Xbox und Playstation hinken hinterher Die Deutschen spielen am liebsten PC-Spiele

Gaming ist kein Nischenmarkt für Teenager mehr. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Hälfte der Deutschen spielen regelmäßig digitale Spiele. Dabei liegt der gute alte PC weiterhin vor den Konsolen.
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Die Hälfte der Menschen in Deutschland spielt regelmäßig. Das zeigt auch das Interesse an der Spielemesse Gamescom, die vom 5. bis 9. August in Köln stattfindet. Quelle: dpa
Computerspieler auf der Gamescom

Die Hälfte der Menschen in Deutschland spielt regelmäßig. Das zeigt auch das Interesse an der Spielemesse Gamescom, die vom 5. bis 9. August in Köln stattfindet.

(Foto: dpa)

BerlinSpielekonsolen gehören zu den großen Wachstumstreibern in der Spielebranche, doch der PC hat einer aktuellen Studie zufolge noch immer die Nase vorn. Über die Hälfte (55 Prozent) der Gamer in Deutschland nutzen den Personal Computer regelmäßig zum Spielen, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Den Laptop gaben demnach 42 Prozent als bevorzugte Spieleplattform an, gefolgt vom Smartphone (39 Prozent). Konsolen wie die Xbox von Microsoft, die Playstation von Sony oder Nintendos Wii favorisieren dagegen nur ein Viertel der Befragten.

Außerdem ergab die im Juli durchgeführte Umfrage, dass Computerspiele längst kein Nischenmarkt mehr sind. Demnach spiele die Hälfte der Menschen in Deutschland regelmäßig. Das zeigt auch das Interesse an der Spielemesse Gamescom, die vom 5. bis 9. August in Köln stattfindet. Schon zwei Wochen vor Beginn waren Tagestickets für Privatbesucher ausverkauft.

Der Branchenverband BIU hatte vor einigen Tagen einen positiven Ausblick für das laufende Jahr gegeben. In der ersten Jahreshälfte seien mit Spielen für PC, Konsole, Handheld, Tablet und Smartphone 534 Millionen Euro umgesetzt worden. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus von 3 Prozent.

Reichlich Rätsel und ein Elefantenrüpel
"Victor Vran"
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„Victor Vran” spielt sich so, als ob Van Helsing im „Diablo”-Universum unterwegs sei. Denn wie im Genre-Urgestein steuert man den Dämonenjäger Victor Vran aus der isometrischen Perspektive durch dunkle Gänge und Katakomben. Dabei begegnen ihm allerhand Zombies, Monster und Dämonen.

„Und wo ist jetzt die Innovation?”, mag sich mancher Genre-Kenner fragen. Die Besonderheit bei „Victor Vran” liegt in der Steuerung: Der Spieler kann zwischen der für das Genre üblichen Hack&Slay-Maussteuerung oder der präziseren und anspruchsvolleren Steuerung per Tastatur wählen.

Die Tastensteuerung verleiht dem Actionspiel deutlich mehr Dynamik, die fast schon in Richtung Shooter geht. Bei Steam ist „Victor Vran” bereits seit Mitte Februar in der Early-Access-Phase. Für rund 20 Euro ist der Titel dort erhältlich. Die Altersfreigabe liegt bei 18 Jahren.

"Kholat"
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Das Indie-Horrorspiel „Kholat” nimmt ein tragisches Unglück aus dem Jahre 1959 als Aufhänger. Damals verstarben im russischen Ural-Gebirge neun Studenten unter ungeklärten Umständen. Suchtrupps fanden die Leichen der Vermissten unversehrt vor, bei der Obduktion wurden aber massive innere Verletzungen und Knochenbrüche entdeckt. An dieser Stelle steigt der Spieler in Form des unbekannten Protagonisten ein, um Licht in das Mysterium zu bringen.

Die düstere, aber gelungene Optik des Spiels erschafft eine tolle Atmosphäre. Das Besondere an „Kholat” ist die offene, frei begehbare Spielwelt. Um das Geheimnis hinter dem Verschwinden aufzuklären, müssen zahlreiche verstreute Dokumente entdeckt und Rätsel gelöst werden. Zuweilen kann die große Spielwelt aber auch für frustrierende Eintönigkeit sorgen. Ein Pluspunkt von „Kholat”: Niemand Geringeres als die Synchronstimme von Sean Bean („Herr der Ringe”) agiert als Sprecher für die Zwischensequenzen. Das ab zwölf Jahren freigegebene Spiel kostet rund 20 Euro.

"Lost Horizon 2"
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Wiedersehen mit Abenteurer und Frauenheld Fenton Paddock: Das Point-&-Click-Adventure „Lost Horizon 2” wird Ende August veröffentlicht. Der sympathische Weltenbummler muss einige Jahre nach den Ereignissen des letzten Teils seine Familie aus den Fängen der Sowjets befreien. Seine Reise führt ihn dabei nach Ägypten. Fans der Serie können sich wieder auf liebevoll illustrierte Schauplätze und knackige Rätsel mit Witz und Spannung freuen.

Eine Neuerung gibt es jedoch: Die Entwickler setzen auf die neue Unity 5 Grafikengine, die dem Spiel noch mehr Dynamik und Lebendigkeit einhauchen soll. Für 40 Euro wird „Lost Horizon 2” als limitierte Steelbook Editon erhältlich sein. Die Altersfreigabe liegt bei zwölf Jahren.

