Alzheimer Mit Ultraschall gegen das Vergessen

Alzheimer verursacht krankhafte Proteinverklumpungen im Gehirn, der Abbau dieser sogenannten Plaques ist ein Ziel bei der Bekämpfung der Krankheit. Bei Mäusen klappte das jetzt sogar ohne den Einsatz von Medikamenten.
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Alzheimer verursacht Proteinverklumpungen im Gehirn. Im Tierversuch haben Forscher diese Plaques mit Ultraschall bekämpft. Quelle: dpa

Alzheimer verursacht Proteinverklumpungen im Gehirn. Im Tierversuch haben Forscher diese Plaques mit Ultraschall bekämpft.

(Foto: dpa)

HeidelbergEine verblüffend simple mögliche Bekämpfung der Alzheimererkrankung ohne den Einsatz von Medikamenten beschreiben Gerhard Leinenga und Jürgen Götz von der University of Queensland in Australien im Magazin „Science Translational Medicine“: Die Forscher haben die für die Demenzerkrankung typischen Ablagerungen von Amyloid-Beta im Gehirn kranker Mäuse durch eine Behandlung mit fokussiertem Ultraschall zerstört.

Dabei wurden bei den Tieren offenbar nicht nur die Proteinverklumpungen im Gehirn, sondern auch einige Symptome der Demenzerkrankung beseitigt. In Gedächtnistests im Irrgarten schnitten die behandelten Nager anschließend besser ab.

Sieben Faktoren, die Alzheimer begünstigen
Fünf Jahre Pflege-TÜV
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Wer sich an bestimmten Stellen um eine gesündere Lebensweise bemüht, kann damit einer neuen Studie zufolge die Gefahr einer Alzheimer-Erkrankung merklich senken. Wie eine Untersuchung des Instituts für öffentliche Gesundheit an der Universität im britischen Cambridge herausfand, sollten dafür vor allem sieben Faktoren in den Blick genommen werden.

Diabetes
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Eine Diabetikerin spritzt sich Insulin: Diabetes ist nur eine von mehreren Ursachen, die eine Alzheimererkrankung begünstigen. Eine gesunde Lebensweise kann helfen, das Diabetes vorzubeugen.

Bluthochdruck weltweit größte Gesundheitsgefahr
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Schon Bluthochdruck allein ist eine große Gesundheitsgefahr. Im Zusammenhang mit Alzheimer-Erkrankungen zählt er laut Studie zu einem der wesentlichen bekannten und begünstigenden Faktoren. Aber auch genetische Vorbedingungen und äußere Einflüsse prägen das persönliche Risikoprofil.

Mehr als halbe Milliarde Menschen zu dick
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Studienleiterin Carol Brayne erklärt, dass es wichtig sei, die Faktoren nicht isoliert zu sehen, sondern Zusammenhänge wie etwa zwischen Bewegungsmangel und Übergewicht zu berücksichtigen.

Stressbewältigung und Burn-Out
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Die Wissenschaftler der Universität Cambridge gehen davon aus, dass Depressionen ebenfalls das Auftreten von Alzheimer begünstigen. Die Studie besagt, dass die Zahl der Alzheimer-Patienten weltweit von etwa 30 Millionen im Jahr 2010 auf rund 106 Millionen im Jahr 2050 steigen wird.

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Weniger – oder besser gar nicht – zu rauchen, mildert das Risiko, im Alter an der „Krankheit des Vergessens“, wie ihr Entdecker Alois Alzheimer sie nannte, zu leiden. Die Alzheimer-Krankheit kann vor dem 50. Lebensjahr auftreten, ihre Häufigkeit steigt aber mit dem Alter stark an. Nur zwei Prozent erkranken vor dem 65. Lebensjahr. Bei den 85- bis 89-Jährigen leidet jeder Vierte an Demenz, bei den über 90-Jährigen jeder Dritte.

Ganztagsschule
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Als siebten Faktor identifizierten die britischen Forscher mangelnde Bildung. Ihren Berechnungen nach könnten 8,5 Prozent der für das Jahr 2050 erwarteten Alzheimer-Fälle, also etwa neun Millionen, vermieden werden, wenn bei jedem der genannten sieben Faktoren die Risiken um zehn Prozent gesenkt werden. Quelle: afp

Die Ablagerungen von Amyloid-Beta-Proteinklumpen zwischen den Neuronen des Gehirns sind eines der auffälligsten Anzeichen der Alzheimererkrankung und gelten auch als eine Ursachen für die Symptome der Demenz. Diese Plaques abzubauen, ist daher ein wesentliches Ziel von vielen Bekämpfungsstrategien – es ist aber nicht leicht zu erreichen: So verhindert etwa die Blut-Hirn-Schranke, dass Medikamente aus dem Blut zum Einsatzort im Gehirn gelangen.

Die Forscher wollten daher bei ihren Versuchstieren zunächst diese Hirnschranke durchlässig machen, indem sie fokussierte Ultraschallpulse auf den Schädel der Tiere applizierten und ihnen zusätzlich als Kontrastmittel gasgefüllte Mikrobläschen injizierten. Diese beginnen unter Schall im Körper zu vibrieren und durchdringen dabei etwa die Barriere zwischen Blutkreislauf und Hirn.

Die Behandlung zerstörte nun bei drei Vierteln aller behandelter Mäuse nach einigen Wochen fast sämtliche A-Beta-Plaques – die Proteinreste und Bruchstücke wurden dann vom Immunsystem abgebaut und entfernt. Bei den behandelten Tieren besserte sich ganz offensichtlich auch die Gehirnfunktion, wie verschiedene Verhaltenstests zeigten.

Blut-Hirn-Schranke kurzzeitig öffnen
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