Fieber im All Astronauten laufen heiß

Reisen ins All sind aufregende Erfahrungen, gesund sind sie aber auf keinen Fall. Einer bislang unbekannten Gesundheitsgefahr sind Berliner Forscher jetzt auf die Spur gekommen: Astronauten laufen im Weltraum heiß.
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Astronauten müssen im All mit vielen Gesundheitsgefahren rechnen.
Fiebernd im All

Astronauten müssen im All mit vielen Gesundheitsgefahren rechnen.

BerlinAstronauten leben gefährlich: Sie rasen auf einer mit Tonnen hochexplosivem Treibstoff gefüllten Rakete ins All, verbringen Tage, Wochen oder gar Monate in einer absolut lebensfeindlichen Umgebung und müssen dann hoffen, dass ihr Raumschiff den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre meistert und der Fallschirm zur Landung sich rechtzeitig öffnet.

Doch nicht nur versagende Technik kann den Raumfahrern gefährlich werden. Längere Aufenthalte im All stellen auch eine enorme Belastung für den menschlichen Körper dar. Unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit kommt es zu Knochenschwund und Muskelabbau, das Immunsystem arbeitet nur noch eingeschränkt und die Sehkraft schwindet.

Als der Adler landete
Start von Apollo 11
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Am 16. Juli 1969 hob eine Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center der Nasa in Florida ab. An Bord drei Männer, von denen zwei als erste Menschen einen fremden Himmelskörper betreten sollten. Apollo 11 war auf den Weg gebracht.

US-Präsident John F. Kennedy
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US-Präsident John F. Kennedy

Acht Jahre zuvor hatte Präsident John F. Kennedy Amerika den Weg zum Mond gewiesen: In einer Rede vor dem Repräsentantenhaus formulierte er das Ziel "... bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond und wieder sicher zur Erde zu bringen."

Foto: ap

Raketenbauer Wernher von Braun (M.) mit Präsident Kennedy
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Raketenbauer Wernher von Braun (M.) mit Präsident Kennedy

Der wegen seiner NS-Vergangenheit umstrittene Braun konstruierte die Mondrakete Saturn V, bis heute die größte jemals gebaute Rakete.

Foto: ap

Crew von Apollo 11
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Crew von Apollo 11

Die Crew von Apollo 11: Neil Armstrong (l.) und Edwin "Buzz" Aldrin (r.) waren als Mondlandeteam eingeteilt. Michael Collins blieb die undankbare Aufgabe, mit der Kommandokapsel Warteschleifen um den Erdtrabanten zu fliegen.

Foto: ap

Vor dem Start
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Vor dem Start

Die Crew von Apollo 11 auf dem Weg zur Startrampe.

Foto: Nasa

Mondfähre im Anflug
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Mondfähre im Anflug

Die Mondfähre "Eagle" im Landanflug auf den Mond - gesehen mit den Augen eines Nasa-Zeichners. Am 20. Juli 1969 setzte der "Adler" auf der Mondoberfläche auf.

Illustration: Nasa

Aldrin neben der Mondlandefähre
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Buzz Aldrin neben dem Standbein der Landefähre. Das Foto ist ein gutes Beispiel für ein Problem, das erst nach Abschluss der Mission wirklich deutlich wurde: Während es ...

Wer das schützende Erdmagnetfeld verlässt, setzt seinen Körper zudem verstärkt der gefährlichen kosmischen Strahlung aus. Mediziner vermuten, dass die auffällige Häufung von tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei den Astronauten der Apollo-Mondmissionen mit dieser Strahlung in Zusammenhang steht.

Die Beispiele zeigen: Reisen ins All sind sicher aufregende Erfahrungen, gesund sind sie aber nicht. Jetzt sind Forscher der Berliner Charité einer weiteren Gesundheitsgefahr auf die Spur gekommen: Die Mediziner um Hanns-Christian Gunga vom Institut für Physiologie entdeckten, dass der Körper von Weltraumfahrern in der Schwerelosigkeit regelrecht heiß läuft. Selbst im Ruhezustand liegt die Körpertemperatur bei rund einem Grad über dem Normalwert von 37 Grad. Betätigten sich die Raumfahrer sportlich, stieg ihre Temperatur sogar häufig auf mehr als 40 Grad, berichten die Forscher im Fachmagazin Scientific Reports.

Gunga und seine Kollegen entwickelten spezielle Stirnsensoren, mit denen sie die Kerntemperatur im Gehirn und in den inneren Organen von Astronauten bei längeren Aufenthalten auf der Raumstation ISS maßen. „Wir haben eine neue Technologie entwickelt, die einen Hautoberflächentemperatursensor mit einem Wärmestromsensor kombiniert, um selbst geringfügige Veränderungen der arteriellen Bluttemperatur zu messen“, so Gunga.

Wie sich zeigte, stieg die Körpertemperatur der Astronauten über zweieinhalb Monate hinweg allmählich an, bis sie sich bei etwa 38 Grad einpendelte. Dass es sich um einen derart schleichenden Prozess handelt, dürfte nach Einschätzung der Forscher der Grund dafür sein, dass dieses Weltraumfieber bislang noch nicht entdeckt wurde.

Dem Körper fällt es schwer, die Hitze loszuwerden
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