noch – nachdem er für seine politische Satire mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden war. Deutlicher ist da schon folgende Ansage: „Wir haben 250;nbsp000 Apps im App Store – wir brauche keine weitere Furz-Applikation“.

Eiskaltes 3D-Fernseher

Die Ifa in Berlin ist vorbei, doch der Trend zum 3D-Fernsehen hat gerade erst begonnen. So wünscht es sich zumindest die Industrie, die das Thema 3D auf der Messe gefeiert hat. Die Deutsche Telekom zeigt sich geschichtsbewusst und will der Technologie mit den Inhalten zum Durchbruch verhelfen, die schon die technisch unterlegene VHS-Kassette Gerüchten zufolge über das Betamax-Videokassetenformat hat obsiegen lassen: Erotikfilme.

Wenig begeistert von der 3D-Technologie zeigt sich allerdings Blogger und Ifa-Besucher Harry McCracken im Technologizer. Sein Fazit: Die auf der Ifa gezeigten 3D-Konzepte sind technisch allesamt schlecht, anstrengend – und letztlich sinnlos. Fast immer gerieten die Produzenten von 3D-Inhalten in die Falle, 3D-Objekte aus Selbstzweck zu inszenieren. „Ich schreibe seit 20 Jahren über Technologie“, fasst McCracken sein Urteil zusammen „und ich glaube es hat mich noch nie ein angeblicher großer technologischer Trend so kalt gelassen“. Für den offenen Standard für das Internet-Fernsehen, HbbTV, sieht Technology Review dagegen gute Chancen.

Ordnungswidrige Satire?

Was darf Satire? Alles, antwortete bereits Kurt Tucholsky. Und tatsächlich unterliegt die Meinungsfreiheit im Bereich der Satire fast keiner Beschränkung. Mutmaßlich das Polizeipräsidium Stuttgart sieht das allerdings offenbar anders und erstattete Anzeige gegen den Politblogger, der gegen das umstrittene Großbauprojekt Stuttgart21 anbloggt. Er hatte Verlautbarungen des Polizeipräsidenten mit verfremdetem Logo in satirischer Weise verballhornt. Nun muss er sich wegen Verstoßes gegen § 124 OWiG verantworten: Dem widerrechtlichen Benutzen von Wappen des Bundes oder eines Landes.

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