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Digitale Medizin App auf Rezept: Wie das neue Verfahren funktioniert

Ärzte können jetzt Gesundheits-Apps per Rezept verschreiben, die von der Krankenkasse erstattet werden. Für Patienten ist der Weg dorthin aber nicht ganz einfach.
06.10.2020 - 10:11 Uhr Kommentieren
„Apps auf Rezept“ stoßen bei Ärzten noch auf Widerstand. Quelle: Hero Images/Getty Images
Arztbesuch

„Apps auf Rezept“ stoßen bei Ärzten noch auf Widerstand.

(Foto: Hero Images/Getty Images)

Düsseldorf Mit Kalmeda und Velibra werden in Deutschland künftig zwei Gesundheits-Apps durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erstattet. Weitere Anwendungen werden folgen. So sieht der Weg der App vom Arzt zum Patienten, auf den sich die verantwortlichen Verbände der Hersteller und Krankenkassen geeinigt haben, aus:

Verordnung

Wie ein Arzneimittel werden die zugelassenen Gesundheits-Apps eine Pharmazentralnummer erhalten, die Ärzte in ihren Computern sehen. Informationen zur App werden im Internet durch das für die Prüfung zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereitgestellt.

Der Arzt verschreibt die App per Papierrezept. Der Patient übermittelt dieses an seine Krankenkasse, etwa digital oder per Post. Seine Kasse stellt ihm dann einen 16-stelligen Freischaltcode zur Verfügung. Die Kasse muss diesen als Zeichencode darstellen und kann das optional um einen scanbaren QR-Code ergänzen. Die Gültigkeit des Codes beträgt drei Monate.

Die Code-Generierung bei den Kassen werde zu Beginn noch ein bis zwei Tage dauern. „Ziel ist es, die technischen Schritte bis 2021 so gut abgestimmt zu haben, dass der Gesamtprozess in Echtzeit läuft“, sagt Benjamin Westerhoff, Produktstrategie-Chef bei der Barmer. Neben der Code-Erstellung müssen die Kassen noch prüfen, ob der Versicherte überhaupt einen Anspruch auf die Leistung hat.

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Standort erkennen

    Bei browserbasierten Anwendungen kann der Patient seinen Code direkt einlösen. Bei nativen Apps muss er diese erst über die üblichen App-Stores herunterladen. Dabei hatte es im Vorfeld Bedenken gegeben, denn Apple und Google lassen eigentlich keine Apps mit alternativen Zahlungs- beziehungsweise Freischaltwegen zu.

    Laut Henrik Matthies habe man sich aber mit den App-Store-Betreibern um Google, Apple und Huawei einigen können: „Das Vorgehen ist in Übereinstimmung mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der relevanten Store-Betreiber“, sagt der Geschäftsführer des Health Innovation Hub (HIH), der zum Bundesgesundheitsministerium gehörenden Digital-Denkfabrik.

    Ob ein Patient Anspruch auf die Verschreibung hat, entscheidet wie bei Medikamenten der Arzt. Doch es gibt einen Alternativweg: Liegt bereits eine Diagnose vor und der Patient erfährt von einer App für diese Krankheit, kann er sich direkt an seine Krankenkasse wenden und von ihr den Freischalt-Code bekommen, wenn diese einverstanden ist.

    E-Rezept

    Langfristig soll das Verfahren auf das bundesweit einheitliche elektronische Rezept (E-Rezept) umgestellt werden, das Mitte 2021 starten und ab 2022 die Papierversion vollständig ersetzen soll. Bei der Erstellung des E-Rezepts würde der App-Code direkt nach Freigabe durch den Patienten generiert und die weiteren Prozesse automatisch auslösen.

    Aktueller Plan sei, die App-Verschreibung vor der zweiten E-Rezept-Stufe umzustellen, sagt Pia Meier, Vorstandsmitglied beim Bundesverband Internetmedizin (BIM). Wann diese Stufe eingeführt werden soll, steht noch nicht endgültig fest.

    Mehr: Deutschlands größter Pharmahändler Phoenix entwickelt mit anderen Unternehmen ein zentrales Gesundheitsportal.

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