Bewegung Tempowechsel beim Gehen verbrennt mehr Kalorien

Kann man durch simples Gehen ordentlich Kalorien verbrennen? Ja, sagen Wissenschaftler nach entsprechenden Versuchen. Der Schlüssel zum Energieverbrauch liegt aber in der Häufigkeit der Tempowechsel.
Wer besonders viele Kalorien verbrennen möchte, sollte öfter mal das Tempo wechseln. Quelle: dpa
Gehen ist gesund

Wer besonders viele Kalorien verbrennen möchte, sollte öfter mal das Tempo wechseln.

(Foto: dpa)

HeidelbergWenn man beim Gehen zwischendurch sein Tempo verändert, verbrennt man rund 20 Prozent mehr Kalorien, als wenn man die ganze Zeit über konstant seine Geschwindigkeit hält. Das Wissenschaftler um Nidhi Seethapathi von der Ohio State University entdeckt.

Die Forscher machten sich die Mühe, die metabolischen Kosten solcher Tempowechsel genau aufzuschlüsseln und zu vergleichen. Dazu schickten sie ihre Probanden auf ein Laufband, das den ganzen Versuch über auf eine konstante Geschwindigkeit eingestellt war.

Die hartnäckigsten Gesundheitsmythen
Nase hochziehen ist gefährlich
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Im Volksmund heißt es häufig, Schleim durch die Nase hochzuziehen sei nicht nur unhöflich und unappetitlich, sondern zudem auch gefährlich, da der Schleim sich in den Nasennebenhöhlen einniste. Mediziner Carsten Lekutat widerlegt diese Behauptung ganz klar: nicht das Hochziehen des Schleims, sondern zu kräftiges Schnäuzen birgt Gefahren. Denn der dabei entstehende Druck leitet den Schleim aus der Nase im schlimmsten Fall in die Nebenhöhlen oder durch einen Kanal im Nasen-Rachen-Raum ins Mittelohr. Auch wenn das Naseputzen wohl manierlicher ist, gesünder ist es nicht.

Carsten Lekutat ist Arzt und hat das Buch "Halbwahrheiten der Medizin" geschrieben.

Ungerades Sitzen ist schlecht für den Rücken
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Diese Volksweisheit ist nicht wahr. Nicht striktes gerades Sitzen, sondern dynamisches Sitzen ist entlastend für den Rücken. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass entgegen der landläufigen Meinung eine um 135 Grad nach hinten geneigte Rückenlehne optimal für den Rücken ist, da die Bandscheiben in dieser Position am meisten geschont werden. Genauso wichtig für die Funktionstüchtigkeit der Gelenke ist allerdings konstante Bewegung, um für die nötige Durchblutung des Knorpel- und Bandscheibengewebes zu sorgen.

Zähne putzen nach dem Essen beugt Karies vor
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Eine landläufige Meinung besagt: „Nach dem Essen das Zähneputzen nicht vergessen!“ Naheliegend ist dies allemal, da sich in harten Zahnbelägen Karies auslösende Bakterien in Hülle und Fülle tummeln. Über die Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate werden in Säuren umgewandelt und greifen den Zahn an. Doch laut Dr. Carsten Lekutat ist das sofortige Zähneputzen nach der Nahrungsaufnahme kontraproduktiv. „Wenn wir direkt nach dem Essen munter drauflos schrubben, zerstören wir also mit unserer Zahnbürste nicht die Kariesbakterien, sondern den Zahnschmelz, die wichtigste Schutzschicht der Zähne“, erklärt der Mediziner. Nach einer Mahlzeit sollte man sich also auf den Speichel als natürlichen Bakterienschutz verlassen und frühestens eine halbe Stunde später – wenn die Säure neutralisiert ist - zur Zahnbürste greifen.

Bei grünem Nasenschleim muss ein Antibiotikum her
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Dass man das Ausmaß von Atemwegserkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündungen an der Farbe des Nasenschleims erkennt, ist nichts weiter als ein Mythos. Wie eine britische Studie belegt, wurde bei derartigem Schleim zwar deutlich häufiger ein Antibiotikum verschrieben als bei klarem Ausfluss. Die Art der Erkrankung zeigt dieser jedoch nicht an, da er laut Lekutat sowohl bei bakteriellen als auch viralen Entzünden auftritt.

