Augenkliniken verbessern Voruntersuchungen und optimieren die Behandlung Laser korrigieren Sehfehler punktgenau

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„Während bei der konventionellen Laserbehandlung – der so genannten Lasik (Laser in situ Keratomileusis) – wie beim Anfertigen von Brillen oder Kontaktlinsen nur der gemittelte Dioptrie-Wert für die Hornhautabtragung zu Grunde gelegt wird, können durch die genaue Vermessung heute mehr Brechfehler des Auges korrigiert werden“, sagt Manfred Tetz, Leiter der Augentagesklinik Spreebogen in Berlin.

Zur exakten Hornhautabtragung reiche es aber nicht, den Laser mit den richtigen Koordinaten zu füttern. „Der Laser muss auch in der Lage sein, die vielen verschiedenen Zielpunkte exakt zu treffen“, erläutert Tetz die Anforderungen an die neue Technik. Seine Klinik arbeitet mit der so genannten Ladarvision-Technologie der Firma Alcon Pharma. „Diese kombiniert die punktgenaue Vermessung des Auges – die Wellenfront-Technik – mit einem speziellen Laser-Radarsystem, mit dem die Position des Auges schneller gemessen und der Laser schneller korrigiert werden kann, als sich das Auge bewegt“, sagt der Berliner Augenarzt. Bis zu vier Tausend Mal pro Sekunde überprüft der Messlaser die Stellung des Auges und sorgt so für eine synchrone Führung des Lichtstrahls.

Alle neueren Augenlaser arbeiten inzwischen mit solchen so genannten „Eye-Tracking“-Systemen. Die meisten Geräte nutzen dabei jedoch langsamere Videoscanner, die die Position des Auges nur etwa dreihundert Mal pro Sekunde erfassen. „Das reicht vollkommen aus“, sagt Thomas Neuhann, Leiter der Augenklinik München. Es komme auf die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gesamtsystems an, wenn das dreihundert Mal pro Sekunde nachregeln könne, sei das ausreichend.

Die Laser-Korrektursysteme seien ein richtiger Schritt auf dem Weg zu einer sichereren Behandlung, bestätigt Peter Hering, Professor am Institut für Lasermedizin der Universität Düsseldorf. „Mit der Technik kann möglicherweise die Abtraggenauigkeit verbessert werden.“ Dennoch bleibt der Physiker, der die Behandlung von Fehlsichtigkeit mit Lasern als zu risikoreich ablehnt, skeptisch. „Die Gefahr einer Vernarbung, die zu einer Nachtblindheit führt, wird so nicht ausgeräumt“, sagt Hering. So lange es nicht gelänge, das Vernarbungsrisiko, das viele Menschen besitzen, im Vorhinein zu bestimmen, werde er weiter von der Laserbehandlung abraten – von wenigen medizinisch indizierten Ausnahmen abgesehen.

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