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Flagship Pioneering Moderna-Investor sammelt über 3,4 Milliarden Dollar für neuen Biotech-Fonds ein

Die Risikokapitalgesellschaft Flagship Pioneering investiert in Biotech, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Der Moderna-Investor ist aber auch selbst in der Forschung tätig.
14.06.2021 - 17:32 Uhr Kommentieren
Investoren brauchen in der Biotechnologie einen extrem langen Atem. Quelle: dpa
Impfstoffrecherche

Investoren brauchen in der Biotechnologie einen extrem langen Atem.

(Foto: dpa)

New York Der Erfolg bei den Impfstoffen gegen Covid-19 lockt Investoren an. Die Wagniskapitalgesellschaft Flagship Pioneering, die auch hinter dem mRNA-Vakzin-Hersteller Moderna steht, hat 2020 1,2 Milliarden Dollar und in diesem Jahr 2,2 Milliarden Dollar für seinen neuen Biotechfonds eingesammelt. Insgesamt 3,4 Milliarden Dollar liegen nun im Fonds mit dem Namen „VII“ bereit. Das ist eine der größten Summen für die Biotechbranche.

Das Geld soll in den kommenden drei Jahren investiert werden. Flagship Pioneering ist ein weiteres Beispiel dafür, dass das Interesse an Biotechunternehmen mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie weltweit stark gestiegen ist.

Dabei brauchen Investoren in der Biotechnologie einen äußerst langen Atem. Nicht nur die Wissenschaftler und Labore sind extrem teuer. Es dauert auch viele Jahre, bis die Mittel der Hersteller zugelassen werden und damit erste Umsätze generiert werden können. Moderna etwa ist erst vor fast zehn Jahren gegründet worden. Bis zum Erfolg mit dem mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 hatte das Biotechunternehmen kein einziges Produkt auf dem Markt.

Flagship Pioneering hat einen besonderen Ansatz bei Investitionen: Der Wagniskaptalgeber sucht nicht nur nach bereits existierenden Start-ups. Er treibt die Forschung in erster Linie selbst an.

Moderna ist das beste Beispiel dafür. Das Unternehmen will die mRNA-Technologie auch für Krebstherapien einsetzen. In der Corona-Pandemie hat Moderna im ersten Quartal bereits Impfstoffdosen im Wert von 1,7 Milliarden Dollar umgesetzt. Der Aktienkurs ist seit dem Börsengang im Dezember 2018 um mehr als 1000 Prozent gestiegen (Stand: 14. Juni).

Flagship Pioneering sitzt im Biotop der Biotechunternehmen

„Wir nutzen Chemie, Biologie, Machine Learning/AI, um integrierte Plattformen zu gestalten, jede mit dem Potenzial für vielzählige, transformative Produkte“, erklärt Noubar Afeyan, Gründer und CEO von Flagship Pioneering, den Ansatz. „Es gibt kein besseres Beispiel für die Macht der Bio-Plattform-Unternehmen als das von Flagship gegründete Moderna, das in der Lage war, seinen Fokus 2020 schnell zu verändern und sein Covid-19-Vakzin in Rekordzeit zu entwickeln, zu testen und herauszubringen“, sagt Afeyan.

Auch Moderna hat seinen Firmensitz in Cambridge. Quelle: AFP
Moderna

Auch Moderna hat seinen Firmensitz in Cambridge.

(Foto: AFP)

Auch Unternehmen wie Rubius Therapeutics, Denali Therapeutics und Seres Therapeutics hätten gezeigt, welchen Einfluss solche Bio-Plattformen im Gesundheitssektor haben können. Flagship verwaltet derzeit insgesamt 14,1 Milliarden Dollar.

Erst vergangene Woche hat das ebenfalls vom Wagniskapitalgeber finanzierte Unternehmen Valo Health angekündigt, dass es mit einem Special Purpose Acquisition Vehicle (Spac) an die Börse gehen wird. Bei einem Spac wird über eine Mantelgesellschaft zunächst Kapital über den Börsengang eingesammelt. Anschließend wird mit dem Geld ein Unternehmen übernommen, damit es an die Börse kommt.

Viele der Biotechunternehmen sitzen mitten im Herzen der amerikanischen Biotechforschung in Cambridge und Boston im US-Bundesstaat Massachusetts. Auch Flagship Pioneering hat seinen Sitz in Cambridge.

In den beiden Städten sitzen nicht nur mehrere Topuniversitäten wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die Harvard University, die Boston University und die Tufts University, sondern auch sieben der zehn größten US-Forschungskrankenhäuser. Rundherum hat sich ein Biotop von Start-ups und Kapitalgebern entwickelt, die zuletzt zwischen drei und fünf Milliarden Dollar pro Jahr in die jungen Unternehmen gesteckt haben.

Laut der Branchenorganisation von Massachusetts, Massbio, arbeiten rund 80.000 Menschen bei mehr als 1000 Biotechunternehmen – allein im Bundesstaat Massachusetts. Und hier sitzen nicht nur Start-ups, sondern auch viele namhafte Firmen wie Biogen und Vertex Pharmaceuticals.

Auch die großen Pharmakonzerne haben wichtige Forschungszentren in Boston oder Cambridge, auch wenn ihr Hauptsitz meist in New Jersey oder New York liegt: zum Beispiel Pfizer, das gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen Biontech einen mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt gebracht hat.

Mehr: Corona-Impfstoff von Novavax zeigt hohe Wirksamkeit – Aktie legt kräftig zu

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