Außerdem trat eine Besserung der Symptome – unabhängig ob Gabe von Antibiotikum oder nicht – immer nach sieben Tagen ein. Über die Notwendigkeit einer Behandlung mit Antibiotikum sagt die Verfärbung also nichts aus. Die meisten Entzündungen klingen ohne ärztliche Therapie nach wenigen Tagen von alleine ab.

Fingerknacken verursacht Gelenkbeschwerden und Rheuma
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Das Knacken mit den Fingern wird als gefährlich deklariert. Ein weit verbreiteter Mythos besagt, es rufe Gelenkbeschwerden oder gar Rheuma hervor. Ganz ungefährlich ist das Knacken zwar nicht, denn es kann Schwellungen am Finger hervorrufen und die Kraft in den Händen verringern. Schädlich für die Gelenke ist das nervöse Zerdrücken der Finger jedoch auch nicht. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler Castellanos und Axelrod in einer 1990 veröffentlichten wissenschaftlichen Studie.

Chirotherapeuten setzen es sogar als Behandlungsmethode gezielt ein, um Blockaden zu lösen, die durch untrainierte Gelenke entstehen. Fingerknacken sorgt also allenfalls für kurzweilige Schwellungen oder kraftlose Hände, nicht aber für rheumaartige Beschwerden. Wer das Knacken als Mittel zum Stressabbau betreibt, kann und sollte aber definitiv auf gesundheitsfördernde Maßnahmen wie zum Beispiel Autogenes Training oder Yoga zurückgreifen.

Ein Schnaps nach dem Essen regt die Verdauung an
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Dieser Glaube zählt zu den bekanntesten Gesundheitsmythen. Fakt ist jedoch: Alkohol hemmt die Verdauung. Er lenkt die Leber vom Verdauen der Speisen ab und behindert sogar die Magenentleerung. "Bei Völlegefühl ist ein Spaziergang oder ein warmer Tee sinnvoll. Vorbeugend hilft natürlich auch, maßvoll zu essen", weiß Thomas Meier, Gastroenterologe am Diagnostik Zentrum Fleetinsel Hamburg.

Wechselduschen stärken das Immunsystem
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„Das Wasser ist mein bester Freund und wird es bleiben bis ich sterbe“, sagte einst Sebastian Anton Kneipp, der Erfinder der bekannten Wasserkur. Von Medizinern bewiesen ist zumindest, dass Wechselduschen einen positiven Effekt auf das Immunsystem haben. Eine Studie der Universität Jena kam zu dem Ergebnis, dass Patienten mit chronischer Bronchitis nach einer zehnwöchigen Wasseranwendung nach Kneipp eine um 13 Prozent gestärkte Immunabwehr entwickelt hatten und die Zahl der Infektionen zurückging.

Zunächst sollten die Versuchsteilnehmer dieses Tempo eine Zeit lang halten, bevor die Forscher sie anwiesen, ihre Schritte im Wechsel zu beschleunigen oder zu verlangsamen, um entweder eine Position ganz vorne oder ganz am Ende des Laufbandes einzunehmen. Dabei maßen sie den Energieaufwand, den die Teilnehmer für das gesamte Prozedere benötigten.

Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit traditionellen Messmethoden häufig unterschätzt wird, wie viele Kalorien man beim Gehen, Laufen oder beim Sport tatsächlich verbrennt. Denn schon allein der bloße Akt des Tempowechsels benötigt Energie – und das nicht zu knapp: Bis zu acht Prozent der Energie, die wir verbrauchen, wenn wir uns den ganzen Tag über auf unseren Beinen durch die Gegend bewegen, geht alleine für Losgehen und Stehenbleiben drauf, wie die Daten der Wissenschaftler zeigen.

„Egal wie schnell man sich bewegt, Gehen kostet immer ein gewisses Maß an Energie. Aber wenn man seine Geschwindigkeit verändert, dann drückt man sozusagen aufs Gaspedal“, so Seethapathi. „Wenn man seine kinetische Energie verändert, kostet das die Beine mehr Arbeit und dadurch wird mehr Energie verbrannt.“

Wer mehr Kalorien durchs Gehen loswerden will, dem empfehlen die Wissenschaftler daher, unterwegs auch mal ein paar ungewöhnliche Dinge zu tun: einfach mal zwischendurch stehen bleiben und wieder neu anlaufen oder in Schlangenlinien gehen.

  • Daniela Zeibig
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