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Gefälschte Stammzellstudie Japans Skandalforscherin wirft hin

Ihre Arbeit schien einen Durchbruch in der Stammzellforschung zu markieren. Doch bald sah sich Haruko Obokata dem Vorwurf ausgesetzt, Forschungsergebnisse gefälscht zu haben. Jetzt zieht sie Konsequenzen.
19.12.2014 - 14:11 Uhr Kommentieren
Haruko Obokata bei der Vorstellung ihrer Forschungsergebnisse im Januar 2014. Wenige Monate später musste sie ihre Studie nach Fälschungsvorwürfen zurückziehen. Quelle: ap

Haruko Obokata bei der Vorstellung ihrer Forschungsergebnisse im Januar 2014. Wenige Monate später musste sie ihre Studie nach Fälschungsvorwürfen zurückziehen.

(Foto: ap)

Tokio Der Skandal um eine japanische Stammzellforscherin in Japan zieht weitere Kreise: Die Wissenschaftlerin Haruko Obokata teilte am Freitag ihren Rückzug vom renommierten Riken-Zentrum für Entwicklungsbiologie mit. Auslöser sei, dass das Forschungslabor zu dem Schluss gekommen sei, dass die von ihr geschaffenen Stammzellen wahrscheinlich nie existiert hätten.

Das Center hatte gesagt, es habe aufgehört, Obokatas Ergebnisse abzugleichen. Dass die Arbeit so ende, mache sie perplex, sagte die Forscherin. Sie sei nun völlig erschöpft.

Obokata als Leiterin der Forschungsarbeit und Hauptautorin der Studie war zunächst sehr gelobt worden. Die Ergebnisse hatten Hoffnungen geweckt, auf einem einfachen Weg Stammzellen züchten zu können, die bei der Behandlung schwerer Erkrankungen helfen sollten.

Nach Veröffentlichung der Studie waren allerdings rasch Fragen zur Glaubwürdigkeit der Forschungsergebnisse aufgetaucht. Schließlich mussten die Wissenschaftler vom Riken Center ihre wissenschaftliche Arbeit zurückzuziehen. Die Vorwürfe eines Fehlverhaltens hatten zu einer Umorganisation des Centers geführt.

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    Im August war der japanische Wissenschaftler Yoshiki Sasai, der ebenfalls in den Skandal involviert war, tot aufgefunden worden. Es wurde Selbstmord vermutet. Sasai war stellvertretender Leiter des Riken-Zentrums und Co-Autor der Forschungsberichte, die zunächst in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht und später zurückgezogen worden waren.

    Darin erklärten die Forscher, sie hätten unter anderem mit Hilfe von Zitronensäure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt hatten. Diese sogenannten STAP-Zellen könnten sich wieder in nahezu jeden Zelltyp entwickeln. Wissenschaftler versuchen solche Zellen dazu zu nutzen, um Ersatzgewebe zu züchten, das für die Behandlung verschiedener Krankheiten eingesetzt werden kann.

    Das Riken-Zentrum warf Obokata vor, das für die Berichte verwendete Datenmaterial gefälscht zu haben. Die Wissenschaftlerin selbst bestritt ein Fehlverhalten.

    • ap
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