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Digitalisierung Am Apothekenmarkt steht die Zeit der Entscheidungen an

Seit Jahren läuft der Clinch zwischen den deutschen Apotheken und Versendern aus dem Ausland. Die nächsten Monate werden richtungsweisend sein.
20.10.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Was Amazon in fast allen anderen Lebensbereichen vorgemacht hat, erwartet der Kunde auch bei der Arzneimittel-Versorgung. Quelle: dpa
Apotheke

Was Amazon in fast allen anderen Lebensbereichen vorgemacht hat, erwartet der Kunde auch bei der Arzneimittel-Versorgung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Einig und doch so uneinig sind sich derzeit die Spieler am Apothekenmarkt. Einig darin, dass die Digitalisierung den gesamten Markt umkrempeln wird. Uneinig, wer davon profitiert – und für welchen Apothekenzweig die Digitalisierung womöglich das Aus bedeuten könnte.

Seit fast zwei Jahrzehnten hat sich der Markt in zwei Lager aufgeteilt. Damals kam mit Doc Morris aus den Niederlanden der erste Medikamenten-Versandhändler nach Deutschland, weitere folgten. Um jeden Prozentpunkt Marktanteil ringen sie seither mit den etwas mehr als 19.000 deutschen Vor-Ort-Apotheken.

Dabei geht es nicht bloß um geschäftliche, sondern auch um grundsätzliche Fragen. Wo Marktanteile schwinden, geht das Apothekensterben weiter. Die Sorge: Die flächendeckende Versorgung mit Medikamenten sei in Gefahr und die deutschen Patienten würden abhängig von ausländischen Börsenkonzernen wie der Doc-Morris-Mutter, die Zur-Rose-Gruppe aus der Schweiz. Wie real diese Gefahr ist, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.

Digitales Rezept

Schon jetzt laufen allerhand Modellprojekte, spätestens 2022 soll das Papierrezept für verschreibungspflichtige Arzneimittel endgültig verschwinden, so sieht es der Gesetzgeber vor. Was dem Patienten das Leben erleichtern soll, besorgt die Vertreter der klassischen Apotheken. Mussten Kunden bislang ihre Rezepte noch aufwendig per Post an Doc Morris und Co. senden, wird dieser Weg für sie mit dem digitalen Rezept erheblich leichter.

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    Deshalb will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dieser Tage den Versandapotheken mit einem Gesetz verbieten, mit Rabatten Kunden zu locken, die sie als Ausgleich für den Aufwand durch den Briefweg bislang gewähren dürfen. Für sie würde dann auch die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel wie für die deutschen Apotheken gelten.

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    Plattformen

    Was Amazon in fast allen anderen Lebensbereichen vorgemacht hat, erwartet der Kunde auch von seiner Apotheke. Deshalb haben sich so gut wie alle Player aufgetan, sich in Plattformen zu organisieren. Doc Morris sucht dabei den Schulterschluss und will auf seiner Online-Plattform das eigene Versandgeschäft mit dem der Vor-Ort-Apotheken zusammenbringen, sodass Kunden die volle Auswahl haben.

    Grafik

    Die Vertreter der klassischen Apotheken setzen ebenfalls auf ein Plattform-Konzept. Beteiligt sind der apothekeneigene Warenwirtschafts- und Abrechnungsdienstleister Noventi, die größten Pharmahändler Phoenix, Gehe und Sanacorp, der Warenlagerspezialist Rowa sowie der Wort-und-Bild-Verlag.

    Die Plattformen sollen noch in diesem Jahr starten und dem Patienten das digitale Rundum-Erlebnis ermöglichen. Beide Projekte sehen deshalb die Integration von Telemedizin vor: Patienten können per Videosprechstunde von Ärzten untersucht werden, ein digitales Rezept bekommen und dieses gleich auf der Plattform einlösen.

    Die Traditionalisten setzen dafür auf Kooperationen mit Start-ups. Die Muttergesellschaft von Doc Morris hingegen hat das Münchener Unternehmen Teleclinic gleich gekauft. Das bringt eine weitere Sorge mit sich: Verschreiben die Ärzte weiter unabhängig Medikamente, oder werden sie beeinflusst?

    Mehr: „Das Todesszenario für Apotheken ist keine Übertreibung“ – die Chefs von DocMorris und Noventi im Streitgespräch

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