Gesundheitskonzern Fresenius startet mit starkem Wachstum ins Jahr – die Blitzanalyse

Kommentieren
Fresenius startet mit starkem Wachstum ins Jahr – Blitzanalyse Quelle: Reuters
Fresenius-Zentrale in Bad Homburg

Der Dax-Konzern hat 2019 zum Jahr der Investitionen erklärt und will sein Angebot in neue Märkte und Geschäftsfelder erweitern.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius hat wie auch die Dialysetochter Fresenius Medical Care an diesem Donnerstag die Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt. Die wichtigsten Punkte:

  • Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 8,5 Milliarden Euro.
  • Der operative Gewinn (Ebit) erhöhte sich um sechs Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.
  • Das Konzernergebnis stieg um drei Prozent auf 457 Millionen Euro.

Der Dax-Konzern ist mit Wachstum in das neue Geschäftsjahr gestartet. Organisch legte Fresenius um fünf Prozent zu. Durch die Aufwertung des Dollars gegenüber dem Euro sorgten Währungseffekte für einen positiven Einfluss von drei Prozent.

Fresenius ist im Gesundheitsmarkt breit aufgestellt: Neben der ebenfalls im Dax notierten Dialysetochter Fresenius Medical Care ist das Unternehmen mit Fresenius Kabi im Bereich Infusionen und Flüssigmedikamente tätig. Zum Konzern gehört auch der Klinikkonzern Fresenius Helios mit Geschäft in Deutschland und Spanien. Außerdem ist Fresenius mit Vamed im Bereich Krankenhausdienstleistungen aktiv.

Das fällt positiv auf:

Die Dialysetochter Fresenius Medical Care wächst wieder schneller. Das organische Wachstum liegt im ersten Quartal bei sechs Prozent. Der auf Ernährungslösungen und flüssige Medikamente spezialisierte Geschäftsbereich Kabi kann den operativen Gewinn mit einem Zuwachs von sieben Prozent überproportional zum Umsatz steigern.

Das fällt negativ auf:

Der Umsatz der Kliniktochter Helios sinkt um einen Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Das ist zwar zum Teil auf eine Verlagerung von Geschäften zu Helios Vamed zurückzuführen. Helios Deutschland kämpft aber weiter mit dem Rückgang der Fallzahlen in Deutschland sowie einer Personalknappheit von Pflegekräften in einzelnen Intensivstationen. Helios Deutschland wächst organisch um zwei Prozent und damit langsamer als in den Vorjahren. Helios Spanien entwickelt sich mit einem Plus von neun Prozent dagegen sehr dynamisch.

Der operative Konzern-Cashflow bei Fresenius hat sich im ersten Quartal auf vergleichbarer Basis auf 118 Millionen Euro halbiert. Fresenius führt das auf Veränderungen im Netto-Umlaufvermögen bei Fresenius Kabi zurück, etwa durch zeitliche Verschiebungen im Zahllauf und Lagerbestandsaufbau zur Vorbereitung auf einen möglichen Brexit.

Darüber hinaus war das erste Quartal 2019 wie in den Vorjahren beeinflusst von der Saisonalität in der Rechnungsstellung bei Dialysepatienten der Fresenius Medical Care in Nordamerika. Fresenius sieht diese Effekte als temporär an und erwartet keinen wesentlichen Einfluss auf den Cashflow des Gesamtjahres.

Was jetzt passiert

Fresenius hat das Jahr 2019 zum Jahr der Investitionen erklärt und will sein Angebot in neue Märkte und Geschäftsfelder erweitern. Im Klinikbereich etwa soll das ambulante Angebot ausgebaut werden. Hier ist Fresenius Medical mit dem Erwerb des Heimdialyse-Anbieter NX Stage einen deutlichen Schritt vorangekommen. Die Akquisition wurde im Februar abgeschlossen.

Trotz der erwarteten Ergebnisbelastung durch NxStage bestätigt Fresenius den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Der Konzernumsatz soll währungsbereinigt zwischen 3 und 6 Prozent steigen, das Konzernergebnis stagnieren.

Startseite