Hirnforschung So bleibt das Gehirn auch im Alter fit

Wenn manche Gehirnfunktionen mit zunehmendem Alter nachlassen, ist das ein ganz natürlicher Prozess, der sogar gute Seiten haben kann. Mit Alzheimer muss das überhaupt nichts zu tun haben.
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Das Gehirn ist im Alter weniger leistungsfähig. Ein natürlicher Prozess, der nichts mit Demenzerkrankungen zu tun haben muss. Quelle: dpa
Auch das Gehirn altert

Das Gehirn ist im Alter weniger leistungsfähig. Ein natürlicher Prozess, der nichts mit Demenzerkrankungen zu tun haben muss.

(Foto: dpa)

WashingtonDas Gehirn altert – so wie der Rest des Körpers auch. Aber es gibt Mittel und Wege, sich trotzdem auch im hohen Alter einen scharfen Verstand zu bewahren, wie aus einer jüngst veröffentlichten Studie hervorgeht. Das renommierte amerikanische Institute of Medicine (IOM) hat dazu untersucht, was Wissenschaftler über das sogenannte kognitive Altern – also die Veränderungen in der mentalen Funktionsweise im Altersprozess – herausgefunden haben.

Es geht dabei nicht um Krankheiten wie Alzheimer, sondern um den natürlichen Prozess, der keineswegs so schlecht sein muss. Weisheit kann vielmehr mit dem Alter wachsen und jahrelange Erfahrung ist oft unbezahlbar, wie Dan Blazer betont. Er ist IOM-Vorsitzender und emeritierter Professor für Psychiatrie. „Das Gehirn altert in uns allen. Aber es gibt eine große Bandbreite, auf welche Art es altert“, sagt er.

Sieben Faktoren, die Alzheimer begünstigen
Alzheimer-Risiken minimieren
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Wer sich an bestimmten Stellen um eine gesündere Lebensweise bemüht, kann damit einer neuen Studie zufolge die Gefahr einer Alzheimer-Erkrankung merklich senken. Wie eine Untersuchung des Instituts für öffentliche Gesundheit an der Universität im britischen Cambridge herausfand, sollten dafür vor allem sieben Faktoren in den Blick genommen werden.

Diabetes
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Eine Diabetikerin spritzt sich Insulin: Diabetes ist nur eine von mehreren Ursachen, die eine Alzheimererkrankung begünstigen. Eine gesunde Lebensweise kann helfen, das Diabetes vorzubeugen.

Bluthochdruck weltweit größte Gesundheitsgefahr
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Schon Bluthochdruck allein ist eine große Gesundheitsgefahr. Im Zusammenhang mit Alzheimer-Erkrankungen zählt er laut Studie zu einem der wesentlichen bekannten und begünstigenden Faktoren. Aber auch genetische Vorbedingungen und äußere Einflüsse prägen das persönliche Risikoprofil.

Mehr als halbe Milliarde Menschen zu dick
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Studienleiterin Carol Brayne erklärt, dass es wichtig sei, die Faktoren nicht isoliert zu sehen, sondern Zusammenhänge wie etwa zwischen Bewegungsmangel und Übergewicht zu berücksichtigen.

Stressbewältigung und Burn-Out
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Die Wissenschaftler der Universität Cambridge gehen davon aus, dass Depressionen ebenfalls das Auftreten von Alzheimer begünstigen. Die Studie besagt, dass die Zahl der Alzheimer-Patienten weltweit von etwa 30 Millionen im Jahr 2010 auf rund 106 Millionen im Jahr 2050 steigen wird.

Rauchen
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Weniger – oder besser gar nicht – zu rauchen, mildert das Risiko, im Alter an der „Krankheit des Vergessens“, wie ihr Entdecker Alois Alzheimer sie nannte, zu leiden. Die Alzheimer-Krankheit kann vor dem 50. Lebensjahr auftreten, ihre Häufigkeit steigt aber mit dem Alter stark an. Nur zwei Prozent erkranken vor dem 65. Lebensjahr. Bei den 85- bis 89-Jährigen leidet jeder Vierte an Demenz, bei den über 90-Jährigen jeder Dritte.

Mangelnde Bildung
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Als siebten Faktor identifizierten die britischen Forscher mangelnde Bildung. Ihren Berechnungen nach könnten 8,5 Prozent der für das Jahr 2050 erwarteten Alzheimer-Fälle, also etwa neun Millionen, vermieden werden, wenn bei jedem der genannten sieben Faktoren die Risiken um zehn Prozent gesenkt werden. Quelle: afp

Bei klarem Verstand zu bleiben ist eines der größten Anliegen der Senioren – und das aus gutem Grund. Die IOM-Studie warnt, dass auch ein geringfügiges Nachlassen der mentalen Stärke schwere Folgen für den Alltag haben kann. So werden ältere Menschen häufiger Opfer von finanziellem Betrug, sie haben Probleme beim Autofahren und andere Schwierigkeiten in einer zunehmend technisierten Welt.

Auch wenn viele Menschen laut der Studie nichts oder nur wenig von den kognitiven Veränderungen bei sich bemerken, so verarbeiten viele, wenn sie älter werden, Informationen langsamer, haben Probleme mit dem sogenannten Multitasking. Das Arbeitsgedächtnis – der Kurzzeitspeicher unseres Gehirns – lässt mit dem Alter oft nach. Aber das Langzeitgedächtnis bleibt intakt – auch wenn es zum Beispiel länger dauert, sich an den Namen eines Menschen zu erinnern.

Diese Art von Veränderung kann so lange nicht offensichtlich sein, bis jemand etwa mit einer komplexen finanziellen Entscheidung konfrontiert wird oder gezwungen ist, eine schnelle Transaktion zu erledigen, wie Blazer sagt. Ältere Erwachsene verlieren umgerechnet drei Milliarden Dollar pro Jahr als direkte oder indirekte Folge von Finanzbetrug.

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