"Armikrog"
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Skurriles Ton-Männchen auf abenteuerlicher Reise: Das als Kickstarter - sprich privat - finanzierte Adventure-Projekt „Armikrog” erscheint Mitte Augsut. Hinter dem kreativen Titel stecken die Macher der erfolgreichen Titel „Neverhood” und „Earthworm Jim”. Mit Hilfe der Stop Motion Technik wurden die aus Ton geformten Spielfiguren für das Spiel zum Leben erweckt. Protagonisten des Spiels sind der Weltraumforscher Tommynaut und sein blinder Alien-Hund Beak Beak. Beide sind in einer mysteriösen Festung gefangen und müssen sich durch das Lösen von Rätseln aus ihrer misslichen Lage befreien.

In der toll animierten 2D-Spielwelt müssen die beiden Gefangenen auf Zeit diverse Schiebe- und Schalterpuzzles meistern. Die Standard-Version kostet bei Steam rund 23 Euro, die Deluxeversion mit Soundtrack und weiteren Bonusinhalten rund 27 Euro. Eine Alterseinschränkung gibt es nicht.

"Tembo the Badass Elephant"
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Mampfen, stampfen und kämpfen. Dieser simple Dreisatz beschreibt den 2D-Sidescroller „Tembo The Badass Elephant” sehr gut. Der Spieler spielt den mitunter aggressiven, aber sympathischen Dickhäuter Tembo, der als Mitglied einer Spezialeinheit in den Krieg geschickt wird. Das simple Spielprinzip: Den Gegner durch Rammattacken, Feuerstöße und Elektroangriffe ausschalten. Gelegentlich werden auch ein paar Geiseln befreit. Die feindliche, „Phantom” genannte Armee kommt in Form von Soldaten, Mech-Robotern und Helikoptern daher.

Bei all der Action ist „Tembo The Badass Elephant” aber sehr niedlich aufgemacht. Die liebevoll gezeichnete Comic-Grafik ist ein echter Hingucker. Eliminierte Gegner fallen nicht tot um, sondern verpuffen in einer Wolke, ein aufsteigender Totenkopf symbolisiert das Ableben. Neben dem PC erscheint der Download-Titel auch für Xbox One und Playstation 4. Rund 13 Euro kostet die jugendfreie Daddelei.

Heroes of the Storm
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Der free2play Online-Mehrspielertitel hat das Zeug, ein großer Titel im E-Sports-Bereich zu werden. „Heroes of the Storm” ist ein schneller, actionlastiger Mehrspieler-Arena-Titel. Der Spieler kann die Charaktere für seine bis zu fünf Mann starke Heldentruppe aus dem gesamten Blizzard-Universum aus Starcraft, Warcraft und Diablo zusammenbasteln.

Spielerisch wird zwischen Nah- und Fernkämpfern entschieden. So können die Goblin-Techniker Geschütze installieren und den Gegner auf Distanz halten, während die mit dem Schwert kämpfenden Helden den Gegner aus nächster Nähe beharken. Das Spiel ist in der Basisversion kostenlos, gegen Gebühr können später Ausrüstungsgegenstände und andere digitale Waren erworben werden. Die Altersfreigabe liegt bei 12 Jahren.

Galactic Civilizations 3
7 von 15

Was lange währt, wird endlich gut: Bereits seit Ende März 2014 läuft die Early-Access-Phase des Weltraumstrategietitels „Galactic Civilizations 3” – nun ist die finale Version da. Der Spieler errichtet durch geschickte Taktik, also Diplomatie, Forschung und effizientes Rohstoff-Management sein galaktisches Imperium. Das rundenbasierte „Galactic Civilizations 3” bietet dem Spieler acht Völker zur Auswahl, deren Geschicke er leiten muss.

Optisch macht das Weltraum-Epos mit seinen epischen Raumschlachten einiges her, allerdings ist, damit das Raumschiff nicht lahmt, ein aktueller PC mit einem 64-Bit-Windows nötig. Erstmals gibt es einen Online-Mehrspielermodus, außerdem einen Karten- und Raumschiff-Editor. „Galactic Civilizations 3” kostet bei Steam rund 50 Euro, eine Alterseinschränkung gibt es nicht.

Spiele für Konsolen legten sogar um 16 Prozent zu. Microsoft und Sony haben ihre neuen Konsolen seit 2014 im Handel. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr zwar um über 30 Prozent, doch der Absatz der Geräte blieb zunächst stabil. Das dürfte sich nun langsam ändern. Der BIU rechnet für dieses Jahr mit einem Zuwachs im niedrigen einstelligen Bereich.

Nur Spiele aus der Cloud, die per Streaming auf den Rechner kommen, bleiben laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer PwC noch ein Nischenmarkt in Deutschland. Bis 2019 werde der Umsatz auf 17,5 Millionen Euro steigen, weltweit dagegen bereits auf eine Milliarde US-Dollar. Vor allem die nicht ausreichende Internetgeschwindigkeit gaben rund die Hälfte der Nutzer (51 Prozent) in einer Befragung als Hinderungsgrund an.

Auf der Gamescom stellen in diesem Jahr über 700 Aussteller aus mehr als 40 Ländern ihre Neuheiten einem breiten Publikum vor. Im vergangenen Jahr kamen 335.000 Besucher zur Messe. Die Gamescom ist eine der wichtigsten Messen der Branche nach der E3 in Los Angeles, die sich ausschließlich an ein Fachpublikum wendet.

  • dpa
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