Lieferketten: Chipmangel und Ukraine-Krieg: Infineon-Chef warnt vor „starken Abhängigkeiten“
Wenn weiterhin kein Nachschub des Gases Neon aus der Ukraine kommt, könnte das bald die Produktion beeinträchtigen.
Foto: BloombergMünchen. Erst die Pandemie, dann die Stürme, jetzt der Ukraine-Krieg: Eine Krise nach der anderen führt der Chipindustrie vor Augen, wie verletzlich ihre globalen Lieferketten sind.
„Zum Teil gibt es starke Abhängigkeiten von einzelnen Materialien und Ländern“, erklärte Infineon-Vorstandschef Reinhard Ploss im Gespräch mit dem Handelsblatt. Sein Unternehmen achte zwar grundsätzlich darauf, Rohstoffe und Vorprodukte aus mehreren, voneinander unabhängigen Quellen zu beziehen. Komplett lösen ließen sich die Abhängigkeiten aber nicht.
Fast täglich fällt ein Rohstoff für Microchips
Jahrzehntelang war das nicht schlimm: Die Versorgung mit den richtigen Rohstoffen zur richtigen Zeit schien ein Selbstläufer geworden zu sein. Nun aber meldet sich die Rohstofffrage mit neuer Wucht auf der Agenda der Konzernlenker zurück. Eine gewaltige Nachfrage trifft auf wachsende Knappheiten. Und fast täglich fällt ein neuer Stoff auf, dessen Nachschub für die Industrie akut gefährdet scheint.
Aktuell droht durch den Ukraine-Krieg das zur Produktion von Halbleitern wichtige Gas Neon knapp zu werden.
Ukraine-Krieg verschärft aktuellen Chipmangel
Für die Chipindustrie ist das nur die jüngste einer Reihe von schlechten Nachrichten in Sachen Lieferketten: Die Branche kann schon länger die Nachfrage nicht mehr bedienen. Wer heute bestellt, bekommt die Bauelemente erst in einem Jahr. Mit entsprechenden Folgen auch für andere Industriezweige, die auf die Halbleiter angewiesen sind.