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Digital Health Meditations-App Meditopia sammelt 13 Millionen Euro ein

Meditations-Apps versprechen innere Ruhe per Smartphone. Das Berliner Start-up Meditopia sammelt frisches Kapital ein, um neue Märkte zu erschließen.
16.07.2020 - 06:32 Uhr Kommentieren
Eine elektronische Gebrauchsanweisung finden Nutzer bislang nicht in den digitalen Anwendungen. Quelle: Cultura/Getty Images
Gesundheits-Apps

Eine elektronische Gebrauchsanweisung finden Nutzer bislang nicht in den digitalen Anwendungen.

(Foto: Cultura/Getty Images)

Düsseldorf Meditation und Achtsamkeit haben ihr esoterisches Image in den vergangenen Jahren verloren und sich einen Platz in der digitalen Welt erkämpft. In den App-Stores der großen Hersteller Apple und Google gibt es zahlreiche Angebote für mentale Gesundheit.

Eins von ihnen ist Meditopia. Das Berliner Start-up hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 13 Millionen Euro mit dem Risikokapitalgeber Creandum und Highland Europe abgeschlossen, wie das Handelsblatt erfuhr. Mit dem frischen Kapital will das Jungunternehmen nun das Angebot ausbauen.

Als „lokaler mentaler Coach“ bezeichnet Mitgründer Fatih Mustafa Celebi die Anwendung. In der App werden Nutzer zu Beginn gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Gefragt wird nach dem psychischen Wohlbefinden, stark ausgeprägten Gefühlen wie Angst oder Trauer und, wie Nutzer damit umgehen. Auch Ziele müssen dabei konkret vom Anwender definiert werden.

Aus diesen Daten wird dann automatisiert ein Programm entwickelt, das aus Meditations- sowie Achtsamkeitsübungen, Vorträgen und Erfahrungsberichten von Betroffenen besteht. Seit der Gründung 2015 hatte Meditopia 14 Millionen Nutzer.

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    Die von der App empfohlenen Programme können mehrere Tage oder bis zu neun Wochen dauern. Oft entscheiden sich Nutzer aktuell für ein siebenwöchiges Programm zu den Themen Vergebung, Wut, Selbstbewusstsein oder Sexualität, oder auch für den achtwöchige Angst-Bewältigungskurs.

    Nach einer siebentägigen Testphase verlängert sich die Mitgliedschaft, abhängig davon, für welchen Umfang man sich entschieden hat, auf einen weiteren Monat oder ein Jahr. Letzteres Angebot beinhaltet zum Beispiel 150 verschiedene Meditationsprogramme. Derzeit handelt es sich um ein Produkt, dass die Versicherten selbst bezahlen müssen: Das Monatsabo kostet rund 8 Euro und das Jahresabo rund 50 Euro.

    So schnell dürfte sich das auch nicht ändern, vermutet Christina Jochim, Bundesvorständin der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV). Denn um von der Kasse erstattet zu werden, müsse die App durch eine Studie einen medizinischen Nutzen nachweisen.

    Wenn überhaupt, könnte sie laut Jochim als Ergänzung zur Psychotherapie eingesetzt werden und müsse in jedem Fall durch einen Psychotherapeuten verordnet und angeleitet werden. Konkrete Pläne einer Erstattungsfähigkeit im Rahmen des Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) hege das Start-up derzeit nicht, berichtet Celebi.

    Die DPtV-Bundesvorständin kritisiert außerdem die Marketingstrategie von Meditopia: „Zum Beispiel die Suggestion von Gemeinschaft (‚21.535 Andere verwenden gerade diese App‘) und aus der Esoterik (‚Verbundenheit mit dem Universum‘).

    Es erscheint paradox, dass das menschliche Bedürfnis nach Beziehung, nach Verbundenheit sich in der Einsamkeit einer App-Anwendung wiederfinden soll“, sagt sie. Die App sei hingegen eher dafür geeignet, die Meditationspraxis kennenzulernen: „Evidenzbasierte Methoden aus der Achtsamkeits-Praxis werden mit Selbstoptimierungs-Lifestyle kombiniert.“

    Um sich von den vielen Wettbewerbern wie etwa Headspace, Calm oder Zenify abzugrenzen, fokussiert sich das Start-up bei der Entwicklung seiner Angebote auf kulturelle Unterschiede der mentalen Gesundheit. „Sexualität und das Körperbewusstsein werden weltweit ganz unterschiedlich wahrgenommen. Deswegen können wir nicht einfach ein Meditationsprogramm entwerfen und in weitere Sprachen übersetzen“, erklärt Celebi.

    Hinter den Programmen in mittlerweile zehn Sprachen steckt also ein Team aus Übersetzern, Meditationstrainern, Psychotherapeuten und Sexualwissenschaftlern aus 75 verschiedenen Ländern, in denen die App auch erhältlich ist.

    Vor allem während der Corona-Pandemie hätte der Nutzer-Standort nochmal an Bedeutung gewonnen. „Die unterschiedlichen Normalisierungsperioden in den Ländern nach Covid-19 haben beispielsweise unterschiedliche Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden von Nutzern, insbesondere auf ihr Schlafverhalten, Stress und Angstzustände“, erklärt Celebi. In den Ländern mit hohen Fallzahlen seien Programme zur Bewältigung von Stress und Angst häufiger verwendet worden.

    Viel von dem digitalen Mentaltrainer verspricht sich auch der Risikokapitalgeber Creandum und investiert gemeinsam mit Highland Europe rund 13 Millionen Euro. Geldgeber sind außerdem Highland Europe, Atlantic Labs und Vela Partner – insgesamt sammelte Meditopia 16 Millionen Euro ein. Das Team ist von drei auf insgesamt 40 Mitarbeiter gewachsen. Mit dem frischen Kapital wolle man laut Celebi jetzt Zielgruppen in nicht-westlichen Ländern gewinnen.

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