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Genom entschlüsselt Der Schwarze Tod ist entziffert

Der „Schwarzer Tod“ raffte im Spätmittelalter Millionen in Europa dahin. Über den Erreger der tödlichen Epidemie wurde in der Vergangenheit immer wieder spekuliert. Nun haben Forscher sein Erbgut entziffert.
12.10.2011 Update: 13.10.2011 - 08:19 Uhr 1 Kommentar
Genetiker Johannes Krause hat das Erbgut der Pest entschlüsselt. Quelle: dapd

Genetiker Johannes Krause hat das Erbgut der Pest entschlüsselt.

(Foto: dapd)

Heidelberg Millionen Menschen starben Mitte des 14. Jahrhunderts am „Schwarzen Tod“. Nun haben Forscher um Johannes Krause von der Universität Tübingen und Hendrik Poinar von der McMaster University in Hamilton einen ersten Entwurf des Erbguts des Erregers Yersinia pestis vorgestellt.

Das genetische Material stammte aus Zähnen von vier Londoner Pestopfern aus den Jahren 1348 bis 1351. Beim Vergleich mit heutigen Y.-pestis-Typen stellte sich heraus, dass diese alle auf einen Erreger aus der damaligen Zeit zurückgehen. „Er war sozusagen die Mutter aller heutigen Pesterreger“, sagte Krause. Das Team fand nur geringe Unterschiede in jenen Sequenzen, die mit der Virulenz des Pestbakteriums zusammenhängen.

Dass der Schwarze Tod im Spätmittelalter im Vergleich zu heute so verheerend zuschlagen konnte, sei damit nicht allein auf genetische Eigenschaften zurückzuführen, erklären die Autoren. Es gebe vielmehr eine Reihe von Gründen, warum später keine so großen Pestepidemien mehr aufgetreten sind.

„Bei der ersten Pestepidemie wussten weder der Mensch noch sein Immunsystem damit umzugehen“, sagte Krause.  Der größte Teil der für Pest anfälligen Menschen sei gestorben. Die anderen hätten möglicherweise ein Immunsystem gehabt, das besser mit dem Erreger zurechtgekommen sei. Zudem habe sich der Mensch später auch kulturell angepasst – etwa mit Quarantäne und Pesthäusern. Heute helfen Antibiotika, das Pestbakterium in Schranken zu halten.

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    1 Kommentar zu "Genom entschlüsselt: Der Schwarze Tod ist entziffert"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Dass die Pest im Mittelalter wesentlich mehr Menschen befiel und tötete als heute, sei auf eine bessere Hygiene und Resistenzen gegen den Pesterreger beim Menschen zurückzuführen"
      Also weniger Hygiene und weniger Resistenz hilft gegen die Pest?
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