Gesundheitsrisiken Arbeitsorganisation verlangt besseren Schutz für Home-Office

Arbeitnehmer schätzen die Vorteile von Heimarbeit – und blenden deren gesundheitliche Nachteile häufig aus. Die Organisation ILO fordert bessere Aufklärung.
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Die fehlende Trennung zwischen Privat- und Arbeitsumfeld kann zu Stress führen. Quelle: dpa
Homeoffice

Die fehlende Trennung zwischen Privat- und Arbeitsumfeld kann zu Stress führen.

(Foto: dpa)

GenfWer mit dem Laptop zu Hause arbeitet, schätzt oft die gesparte Fahrtzeit zum Arbeitsplatz oder etwa die Chance, zwischendurch die Waschmaschine anzustellen. Aber für die Gesundheit ist Tele- oder Heimarbeit nicht immer gut.

Während im Büro meist sichere Schreibtische und ergonomische Bürostühle stehen, behelfen sich viele zu Hause mit dem Küchentisch oder dem Sofa. Angesichts des sich rasant wandelnden Arbeitsumfelds forderte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf am Donnerstag neue Anstrengungen im Arbeitsschutz.

Rund 374 Millionen Menschen werden nach ILO-Angaben weltweit jedes Jahr durch die Arbeit krank oder verletzen sich bei Arbeitsunfällen. Jeden Tag sterben nach Schätzungen 6.500 Menschen an Krankheiten, die durch ihre Arbeit verursacht wurden, und 1000 Menschen kommen bei Arbeitsunfällen um.

Wachsende Herausforderungen seien Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Krebs sowie Stress und psychosoziale Risiken, so die ILO. Das gehe unter anderen auf befristete Arbeitsverträge zurück, auf Arbeitgeber-Forderungen nach mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten und zunehmende Tele- oder Heimarbeit. Arbeitnehmer könnten sich dort isoliert fühlen oder es stressig finden, wenn Arbeit und Freizeit immer weniger klar getrennt sind.

Zu Stress und Gefühlen der Isolation könnten auch smarte Technologie und am Körper tragbare Geräte führen. Sie könnten zwar helfen, die Sicherheit verbessern, etwa, indem sie Ermüdungserscheinungen messen oder die Luftqualität, in der jemand arbeiten muss, so die ILO. Aber Mitarbeiter könnten auch das Gefühl bekommen, die Autonomie über ihre Arbeit zu verlieren, so die ILO. Sie könnten den Kontakt mit Kollegen vermissen, wenn sie früher mehr Informationen direkt oder per Telefon ausgetauscht haben.

Auch der rasante Anstieg von Industrierobotern bringt nach Angaben der ILO neue Risiken mit sich. Roboter erleichterten zwar die Arbeit, etwa, weil sie schwere Lasten heben. Gleichzeitig bestehe aber die Gefahr von Arbeitsunfällen im Kontakt mit diesen Maschinen.

Behörden, Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten diese neuen Risiken untersuchen und Arbeitsstandards wo nötig verbessern, fordert die ILO. Die Organisation gehört zu den Vereinten Nationen. Darin sind neben Regierungen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertreten. Die ILO soll die soziale Gerechtigkeit und Arbeitsrechte verbessern.

  • dpa
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