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Zetern, Stören, Hetzen „Trolle“ treiben ihr Unwesen im Netz

Sie verursachen Chaos in Diskussionen und verbreiten Hass im Internet – „Trolle“ sind gefürchtet in Kommentarspalten. Doch selbst unter den Grobianen des Netzes gibt es Abstufungen von provokant bis inakzeptabel.
2 Kommentare
Aggressive Kommentarschreiber sind keineswegs immer nur nervig und harmlos. Quelle: dpa
Bei Facebook zuhause

Aggressive Kommentarschreiber sind keineswegs immer nur nervig und harmlos.

(Foto: dpa)

Berlin Im Internet eskalieren immer wieder Diskussionen: Es braucht nur einen kontroversen Text über Russland oder Flüchtlinge. Oder auch einen unverfänglichen Bericht über Luftfahrt oder Gesundheit. Oft bricht das Niveau der Leser-Kommentare in kürzester Zeit ein: Es hagelt Unsinn bis hin zu Schmähungen. Die Provokateure gelten als „Trolle“ – Menschen, die Debatten im Netz mutwillig stören.

Sie sind anderen Lesern ein Graus. Viele Medien haben eigene Teams, die die Kommentarspalten durchkämmen und aggressives Verhalten eindämmen. Sie kennen inzwischen unterschiedliche Typen der Störer. Doch die aggressiven Kommentarschreiber sind keineswegs immer nur nervig und harmlos. Manche hetzen gezielt gegen andere Gruppen. Eine Troll-Typologie.

Der Groll-Troll: Voller Hass auf die Welt verbreitet der wütende Störer seine Tiraden. Diese Trolle sind eher Männer. „Sich so zu äußern, dass ich auch keine Lust mehr habe, zu diskutieren – das ist ein eher männliches Phänomen“, sagt Torsten Beeck, der bei „Spiegel Online“ für Social Media zuständig ist. Der Groll-Troll donnert gegen alles und jeden. Laut und lästig. Kaum gesperrt, kommt er unter neuem Namen wieder.

Zu Besuch bei den Trollen
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Der Querulant (trollus contratus) widerspricht grundsätzlich jedem Artikelinhalt und kämpft unermüdlich gegen die System-/Mainstream-/Propagandapresse. Besitzt eine hohe Anpassungsfähigkeit.

(Foto: Johannes Steger)
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Der Verschwörungstheoretiker (trollus bilderbergensis) wittert hinter jedem Artikel eine Propagandaaktion der Illuminaten/Bilderberger/NSA/Finanzmafia. Natürlicher Lebensraum unter Artikeln zur Europäischen Union, Nahost, USA, Finanzen und Börsen. Hohe Anpassungsfähigkeit vorhanden.

(Foto: Johannes Steger)
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Der freie Social-Media-Berater (trollus startupus) wurde durch ein Handbuch über Soziale Medien sozialisiert und hat sich auf diese Art fundiertes Fachwissen erworben. Als Balzritual präsentiert er dieses Wissen mit Vorliebe auf Unternehmensprofilen. Fühlt sich seiner Gattung nicht zugehörig und leugnet jede Zugehörigkeit.  

(Foto: Johannes Steger)
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Der Oberlehrer (trollus klugscheißerus ) besitzt ausgeprägte Kenntnisse über Zeichensetzung, Rechtschreibung und Themen wie Innenpolitik und Atomphysik. Sein Fachwissen demonstriert er gerne seiner Umwelt und ist fest davon überzeugt, dass er einzigartig ist.

(Foto: Johannes Steger)
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Der Aggressor (trollus terroriticus) hat ein ausgeprägtes Wutproblem. Seine Gefühle entlädt er bevorzugt gegenüber Mitkommentatoren und Autoren.

(Foto: Johannes Steger)

Der Toll-Troll: Ein Künstler. David Schmidt, Community-Redakteur von „Zeit Online“, erkennt einen der Trolle immer wieder. „Er ist in der Manipulation sehr geschickt und unheimlich kreativ, hat eine hohe soziale Intelligenz“, sagt Schmidt. „Ich liebe diesen Troll in gewisser Weise.“ Der Störer verbreitet seine herablassende Botschaft geschickt: „Er schreibt höchst menschenverachtende Dinge, ohne künstlich zu wirken.“ Die Leser nehmen ihm den Hass ab, reagieren emotional, die Diskussion ist am Ende. Der Troll hat sein Ziel erreicht. Schmidt beschreibt es so: „Es gibt einige, die provozieren um der Provokation willen – l'art pour l'art sozusagen.“

Die Lügendetektoren: Politiker, Journalisten, Forscher – sie alle betrügen die Bürger, glauben die Anhänger mindestens einer Verschwörungstheorie. Dunkle Mächte, wahlweise der Staat, Geheimdienste, religiöse Gruppen oder Aliens, wollen Böses und verbringen ihre gesamte Zeit damit, die Menschen zu täuschen. „Das sind die Schwierigsten“, sagt Beeck. Denn wer alles als Lüge abtut, dem ist mit Argumenten nicht beizukommen.

Die Missionare: Kritik lassen propagandistische Trolle nicht zu. Der Klassiker: Impfgegner. Wer ihr Dogma anzweifelt – auch nur vermeintlich – ist aus Sicht des Missionars der Sünde verfallen.

Die Hooligans: Sie haben Bock auf Krawall – und tauchen vor allem unter Sport-Artikeln auf, erzählt Beeck. Ihr Mechanismus ist die Abgrenzung, nach dem Schema „dein Verein ist scheiße“. In ihrer Kampf sind die Hooligans recht zuverlässig. „Es gibt welche, die mit 100-prozentiger Verlässlichkeit bei jedem Dortmund-Artikel auftauchen“, hat Beeck beobachtet.

Die ernsten Fälle von Bedrohung
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2 Kommentare zu "Zetern, Stören, Hetzen: „Trolle“ treiben ihr Unwesen im Netz"

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  • Mit den Varianten des Trolls, die hier beschrieben werden, kann ich eigentlich leben.
    Wenn nahezu zeitgleich fast gleichlautende Artikel fragwuerdigen Inhalts von fragwuerdigen Instituten oder Autoren in mehreren Online Medien erscheinen, gehen bei mir die Alarmanlagen an. Ich beziehe mich hier speziell auf den im Handelsblatt, der Wirtschaftswoche, dem Spiegel und vielleicht noch anderen Medien erschienenen Artikel “Deutschland hat eine Zinsersparnis von 100 Milliarden Euro infolge der Krise”. Wie willfaehrig ist die Presse gegenueber der Bundesregierung? Haben wir Pressefreiheit? Kommen Journalisten ihrer Informationspflicht nach? Sind die Medien neutral? Waere schoen, hierzu die Meinung der Redaktion selbst zu hoeren.

  • >> „Trolle“ treiben ihr Unwesen im Netz >>

    Den Größten Troll hat die Lügenpresse aber ausgeklammert !

    Das ist der "Netiquetten" - Troll, der mit dem schlichten Spruch " Beitrag gelöscht, bleiben sie sachlich" von vornherein jede Diskussion abwürgt und aufs Eis legt !

    Und das ist auch der Troll, der bei weitem am meisten zuschlägt !

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