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Frühkindliche Entwicklung Schon Baby-Blicke sind zielgerichtet

Schon im Alter von wenigen Monaten können Säuglinge durch Blickbewegungen zielgerichtete Handlungen ausführen – und das sogar schneller und präziser als Erwachsene.
24.02.2012 - 12:41 Uhr Kommentieren
Säuglinge können früher gezielt handeln als bislang angenommen wurde. Quelle: dpa

Säuglinge können früher gezielt handeln als bislang angenommen wurde.

(Foto: dpa)

Frankfurt/M. Säuglinge können schon viel früher als bisher gedacht gezielt handeln: Schon im Alter von sechs Monaten ist ihr Gehirn weit genug entwickelt, damit sie durch Blickbewegungen zielgerichtete Handlungen durchführen können. Dies ergab eine Untersuchung Frankfurter Wissenschaftler um den Kognitionsforscher Jochen Triesch und die Entwicklungspsychologin Monika Knopf von der Goethe-Universität.

Die Forscher verfolgten mit „Eye-Trackern“ die Augenbewegungen von Säuglingen, mit denen diese einen Computer steuern konnten. Nach dem gezielten Betrachten eines roten Punktes auf dem Bildschirm wurde den Babys 0,6 Sekunden später ein Ton und ein wechselndes Tierbild präsentiert.

Sechs bis acht Monate alte Säuglinge lernten sehr schnell, mit ihrem Blick auf den Punkt das Tierbild abzurufen. Selbst auf einem Bildschirm mit zwei identisch aussehenden roten Knöpfen fanden sie schnell heraus, bei welchem das Tierbild erscheint und schauten gezielt dorthin. Den Zusammenhang erfassten sie sogar schneller und präziser als eine Kontrollgruppe von erwachsenen Versuchspersonen, die den gleichen Test machten.

Die in der Online-Fachzeitschrift „PLoS One“ veröffentlichte Arbeit gibt neue Einblicke in die frühkindliche Entwicklung des Gehirns. Bisher wurden gezielte Handlungen von Säuglingen durch andere Bewegungen registriert, etwa durch Zeigen oder durch Drücken eines Schalters.

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    Die Feinmotorik der Arme und Beine entwickelt sich aber erst im Alter von acht bis zehn Monaten soweit, dass die Kinder solche Bewegungen ausführen können. Daher waren Untersuchungen in früherem Lebensalter nicht möglich.

    Dies gelang dem Frankfurter Team jetzt mit Hilfe der „Eye-Tracker“ - Geräten zur Messung von Blickbewegungen. Denn Babys können ihre Augenbewegungen schon mit etwa vier Monaten präzise kontrollieren. Triesch und Kollegen wollen nun untersuchen, ob sich die Methode auch für noch jüngere Säuglinge eignet.

    • dapd
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