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Digitalisierung So ändern sich die Ansprüche von Mitarbeitern im Homeoffice

In der Coronakrise ist die Akzeptanz von Onlineangeboten im Gesundheitsmanagement stark gestiegen. Die Unternehmen regen jetzt auch zu informellen Treffen an.
09.01.2021 - 09:45 Uhr Kommentieren
Erste Onlineteams verabreden sich auch zum Essen. Quelle: dpa
Homeoffice

Erste Onlineteams verabreden sich auch zum Essen.

(Foto: dpa)

Köln Eine spontane Besprechung an der Bürotür? Lieber nicht. Selbst wenn Kollegen vor Ort arbeiten, treffen sie sich an der Universität des Saarlandes nur noch im Videochat. „Wir haben fast alles in den digitalen Raum verlegt, um die Kontaktrate nach unten zu drücken“, sagt Birgit Michel-Dittgen, Projektleiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) der Hochschule. „Präsenz oder Homeoffice, das macht keinen großen Unterschied im normalen Arbeitsablauf mehr.“

Doch was sind die Ansprüche und Bedürfnisse der ins heimische Büro gewechselten Mitarbeiter in puncto Gesundheit – und wie können sie bedient werden? Auf diese Fragen mussten Michel-Dittgen und ihre Kollegen rasch Antworten finden.

Die Hochschul-Gesundheitsmanager einigten sich auf wichtige Themen und folgten der Belegschaft in den virtuellen Raum. Neue Webinare unterstützen Mitarbeiter bei Fragen zu psychischer Widerstandsfähigkeit, Führung oder Kinderbetreuung. Der Arbeitsschutz hilft auf Wunsch per Webcam, das Homeoffice ergonomisch zu verbessern.

Und ein jährlicher Gesundheitstag wurde in Workshops und Vorträge an mehreren Tagen unterteilt. Dort gab es Informationen zu Lebensmittel-Labels oder versteckten Inhaltsstoffen. „Das sind alles offene Angebote, die freiwillig genutzt werden können“, sagt Michel-Dittgen. Sie habe davon profitiert, dass es schon vor der Krise eine Planung für digitale Präsenz gab. „Corona hat die Akzeptanz aber beschleunigt.“

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    Der lange prognostizierte Durchbruch der Digitalisierung im Gesundheitsmanagement – erst in der Pandemie ist er gelungen. Onlineangebote hätten sich zuvor oft auf Informationen zu Maßnahmen etwa im Intranet beschränkt sagt Oliver Walle, Vorstand des Bundesverbands Betriebliches Gesundheitsmanagement (BBGM). „Interaktivität stand im Hintergrund.“

    Mitarbeiter im Fokus

    Das habe sich rasant gewandelt – nun kommt digitale Technik vielfältig zum Einsatz. Walle erwartet unabhängig von Corona ein starkes Wachstum: „Es sind enorm viele Forschungsprojekte
    für digitale Lösungen gestartet worden. Wir werden sie künftig verstärkt im BGM-Alltag sehen.“

    Hohe Flexibilität bescheinigt Walle den Dienstleistern der Branche. In einer Verbandsumfrage im Juni gaben 77 Prozent an, dass sie neue digitale Offerten entwickelt haben. Gut positioniert sieht Walle BGM-Portale. Sie bündeln Informationen und Angebote für Mitarbeiter, die sich auch über eine App einloggen – und etwa einen Fitnesskurs buchen.

    Die Personalabteilung hat auf Knopfdruck Einblick, welcher Mitarbeiter wo mitmacht – und erfährt, wie dies steuerlich zu bewerten ist oder ob Krankenkassen unterstützen. Chats eröffnen einen direkten Kanal zur Belegschaft. „Solche Lösungen sind während Corona aufgeblüht.“

    Zukünftig müssten die Portale deutlicher das Managementsystem abbilden und nicht nur den Zugang zu Maßnahmen. Gutes tun in 90 Minuten Tipps für den gesunden Arbeitsplatz, Unterstützung bei körperlicher und mentaler Fitness sowie der richtigen Ernährung – all das hat die Deutsche Kreditbank (DKB) in der Coronakrise forciert.

    „Wir haben viel recherchiert, um unsere Angebote in den digitalen Raum zu heben“, sagt Samantha Schmid, die das BGM verantwortet – beim Corporate Health Award erhielt die DKB den Sonderpreis „Digital“. An den 26 Standorten haben sich von den 4440 Mitarbeitern 30 zu Gesundheitscoaches weitergebildet.

    Michel-Dittgen sieht im Feedback einen Schlüssel für den Digitalisierungs-Erfolg

    Sie beraten Kollegen vor Ort und haben zuletzt etwa beim neuen Format „Gesundheit to go“ unterstützt. In 90-Minuten-Onlineeinheiten können Beschäftigte dort etwa Rückenschulen absolvieren. „Ganz wichtig war es uns zudem, auch soziale Kontakte zu stärken“, sagt Schmid. Über das Intranet organisierte die DKB virtuelle Mittagessen. Jeder kochte daheim, dann traf man sich mit der Mahlzeit am Bildschirm.

    „Digitales Arbeiten ist sehr fachlich getrieben, wir wollten, dass das Informelle nicht zu kurz kommt“, sagt Schmid. „Wir haben extrem viel Zuspruch für diese Angebote erhalten.“ Auch auf ein digitales Feierabendgetränk können Teams sich treffen. In Zeiten starker Veränderungen sei es wichtig, Rückmeldungen der Teilnehmer einzuholen.

    Auch Birgit Michel-Dittgen von der Universität des Saarlandes sieht im Feedback einen Schlüssel für den Erfolg bei der Digitalisierung. „Wir haben die Evaluation noch einmal deutlich forciert“, sagt sie. Bei mehrfach angebotenen Workshops etwa seien nach jeder Auflage die Teilnehmer befragt worden, um weiter zu optimieren. Zudem sei es gelungen, jüngere Mitarbeiter zu erreichen, die weniger BGM-affin seien, sagt Michel-Dittgen.

    Digitale Formate sollen auch nach Corona weiter eine wichtige Rolle spielen – in Kombination mit klassischen Vor-Ort-Angeboten. „Wir werden stärker hybrid arbeiten – und können so generell mehr Zielgruppen ansprechen.“

    Bei der Kombination von analoger und digitaler Welt sieht Jan-Frederik Kolthoff, Geschäftsführer des Hamburger BGM-Dienstleisters Move Up viel Potenzial. Die jüngsten Erfahrungen könnten in der Post-Corona-Zeit hilfreich sein. „Die Maßnahmen werden dann noch stärker maßgeschneidert“, sagt er.

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    Zum Auftakt gehe es in Präsenzveranstaltungen darum, eine wichtige emotionale Bindung zwischen Trainer und Mitarbeitern aufzubauen. Weitere Termine könnten über digitale Medien laufen: „Die Kosten sinken – und die Mitarbeiter haben mehr Flexibilität, weil es keine Zeitbindung gibt.“

    In der Corona-Zeit sei es Unternehmen gelungen, deutlich mehr Mitarbeiter zu ihren Workshops oder Kursen anzulocken als bei analogen Varianten zuvor. „Die Teilnehmerzahlen
    waren drei bis vier Mal so hoch“, sagt Kolthoff. Freilich hätten die BGM-Offerten in Zeiten von teilweisen oder völligen Lockdowns auch vom Mangel an anderen Aktivitäten profitiert. „Es wird auch wieder zurückgehen zu den klassischen Angeboten vor Ort“, sagt Kolthoff. „Der Erfolgsfaktor aber wird sein, beide Kanäle zu verbinden.“

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