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Alarmstufe Rot Grippewelle rollt über Deutschland

Die Grippewelle ist im vollen Gange, meldet das Robert-Koch-Institute – und die Zahl der Erkranken steigt weiter. Auch die Arztpraxen melden mehr Patienten. Was jetzt noch hilft und wer besonders achtgeben muss.
09.02.2017 - 08:04 Uhr
Wer eine Grippe hat, gehört ins Bett – auch, um andere nicht anzustecken. Quelle: dpa
Grippewelle

Wer eine Grippe hat, gehört ins Bett – auch, um andere nicht anzustecken.

(Foto: dpa)

Düsseldorf 15.026 Grippe-Kranke in der fünften Kalenderwoche, meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch. Damit bewertet das Institut die Influenza-Aktivität als stark erhöht. Oder anders gesagt: In Deutschland geht die Grippe um. Der Höhepunkt jedoch ist noch nicht erreicht, auch wenn Zahl der gemeldeten Grippefälle gestiegen ist, zeigt die Statistik.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) beobachtet die Grippe-Fälle und die Entwicklung in Deutschland sehr genau und veröffentlicht wöchentlich die aktuell gemeldeten Zahlen. Die Statistik zeigt einen deutlichen Anstieg seit der vergangenen Woche. In der vierten Jahreswoche waren es noch 10.744 Influenza-Fälle.

Jedes Jahr im Winter gibt es in Deutschland eine Grippewelle. Doch 2016/2017 hat sie früher begonnen als in den vergangenen Jahren. In allen Bundesgebieten ist die Grippe derzeit stark verbreitet. Nur der Norden ist bisher weniger betroffen, da zeigt die Statistik deutlich weniger gemeldete Grippe-Fälle. Doch das muss nicht so bleiben. „Da die Zahlen noch steigen, kann sich das in den nächsten Wochen verschieben“, sagte Lothar Wieler, Präsident des RKI, den „Ruhr Nachrichten“.

Auch die Ärzte melden deutlich mehr Besuche wegen Grippe-Symptomen als noch im den beiden Jahren zuvor, zeigt der Praxis-Index des RKI. Doch das Hoch von 2014 und 2015 ist noch nicht erreicht. Bisher gemeldet wurden laut RKI in dieser Grippesaison (seit Kalenderwoche 40 im Jahr 2016) 43.288 Fälle, darunter 126 Todesfälle. Auffällig daran: 119 der Todesfälle waren älter als 59 Jahre.

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    Das derzeit zirkulierende Influenza-AH3N2-Virus ist laut RKI bekannt dafür, dass es bei älteren Menschen zu schweren Krankheitsverläufen führt. Der Grund: Das Virus ist relativ jung. Es entstand erst in den 1960er Jahren. So hatte das Immunsystem älterer Menschen jedoch nicht ausreichend Zeit, um einen Schutz aufzubauen. Im schlimmsten Fall kann eine Infektion sogar zum Tod führen.

    Todesursache ist in der Regel nicht das Virus. Doch weil es den Körper schwächt, sind Menschen dann leichter empfänglich für andere Krankheiten, zum Beispiel für Lungenentzündungen. Eine weitere Risikogruppe ist neben den Senioren auch medizinisches Personal, weil dieses ständig mit Patienten in Kontakt kommen. Auch Kinder und chronisch Kranke sind besonders gefährdet.

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