Was das Netz bewegt Microsoft besticht Google-Abstinenzler

Wie bekommt man Nutzer dazu, auf Bing statt auf Google zu setzen? Microsoft versucht es mit Bestechung. Außerdem in der Netzumschau: Google-Zensur in Deutschland und eine anonyme Macht, die ihre Muskeln spielen lässt.
  • Stephan Dörner
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Will Internet-User mit Punkten locken: Microsoft-Chef Steve Ballmer. Quelle: DAPD

Will Internet-User mit Punkten locken: Microsoft-Chef Steve Ballmer.

DÜSSELDORF. Microsoft versucht es mit Bestechung: Nutzer in den USA, die die Suchmaschine Bing einsetzen, können ab sofort über das Programm Bing Rewards Punkte sammeln, die dann in Produkte umgetauscht werden können. Die ersten 250 Punkte gibt es für die Anmeldung.

Wer fleißig Bing nutzt und damit Punkte sammelt, kann diese unter anderem in Geschenkkarten, Downloads, Elektronikgeräte und Software tauschen. Der Ansatz ist nicht neu – zuvor hatte Microsoft mit SeachPerks und Cashback ähnliche Versuche gestartet und später wieder eingestellt. Basic Thinking ist allerdings wenig überzeugt: „Bevor der User für das Suchen über Bing genügend Punkte angehäuft hat, um sich ein vernünftiges Produkt aussuchen zu können, wird eher ein Lösung für den Welthunger und die Energie-Krise gefunden“, kommentiert das Blog. Schon ein einfacher USB-Stick kostet stolze 1100 Punkte.

Die Punkte werden vom User auch teuer erkauft: Um an dem Programm teilnehmen zu können, muss die Bing-Bar im Internet Explorer installiert werden, die nicht nur das Nutzerverhalten auswertet, sondern auch beim Surfen stört.

Landkarte der Zensur

Damit Google in einem Land operieren kann, muss es sich dessen Gesetzgebung unterwerfen. Je nach Land bedeutet das mehr oder weniger Zensur. Allerdings macht Google die Anfragen in einem Transparency Report öffentlich und stellt sie regelmäßig als eine Art Landkarte der Zensur online. Ebenfalls ausgewiesen sind alle Anfragen von Regierungen nach persönlichen Daten von Usern.

Die Landkarte ist natürlich als solche wenig aussagekräftig, da die Entfernungswünsche von Links stark unterschiedliche Qualität haben. Anders als in China gibt es hierzulande beispielsweise keine Löschanfragen wegen Regierungskritik, sondern unter anderem wegen Urheberrechtsverletzungen, Pornografie, Verleumdungen, rechtsextremen Seiten oder anderen Einschränkungen der Meinungsfreiheit aufgrund von Gesetzen.

Bemerkenswert ist allerdings, dass Deutschland mit 124 Löschwünschen und 668 Datenanfragen im Länderranking ziemlich weit vorne liegt – bei den Zensurwünschen immerhin auf Platz vier hinter den USA. Auf die Feinheiten der Transparenz-Landkarte weist Basic Thinking hin.

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