Deutsche Telekom Ein Spiel liefert Big Data für die Demenzforschung

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Warum „Sea Hero Quest“ nicht nur ein medizinischer Erfolg ist„Sea Hero Quest“
Zehn Mythen rund um das menschliche Gehirn
Der Mythos: Alkohol tötet Gehirnzellen ab
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Die Wahrheit: Mit einem Schluck Wein ist noch keine Gehirnzelle verloren. Es braucht schon einen Rausch, um Schaden anzurichten – und selbst dann sterben keine Zellen ab, sondern die Verbindungen zwischen ihnen werden gekappt. Schon nach einigen Drinks kann es zum Gedächtnisverlust kommen, der umso größer ist, je mehr getrunken wurde. Und exzessives Trinken über einen langen Zeitraum kann das Gehirn nachhaltig beschädigen.

(Foto: dpa)
Der Mythos: Wir haben 100 Milliarden Gehirnzellen
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Die Wahrheit: Auch das stimmt nicht. Tatsächlich sind es rund 86 Milliarden, wie Wissenschaftler 2009 herausfanden. Das macht einen enormen Unterschied: Schließlich können die übrigen 14 Milliarden Zellen das Gehirn eines anderen Lebewesens ausmachen.

(Foto: dpa)
Der Mythos: Wir nutzen nur zehn Prozent unseres Gehirns
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Die Wahrheit: Wir nutzen nie unser komplettes Gehirn auf einmal - trotzdem ist es stets komplett bei der Arbeit. Viele Prozesse laufen automatisiert ab und entziehen sich unserer Aufmerksamkeit. Auch der Neanderthaler setzte seinen Kopf bereits strategisch ein, er musste jedoch große Teile seines Hirnes allein auf die Sehkraft und Koordination des großen Körpers verwenden, für komplexe Denkprozesse waren deshalb nur noch geringe Kapazitäten frei.

(Foto: dpa)
Der Mythos: Wir haben nur fünf Sinne
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Die Wahrheit: Bei den Sinnen spricht man von Fühlen, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken. Dabei gibt es noch zahlreiche weitere Sinne - etwa der Sinn fürs Gleichgewicht, das Zeitgefühl oder die räumliche Wahrnehmung von Lage, Bewegung und Entfernungen.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Der Mythos: Mozart-Musik steigert die Intelligenz
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Die Wahrheit: Diesen Mythos verdanken wir US-Wissenschaftlern um Frances Rauscher. Sie veröffentlichte 1993 ihre Studienergebnisse, wonach Studenten, die zehn Minuten lang Mozarts Sonate für zwei Klaviere in D-Dur (KV448) hörten, in einem Intelligenztest durchschnittlich acht bis neun IQ-Punkte besser abschnitten. Allerdings hielt die Leistungssteigerung nur etwa zehn bis 15 Minuten an. Außerdem schafften es Folgestudien nicht, die Ergebnisse zu bestätigen.

(Foto: dpa)
Der Mythos: Es kommt auf die Größe an
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Die Wahrheit: Menschen haben nicht das größte Gehirn - weder absolut noch im Verhältnis zu ihrer Körpergröße. Mit dem größten Gehirn überhaupt ist der Pottwal unterwegs, verglichen mit der Körpergröße hat das Spitzhörnchen das größte Gehirn. Soll heißen: In Sachen Intelligenz kommt es nicht auf die Größe des Gehirns an.

(Foto: dpa)
Der Mythos: Manche Menschen nutzen überwiegend eine Gehirnseite
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Die Wahrheit: Eine Unterteilung wie bei Linkshändern und Rechtshändern gibt es bei der Nutzung des Gehirns nicht. Dabei wird kreativen Menschen zwar zugeschrieben, eher die rechte Seite ihres Gehirns zu nutzen, bei logisch-rational denkenden Menschen ist es eher die linke Seite, die hier in ihren wichtigsten Verknüpfungen nachgestellt ist. Studien zeigen, dass auch dies ein Mythos ist. Zwar sind je nach Aufgabe unterschiedliche Hirnbereiche aktiv, allerdings gibt es keinen Hinweis darauf, dass es vom Individuum abhängt, welche Gehirnseite eher genutzt wird.

(Foto: MGH-UCLA Human Connectome Project)

Erste Ergebnisse zeigen, dass sich das Orientierungsvermögen bereits ab dem frühen Erwachsenenalter verschlechtert und sich diese Entwicklung in der Regel ein Leben lang fortsetzt. So fanden die Neunzehnjährigen mit 74-prozentiger Wahrscheinlichkeit während des Spiels effektiv ins Ziel, während diese Trefferquote bei Fünfundsiebzigjährigen im Durchschnitt auf 46 Prozent sank.

In einem nächsten Schritt wollen die Initiatoren „Sea Hero Quest“ in wissenschaftlichen Studien an Patienten testen, um etwa Verbesserungen in der Orientierungsfähigkeit messen zu können und damit mögliche Therapieerfolge. Wichtiges Ziel ist aber auch, die Anzeichen von Demenz frühzeitig zu entdecken.

Das kostenlose Spiel kann weiterhin im App Store und bei Google Play heruntergeladen werden. Alle Spiel-Daten werden auch künftig den Wissenschaftlern und damit der Demenzforschung zur Verfügung gestellt.
Übrigens: Nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht sondern auch mit den Maßstäben der Welt der mobilen Spiele kann sich „Sea Hero Quest“ mit seinem 2,5 Millionen Downloads aus 193 Ländern sehen lassen. Die Telekom jedenfalls verweist auf Marktforschungszahlen, nach denen 90 Prozent der Spieleapps in den Stores insgesamt weniger als 10.000 Mal heruntergeladen werden. Ausreißer nach oben wie Pokémon Go mit weltweit 75 Millionen Downloads in 19 Tagen sind da eine absolute Ausnahmeerscheinung.

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