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Asbestverseuchung Babypuder-Skandal: Oberstes US-Gericht bestätigt Milliardenstrafe für Johnson & Johnson

Der US-Pharmakonzern hat derzeit keinen guten Lauf: Die Niederlage im Berufungsverfahren vor dem Supreme Court ist bereits die zweite innerhalb weniger Wochen. Der Aktienkurs leidet.
01.06.2021 Update: 01.06.2021 - 17:41 Uhr Kommentieren
Die Strafzahlung liegt derzeit bei rund 2,12 Milliarden Dollar. Quelle: Reuters
Babypuder von Johnson & Johnson

Die Strafzahlung liegt derzeit bei rund 2,12 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)

Washington Für den US-Pharma- und -Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) bleibt die mehr als zwei Milliarden Dollar schwere Strafzahlung im Skandal um mutmaßlich asbestverseuchten Babypuder bestehen. Der Oberste Gerichtshof der USA wies am Dienstag die Berufung des Unternehmens zurück und ließ damit das Urteil eines Gerichts im Bundesstaat Missouri unangefochten. Die Aktien von J&J fielen daraufhin im frühen Handel der Wall Street gegen den Trend um gut ein Prozent.

J&J war 2018 zu einer Strafe von über 4,7 Milliarden Dollar verurteilt worden, nachdem 22 Frauen das Unternehmen wegen Eierstockkrebs, angeblich ausgelöst durch den Babypuder, verklagt hatten. Die Strafzahlung wurde später zwar auf 2,12 Milliarden Dollar gesenkt, bislang versuchte J&J aber immer noch, dieses Urteil anzufechten. Das Unternehmen hatte laut Gerichtsakten erklärt, dass es sich mit mehr als 19.000 anderen Fällen konfrontiert sehe, die vom Ausgang dieses Rechtsstreits betroffen sein könnten.

„Zwanzig Familien werden nun für eine schreckliche, unnötige Krankheit entschädigt“, sagt der Anwalt der Opfer, Mark Lanier. Für den Pharmakonzern kommt die Nachricht mitten in einer turbulenten Zeit: Eigentlich steht das Unternehmen dank seines Impfstoffs als Covid-19-Bekämpfer im Rampenlicht. Doch der Konzern hatte zuletzt auch dort mit Produktionsproblemen und Bedenken zu kämpfen.

Ende Februar hatte die US-Gesundheitsbehörde den Impfstoff von Johnson & Johnson durch eine Notfallverordnung freigegeben. Seit März ist das Vakzin, bei dem eine einzige Impfung reicht, auch in der EU erhältlich. Mitte April hatten die US-Behörden den Gebrauch jedoch vorübergehend gestoppt.

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    Johnson & Johnson verlor weitere Berufung vor Supreme Court

    Weil es – ähnlich wie bei Astra-Zeneca – in sechs Fällen nach dem Impfen zu Sinusvenenthrombosen gekommen war, wurde der Einsatz des J&J-Mittels für elf Tage komplett gestoppt. Mittlerweile ist der Impfstoff mit einer Warnung versehen und wieder im Einsatz.

    Die Niederlage vor dem Supreme Court ist bereits die zweite innerhalb weniger Wochen. Im Mai hatte der Oberste Gerichtshof eine Berufung von Johnson & Johnson in einem anderen Urteil abgewiesen. Dabei ging es um das antipsychotische Mittel Risperdal, das auch Kindern und alten Menschen verabreicht wurde. In dem Verfahren hatte eine Jury eine Strafe von 70 Millionen Dollar gefordert.

    Risperdal ist ein atypisches Neuroleptikum und verringert Spannungen, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen und Ich-Störungen. Das Medikament wird häufig in Psychiatrien zur Behandlung von Schizophrenien eingesetzt.

    Die Nachrichtenagentur Reuters hatte 2018 gemeldet, dass J&J offenbar jahrzehntelang von der Existenz des gesundheitsschädlichen Stoffs in seinen Pudern gewusst habe. Der Konzern hatte Verbrauchern und Investoren immer wieder versichert, dass der Babypuder sicher und asbestfrei sei. Im vergangenen Mai kündigte J&J jedoch an, den Verkauf seines auf Talk basierenden Babypuders in Nordamerika – wegen gesunkener Nachfrage – einzustellen.

    Mit Agenturmaterial.

    Mehr: Astra-Zeneca und Johnson & Johnson: Forscher vermuten fehlerhafte Spike-Proteine als Ursache für Thrombosen

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