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Web Summit So sollen die Smartphones von Motorola wieder cool werden

Der PC-Marktführer Lenovo will endlich auch bei Telefonen durchstarten. Dafür will der chinesische Konzern unter anderem ein Kult-Modell zurückbringen.
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Mutterkonzern Leonovo will bald eine smarte Neuauflage des Geräts präsentieren. Quelle: AP
Kult-Handy Motorola Razr aus dem Jahr 2006

Mutterkonzern Leonovo will bald eine smarte Neuauflage des Geräts präsentieren.

(Foto: AP)

Lissabon Es ist in den vergangenen Jahren selten vorgekommen, dass ein Smartphone der Marke Motorola schon vor Veröffentlichung für reichlich Neugierde sorgt. Mit der durchgesickerten Nachricht, dass der Mutterkonzern Lenovo noch diesen Monat eine smarte Neuauflage des zuletzt 2007 gebauten Kult-Klapp-Handys Razr präsentieren will, hat sich das schlagartig geändert.

Für Lenovo-Vorstand Arthur Hu ist das ein Zeichen für den angestrebten Imagewandel von Lenovo. „Viele Kunden haben noch ein Bild von uns im Kopf, das vor fünf Jahren richtig war: als Hersteller von guten, aber nicht sonderlich aufregenden PCs“, sagte er dem Handelsblatt auf der Tech-Konferenz „Web Summit“ in Lissabon. „Wir wollen jetzt das neue Lenovo zeigen.“

Der chinesische Computer-Hersteller ist durch zwei US-Übernahmen zur globalen Größe geworden: 2005 kaufte Lenovo die PC-Sparte von IBM, 2014 gab Google die Smartphone-Marke Motorola ab.

Bei PCs gilt Lenovo inzwischen als Weltmarktführer vor HP. Laut den Marktforschern von Gartner lag der Marktanteil zuletzt bei stolzen 25 Prozent. Jetzt will Lenovo auch bei Smartphones aufholen, bei denen der Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt.

„Wir wollen die Herzen und Hirne nicht nur von IT-Entscheidern in Unternehmen, sondern auch von Privatnutzern erreichen“, sagte Hu. Dazu will er das Smartphone-Angebot ausbauen. Zuletzt setzte Motorola auf eine Kombination aus Technik und Preis – mit Geräten in unteren und mittleren Preissegment. Künftig solle Lenovo auch wieder ein hochpreisiges Flaggschiff-Handy im Angebot haben, sagte Hu. Für Mittwoch hat Motorola zu einem Event nach Los Angeles geladen, bei dem wohl das neue Razr enthüllt wird. Die Mutter Lenovo zeigt tags darauf in Peking bei ihrer jährlichen Hausmesse Innovationen.

Dabei will Manager Hu, der im Vorstand auch für die Transformation des Konzerns verantwortlich ist, mehr Experimente wagen. Unter der Marke „Motorola One“ sollen mehr Handys mit speziellen Funktionen wie Kameras für Makro-Aufnahmen kommen. Dabei muss sich Lenovo nicht nur gegen den Marktführer Samsung und Apple, sondern auch gegen die stark wachsenden chinesischen Rivalen Xiaomi und Oppo durchsetzen.

Enge Anbindung an Google als Risiko

Dabei setzt Lenovo auf eine starke Partnerschaft mit Google. Anders als etwa bei Samsung und Huawei kommt dessen Android-Software fast unverändert auf die Geräte. „Damit können wir schnelle Updates und gute Performance garantieren“, sagte Hu.

Lenovo verzichte bewusst darauf, die Kunden durch eigene Services zu binden. So bietet der Hersteller bislang den Privatkunden keinen eigenen Cloud-Speicher an. „Wir experimentieren mit solchen Angeboten. Aber eigentlich gibt es da schon sehr viele gute Angebote auf dem Markt“, sagte Hu.

Die enge Anbindung an Google macht die Chinesen allerdings potenziell verletzlich. Der bei Smartphones zweitgrößte Hersteller der Welt, Huawei, leidet derzeit unter einem Embargo aus den USA, das die bisherige enge Zusammenarbeit mit Google unterbindet.

„Wir wollen die Herzen und Hirne nicht nur von IT-Entscheidern in Unternehmen, sondern auch von Privatnutzern erreichen“, sagt der Lenovo-Manager. Quelle: Lenovo
Arthur Hu

„Wir wollen die Herzen und Hirne nicht nur von IT-Entscheidern in Unternehmen, sondern auch von Privatnutzern erreichen“, sagt der Lenovo-Manager.

(Foto: Lenovo)

Bei neuen Geräten muss Huawei daher aktuell auf zentrale Google-Dienste verzichten und ein eigenes Ökosystem aufbauen. Hu schreckt das bislang nicht: „Das ist nur ein Geschäftsrisiko unter den vielen, mit denen wir täglich umgehen müssen“, sagte er. Eine Kooperation mit Huawei bei Google-Alternativen in einer Art China-Allianz will er nicht forcieren. Allein die Verbraucher-Nachfrage sei für die Entscheidungen relevant, welche Kooperationen Lenovo eingehe, hieß es.

Ausbauen will Hu stattdessen die Verbindung von Lenovo-PCs mit Motorola-Smartphones. Bislang habe noch kein Hersteller eine wirklich überzeugende Lösung etwa für Datentransfer und geteilte Bildschirme gefunden. Daher könne es Sinn ergeben, den eigenen Motorola-Assistenten um eigene Angebote zu erweitern.

Zudem will Hu nutzen, dass viele Unternehmen bereits Lenovo-PCs kaufen – und ihnen künftig verstärkt auch Smartphones anbieten. „Einigen Pilotkunden in Europa machen wir bereits Bündelangebote. Das wollen wir ausbauen – auch weil die Unternehmen danach fragen“, sagte er.

Auch die PC-Sparte soll zum Imagewandel beitragen. So wachse Lenovo derzeit stark bei speziell auf Gamer zugeschnittene PCs. Für Business-Nutzer hingegen hat Lenovo gerade einen neuartigen Laptop mit faltbarem Bildschirm auf den Markt gebracht – ebenfalls ein Hingucker.

Mehr: Die Technologie-Branche diskutiert mit der Politik über Regulierung und Innovation. Auf dem Web Summit geht das bedachter als im Wahlkampf oder auf Twitter.

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