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Ehec-Bakterium Langsam ergeben die Puzzleteile ein Bild

Die Behörden finden immer mehr heraus über die Übertragungswege des aggressiven Darmkeims. In Frankfurt wurde zum ersten Mal das aggressive EHEC-Bakterium in einem Gewässer gefunden, in Kassel die erste Übertragung von Mensch auf Lebensmittel nachgewiesen.
20.06.2011 - 09:19 Uhr Kommentieren
Das Klärwerk in Ober Erlenbach bei Frankfurt am Main gilt als mögliche Quelle der gefährlichen EHEC-Variante. Quelle: dpa

Das Klärwerk in Ober Erlenbach bei Frankfurt am Main gilt als mögliche Quelle der gefährlichen EHEC-Variante.

(Foto: dpa)

Frankfurt Vorübergehend sah es nach Entspannung aus: Sprossen waren die Ursache für die vielen EHEC-Fälle, die Zahl der Neuinfektionen ging zurück, die Warnung vor Blattsalat, Gurken undTomaten wurde aufgehoben. Die Verbraucher atmeten auf - inzwischen essen 85 Prozent der Deutschen wieder Rohkost, wie eine Umfrage der „Bild am Sonntag“ am Wochenende ergab. Vor drei Wochen hatte 58 Prozent der Bundesbürger angegeben, auf rohe Gurken, ungekochte Tomaten und Salat zu verzichten.

Daher schlug am Freitagabend die Nachricht wie eine Bombe ein, dass in einem kleinen Bach im Norden Frankfurts EHEC-Keime des neuen, besonders aggressiven Stamms O104:H4 gefunden wurden. Das hessische Umweltministerium verbot zwei an den Erlenbach grenzenden Höfen, ihre Produkte - Kartoffeln und Zuckerrüben - mit Wasser aus dem Erlenbach zu bewässern oder zu waschen. Auch die Besitzer von Kleingärten entlang des Bachlaufs wurden aufgefordert, „auf den Verzehr von Produkten zu verzichten, die sie mit dem Wasser aus dem Erlenbach gewässert haben“.

Als mögliche Ursache kam schnell eine Kläranlage ins Spiel. Mit dem Abwasser kommen dort auch Fäkalien aus Toiletten an, die EHEC-Erkrankte benutzen. Und über die Kläranlage gelangen die Bakterien dann möglicherweise in den Bach. „Generell vermindern Kläranlangen die im Abwasser enthaltenen Keime, damit ist das Abwasser aber nicht hygienisch unbelastet“, erläuterte das hessische Gesundheitsministerium und betonte: „Eine Verbindung des Baches zur öffentlichen Trinkwasserversorgung besteht nicht.“

EHEC-Experten sind nicht überrascht von dieser Entdeckung: „Viele Menschen scheiden derzeit den Erreger aus“, kommentierte Prof. Helge Karch vom Universitätsklinikum Münster (UKM). Über die Fäkalien von EHEC-Patienten könne das Bakterium in die Umwelt gelangen und sich dort einnisten. Der Erreger bilde eine Schleimschicht, in der er in freier Natur auch längere Zeiträume gut überstehe, sagte Karch.

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