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Angst vor dem Gau Deutsche sollen keine Jodtabletten schlucken

Aus Sorge vor dem GAU in Japan fragen Kunden in deutschen Apotheken vermehrt nach Jodtabletten. Das ist Blödsinn, sagen die Experten.
  • Hartmut Wewetzer
15.03.2011 - 14:41 Uhr Kommentieren
Deutsche Apotheker verzeichnen eine verstärkte Nachfrage nach Jodtabletten. Quelle: dpa

Deutsche Apotheker verzeichnen eine verstärkte Nachfrage nach Jodtabletten.

(Foto: dpa)

Berlin Aus Angst vor einer radioaktiven Verseuchung durch den Reaktorunfall in Japan überlegen sich viele Bundesbürger, ob sie sich vorsorglich Jodtabletten kaufen sollten. In Städten wie Berlin registrieren die Apotheken eine erhöhte Nachfrage. Sehr sinnvoll ist so eine Anschaffung jedoch nicht.

„Apotheker raten von der Einnahme von Jodtabletten auf eigene Faust ausdrücklich ab“, sagte Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. „Es wäre totaler Blödsinn, bei uns in Deutschland aus Panik vorsorglich Jod einzunehmen“, sagte Nikolaus Tiling vom Stoffwechsel-Centrum der Berliner Uniklinik Charite.

Bei einem Reaktorunfall wird viel radioaktives Jod freigesetzt. Es handelt sich um die beiden radioaktiven Isotope Jod-131 und Jod-133. Sie bestimmen in den ersten Tagen nach einem Unfall wesentlich die Strahlenbelastung, teilt das Bundesamt für Strahlenschutz mit.

In der Umgebung eines havarierten Kernkraftwerks kann es daher sehr sinnvoll sein, frühzeitig Jod zu sich zu nehmen. Das Jod aus der Tablette – im Regelfall reicht eine einmalige Einnahme von Kaliumiodid – wird von der Schilddrüse aufgenommen und in das Hormon Thyroxin eingebaut. Damit ist die Schilddrüse auf Wochen „blockiert“, das danach eingeatmete oder mit der Nahrung verschluckte radioaktive Jod wird von ihr nicht mehr aufgenommen.

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    Allerdings wird von dem radioaktiven Jod aus Japan bei uns in Deutschland so gut wie nichts ankommen. Zum einen nimmt die Konzentration der radioaktiven Stoffe mit wachsender Entfernung vom Reaktor ständig ab. Dabei muss man bedenken, dass die Substanzen auf dem Weg nach Europa den Pazifik, Amerika und den Atlantik überqueren müssen. Das dauert mehrere Wochen.

    Dann ist die Radioaktivität des Jods wegen der kurzen Halbwertszeit weitgehend abgeklungen. Bei Jod-133 ist die Radioaktivität nach einem Tag zur Hälfte zurückgegangen, bei Jod-131 beträgt die Halbwertszeit acht Tage.

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