Ernährung Zu viel Eistee gefährdet die Nieren

Ein Amerikaner trank jeden Tag fast vier Liter Eistee und klagte irgendwann über Nierenprobleme. Nun haben Mediziner herausgefunden: Zwischen dem Getränk und der Erkrankung besteht eine Verbindung.
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Nicht jeder Durstlöscher lässt sich so unbeschwert genießen wie Mineralwasser. Quelle: dpa

Nicht jeder Durstlöscher lässt sich so unbeschwert genießen wie Mineralwasser.

(Foto: dpa)

New YorkMan soll ja viel trinken, das gilt in den USA ebenso wie in Deutschland. Richtig ist aber auch, dass man sehr genau darauf achten sollte, womit man seinen Durst stillt. Ein Amerikaner hat es Ärzten zufolge nun mit dem falschen Getränk übertrieben: Er nahm regelmäßig knapp vier Liter Eistee täglich zu sich. Nun ist der 56-jährige Mann aus dem Staat Arkansas schwer an den Nieren erkrankt.

Die Mediziner schlossen mehrere mögliche Gründe für die Nierenprobleme des Mannes aus, bis sie zu dem Schluss kamen, dass rund 16 tägliche Gläser mit jeweils 250 Milliliter Eistee die Nieren des 56-Jährigen zerstört hätten. Schwarzer Tee beinhaltet ein chemisches Mittel namens Oxalat, das Nierensteine oder in exzessiver Menge gar Nierenversagen auslösen kann.

„Das war die einzige annehmbare Erklärung“, sagt die Ärztin Umbar Ghaffar vom medizinischen Institut der Universität von Arkansas in der Stadt Little Rock. Den Fall beschreibt sie mit zwei Kollegen in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „New England Journal of Medicine“. Mit dem Zuckergehalt des Eistees und einer möglichen Diabetes-Erkrankung haben die Nierenprobleme demnach nichts zu tun.

Das sind die wahren Kalorienbomben
Ketchup-Flaschen
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Ketchup

Sommerzeit heißt auch Grillsaison. Zu Steak, Pute und Grillwürstchen gibt es oft eine ordentliche Portion Ketchup. Zwar enthält die Soße so gut wie kein Fett, dafür aber ganze elf Stück Würfelzucker pro 100 Gramm – ein Figur-Killer.

Nürnberger Bratwürste
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Wurst

Der komplette Verzicht ist bestimmt nicht notwendig, aber wer etwas auf seine Ernährung achtet, sollte überlegen, zu welchem Fleisch er greift. Besonders Wurstprodukte können die Kalorienzahl eines Tages deutlich in die Höhe treiben. Als Beispiel: Eine Snackwurst, „Rucksackwurst“ oder auch Landjäger genannt, kommt bei 100 Gramm schon auf rund 457 Kalorien.

Gummi Bear Factory Boizenburg expandiert
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Gummibärchen

Lange Zeit hielt sich das Gerücht, Gummibärchen seien gar nicht so tückisch für die Figur. Dabei steckt eine Menge Zucker in den Bärchen. Und auch Zucker wird im Körper in Fett umgebaut und so in den unschönen Speckrollen gespeichert, wenn wir mehr Kalorien zu uns nehmen, als wir verbrauchen können.

Most von eigenen Äpfeln
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Fruchtsaft

Viel trinken ist gesund – aber nicht jedes Getränk hält schlank. Fruchtsäfte zum Beispiel: Ein Glas Apfelsaft enthält genau so viele Kalorien wie ein Glas Cola. Daher sollte man den Saft lieber mit Wasser mischen.

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Milch

Auch Vollmilch gilt durch den hohen Fettgehalt als flüssiger Dickmacher. Bei 3,5 Prozent Fettgehalt liegen 100 Milliliter bei 64 Kilokalorien. Gleichzeitig enthält das Getränk viel Kalzium und Eiweiß, das ist wichtig für Knochen und Muskelaufbau. Um darauf nicht verzichten zu müssen, können Diäthaltende die entrahmte Version oder Buttermilch trinken. Die entrahmte Milch hat nur noch 36 Kilokalorien auf 100 Milliliter. Dabei muss man aber bedenken: So nimmt man auch kaum noch fettlösliche Vitamine A, D und E auf.

Matjes-Delikatessen aus Emden
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Fisch

Fisch ist eigentlich auf jedem Diätplan enthalten. Die Meeresbewohner gelten als besonders fettarm und jodhaltig. Es gibt aber auch besonders fetthaltige Fische. Wer auf die Linie achten muss, sollte sich bei Thunfisch, Lachs, Matjes oder frittierten Calamares zurückhalten. Diese Speisen bestehen zu 13 bis 20 Prozent aus Fett. Deutlich kalorienärmer ist zum Beispiel eine Portion gegrillte Scampis.

THOMY SALAT CREME
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Salatdressing

Wer abnehmen will, greift in der Regel zu Salat und frischem Gemüse. Dabei wird aber immer wieder vergessen, dass die Dickmacher nicht im Salat, sondern im Dressing lauern. Statt einer Fertigmischung, die oft viel Zucker enthält, sollten Genießer ihr Dressing lieber selbst machen und dabei pro Person nicht mehr als einen Esslöffel Öl verwenden.

Der Mann war im vergangenen Mai mit Übelkeit, Schwächegefühl, Müdigkeit und körperlichen Schmerzen ins Krankenhaus gekommen. Ärzte fanden heraus, dass seine Nieren durch die Oxalate schwer verstopft und entzündet waren. Der Mann hängt nun laut Ghaffar an der Dialyse – vielleicht für den Rest seines Lebens.

Oxalate finden sich in schwarzem Tee, aber auch in Spinat, Rhabarber, Nüssen, Weizenkleien und Schokolade. In seltenen Fällen führen sie zu Nierenschwierigkeiten, allerdings meist nur, wenn zugleich ein Darmproblem auftritt. Dies scheint bei dem Mann aus Arkansas nicht der Fall zu sein. In seiner Familie gab es bislang keine bekannten Nierenproblemfälle.

Bei 16 Tassen schwarzem Eistee am Tag nahm er drei- bis zehnmal so viele Oxalate zu sich wie der Durchschnittsamerikaner, wie Ghaffar und ihre Kollegen berichten. US-Studien zufolge trinkt ein Erwachsener in den USA durchschnittlich zehn bis elf Gläser am Tag. Eingerechnet sind dabei Wasser, Kaffee und alle weiteren Getränke.

Der Arkansas-Fall scheint sehr ungewöhnlich zu sein, sagt der Nierenspezialist Randy Luciano von der Medizinschule der Yale University. Er hat mehrmals von Oxalaten ausgelöste Nierenschäden untersucht. „Ich würde den Leuten nicht sagen, dass sie aufhören sollen, Tee zu trinken“, so Luciano. Der 56-Jährige in Arkansas habe es einfach sehr übertrieben.

  • ap
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