Heilsames Heißgetränk Wer Kaffee trinkt, stirbt später

Kaffee scheint das Leben zu verlängern – doch welcher seiner zahlreichen Inhaltsstoffe ist dafür verantwortlich? Der bisherige Hauptverdächtige ist es wohl nicht.
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„Ideal sind drei Tassen Kaffee am Tag“ – So senken Sie Ihr Krebsrisiko

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HeidelbergKaffee verlängert das Leben – sogar wenn man sehr viel davon trinkt. Entkoffeinierter Kaffee gilt auch. Zu diesem für Freunde des Heißgetränks erfreulichen Schluss kommt ein Team um Erikka Loftfield von den National Institutes of Health, einer Behörde des US-Gesundheitsministeriums.

Die Arbeitsgruppe analysierte vier Gene des Koffeinstoffwechsels sowie Trink- und Lebensgewohnheiten einer halben Million überwiegend älterer Menschen aus der „UK Biobank“ – einer britischen Langzeitstudie. Wie das Team in Fachmagazin JAMA Internal Medicine schreibt, starben in den zehn Jahren der Studie etwa zehn Prozent weniger Kaffeetrinker als erwartet.

Dabei spielte es keine Rolle, wie es um die spezifische Gen-Ausstattung der Teilnehmer bestellt war oder ob sie dem Heißgetränk eher maßvoll zusprachen. Tatsächlich scheint die Sterblichkeit bei vier Tassen oder mehr pro Tag sogar etwas geringer zu sein – auch bei entkoffeiniertem Kaffee.

Diese Berufsgruppen trinken am meisten Kaffee
Kaffeegenuss
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Die deutschen Statistiker haben etwa 1.000 Kaffeetrinker gefragt: Warum trinken Sie eigentlich Kaffee? 61 Prozent sagten: „Kaffee ist für mich purer Genuss“. Dabei waren die Frauen leicht in der Überzahl. Von ihnen genießen 62 Prozent ihren Kaffee, bei den Männern sind es 60 Prozent. Ähnliches gilt für jene, die sagten, dass sie „ohne Kaffee morgens gar nicht in die Gänge kommen“: 40 Prozent Männer, 45 Prozent Frauen.
Die britische Agentur Pressat wollte es noch genauer wissen und hat bei 10.000 Arbeitnehmern aus dem Commonwealth nachgefragt: Wie viel Kaffee trinken Sie pro Tag – und was arbeiten Sie?

Briten trinken mehr als Deutsche
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Das Ergebnis: 85 Prozent der Befragten trinken mindestens drei Tassen Kaffee am Tag – und damit mehr als die Deutschen. Die trinken nämlich mehrheitlich nur zwei Tassen pro Tag. 70 Prozent der Briten behaupten sogar, ohne ihre tägliche Dosis Koffein nicht richtig leistungsfähig zu sein. Britische Forscher halten das übrigens für problemlos. Drei bis vier Tassen Kaffee am Tag sollen der Gesundheit förderlich sein, schreiben Gesundheitsspezialisten der Universität in Southampton. Demnach wird unter anderem das Risiko von Herz- und Leberkrankheiten, Diabetes oder Demenz gemindert. Nur für Schwangere gelte dies nicht.

Platz 10: Taxi- und Fernfahrer
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„Die größten Kaffeetrinker – mit über vier Tassen täglich – sind Arbeitnehmer mit stressigen Jobs. Offenbar sorgen Überstunden und Arbeitszeiten bis in den späten Abend hinein für einen höheren Kaffeekonsum“, vermuten die Macher der Studie. Dazu gehören vermutlich auch die Menschen, deren Beruf das Fahren ist: Fernfahrer, Buslenker und Taxifahrer landen im Ranking von Pressat auf Platz zehn der Berufsgruppen, die bei der Arbeit am meisten Kaffee konsumieren. Der Haken: Was das in Tassen, Kannen oder Litern bedeutet, verrät die Studie nicht.

Platz 9: Verkaufspersonal
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Platz neun im Ranking geht an „Retail staff“, also Verkäufer. Auch hier schweigt die Studie über den täglichen Pro-Kopf-Verbrauch.

Platz 8: IT-Support
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Wer am Computer sitzt, trinkt offenbar noch mehr Kaffee. Entsprechend landen Mitarbeiter aus dem IT-Support auf Platz acht des Rankings. Was aber auch daran liegen könnte, dass dort tendenziell mehr Männer als Frauen beschäftigt sind. Und zumindest in Großbritannien konsumieren die Männer der Umfrage zufolge im Durchschnitt fünf Prozent mehr Kaffee als Frauen.

Platz 7: Telesales und Callcenter
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Wer Wildfremden am Telefon etwas verkaufen muss, braucht nicht nur ein großes Verkaufstalent, sondern auch starke Nerven. Die scheinen viele Callcenter-Mitarbeiter mit Kaffee zu beruhigen. Im Ranking landen sie jedenfalls auf Platz sieben.

Platz 6: Chefs
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Aber auch Unternehmenslenker brauchen offenbar viel Koffein, um leistungsfähig zu sein. Im Ranking belegen CEOs und andere Führungspersönlichkeiten den sechsten Platz.

Frühere Studien hatten bereits Indizien dafür geliefert, dass Kaffeegenuss die Sterblichkeit verringert. Um zu testen, ob diese Eigenschaft etwas mit dem Koffeinstoffwechsel zu tun hatte, überprüfte die Forscherin, ob unterschiedliche Varianten von vier daran beteiligten Genen den Effekt verstärken oder verringern. Darauf brachte die Untersuchung aber keinen Hinweis – die Unterschiede waren gering, und der lebensverlängernde Effekt ließ sich auch bei entkoffeiniertem Kaffee nachweisen.

Koffein, bislang der Hauptverdächtige in Sachen Lebensverlängerung, ist demnach nicht für die positive Wirkung verantwortlich. Warum Kaffee diesen Effekt hat, ist damit weiterhin ungeklärt. Tatsächlich ist es sogar immer noch möglich, dass Kaffee selbst gar nicht für den Effekt verantwortlich ist, sondern ein anderer Mechanismus, mit dem das Getränk zufällig statistisch verbandelt ist.

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