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Blackrock Neurotech Deutscher Tech-Finanzier Angermayer und Facebook-Investor Thiel steigen bei Hirnchip-Entwickler ein

Die prominenten Investoren unterstützen ein US-Unternehmen, das Hirn-Computer-Schnittstellen entwickelt. Es soll sogar weiter sein als Elon Musks Neuralink.
19.05.2021 - 17:11 Uhr Kommentieren
Mehr als fünf Millionen Menschen leiden allein in den USA an einer Form von Lähmung. Damit adressiert die Idee einen Milliardenmarkt. Foto: Blackrock Neurotech
Hirn-Computer-Schnittstelle

Mehr als fünf Millionen Menschen leiden allein in den USA an einer Form von Lähmung. Damit adressiert die Idee einen Milliardenmarkt.

Foto: Blackrock Neurotech

Hamburg Der deutsche Tech-Geldgeber Christian Angermayer steigt zusammen mit dem Facebook-Investor Peter Thiel bei Blackrock Neurotech ein – einem Entwickler von Hirnchips. Die Technologie soll es gelähmten Patienten ermöglichen, wieder zu kommunizieren oder Gliedmaßen zu bewegen. Angermayer sieht das Unternehmen aus Salt Lake City bei solchen Hirn-Computer-Schnittstellen (BCIs) sogar als weiter fortgeschritten an als das ähnliche Neuralink-Projekt von Tesla-Chef Elon Musk.

Derzeit gebe es weltweit nur 30 Menschen, denen ein solcher Computerchip implantiert worden sei, sagte Angermayer dem Handelsblatt. In 28 Fällen sei das ein Blackrock-Chip. Das Unternehmen, das keine Verbindungen zum gleichnamigen Finanzinvestor hat, arbeitet dafür mit US-Hochschulen wie der Johns-Hopkins-Universität und dem University of Pittsburgh Medical Center zusammen.

Nach Angaben des deutschstämmigen Blackrock-Chefs Marcus Gerhardt entwickelt das Unternehmen seine Technologie bereits seit zehn Jahren und kooperiert mit mehreren Hundert weltweit führenden Forschungseinrichtungen und mehr als 20 klinischen Partnern.

Blackrock Neurotech führt als Beispiel einen Patienten mit der Krankheit ALS (amyotrophe Lateralsklerose) an, an der auch der verstorbene Physiker Stephen Hawking gelitten hatte. Der Blackrock-Patient könne dank des Chips per Gedankenkraft über einen Computermonitor mit der Außenwelt kommunizieren.

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    Bislang sei das Unternehmen nur von „Freunden und Familie“ finanziert worden, sei also weitgehend aus eigener Kraft und mit Forschungsgeldern gewachsen, sagte Angermayer. Daher sei es unter Risikokapitalgebern unbekannt. Blackrock Neurotech entstammt einer Ausgründung aus der Universität Utah. Unter dem Namen Blackrock Microsystems werden Geräte und Software für medizinische Tierversuche mit Primaten vertrieben.

    Hoffnung auf einen Milliardenmarkt

    Angermayer betonte, Blackrock mache bereits Umsätze. Mit der Investition von insgesamt zehn Millionen Dollar soll die Forschung nun ausgebaut werden und mehr Partner für konkrete Anwendungen für die BCIs gefunden werden. Der Kontakt zu dem Unternehmen sei über den Gründer des von Angermayer mitfinanzierten Fintechs Deposit Solutions, Tim Sievers, zustande gekommen. Sievers beteiligt sich ebenfalls an der Finanzierungsrunde. Er und Blackrock-Chef Gerhardt waren an der Universität Oxford Kommilitonen im Bereich Politikwissenschaft.

    Es ist nicht Angermayers erste Investition in dem Bereich. Über seine Holding Atai hat er zuletzt auch einen Minderheitsanteil am US-Entwickler Psyber erworben, der mit Chip-Implantaten geistige Krankheiten bekämpft. Angermayer und Sievers werden auch in das Aufsichtsgremium des Unternehmens einziehen.

    Die Hoffnung ist, die Methode für eine breitere Anwendung reif machen zu können. In den kommenden Monaten könnte die US-Medizinaufsicht FDA den Weg dafür frei machen. Mehr als fünf Millionen Menschen leiden allein in den USA an einer Form von Lähmung. Damit adressiert die Idee einen Milliardenmarkt.

    Langfristig erwarten die Verfechter der Technologie jedoch noch deutlich weitergehende Einsatzszenarien. Visionäre Investoren wie Musk glauben, dass auch gesunde Menschen über die Gehirn-Computer-Schnittstelle ihre Leistung deutlich verbessern können – etwa über erweiterte Gedächtnisleistung. Ob so etwas je gelingt, ist jedoch noch längst nicht sicher.

    Angermayer jedenfalls ist optimistisch: In der Zukunft könne eine Hirnschnittstelle verbreiteter sein als ein Herzschrittmacher, meinte er. „Die Menschen werden miteinander kommunizieren, Arbeit erledigen und sogar schöne Kunst erzeugen – direkt mit ihrer Geisteskraft“, hofft er.

    Und auch Konkurrent Musk sieht schnelle Fortschritte: Neuralink will noch im laufenden Jahr seine Tests auf Menschen ausweiten. Bislang arbeitet das Unternehmen mit Affen. Die können bereits ein simples Computerspiel mit Gedankenkraft steuern.

    Mehr: Was Gehirnchips leisten – und was nicht

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