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HIV Leben mit dem Virus  

HIV muss kein Killer mehr sein, die Infektion mit dem Aids-Erreger gilt mittlerweile als gut behandelbar. Die Betroffenen wissen das, die Mediziner auch - aber die Gesellschaft reagiert immer noch mit Schrecken.
20.07.2012 - 11:51 Uhr Kommentieren
Stephan Gellrich ist der lebende Gegenbeweis für das Bild vom siechenden HIV-Infizierten. Quelle: dpa

Stephan Gellrich ist der lebende Gegenbeweis für das Bild vom siechenden HIV-Infizierten.

(Foto: dpa)

Kölm Stephan Gellrich ist HIV-positiv. Aber das ist für ihn nicht das Problem. Es sind die schrecklichen Bilder abgemagerter, sterbenskranker Aids-Kranker, die die Menschen mit HIV verbinden - immer noch. Es sind die Ärzte, die sich weigern, ihn zu behandeln. Es sind die Klischees.

„HIV-positiv, da denkt man an Schwule, Prostituierte, Drogen. Wer will damit schon was zu tun haben“, sagt er ohne Umschweife. Im Gegensatz zur Gesellschaft habe sich die Medizin bei HIV weiterentwickelt. Dies wird auch ein Thema der Welt-Aids-Konferenz vom 22. bis 27. Juli in Washington sein.

Gellrich sitzt am Küchentisch seiner Wohnung im Kölner Stadtzentrum. Er spricht sehr offen. Das Thema ist für ihn durch. Eltern, Freunde, Arbeitgeber - sie alle wissen, dass er HIV-positiv ist. „Und wer will, kriegt das auch irgendwie im Internet raus“, sagt er. Unvermittelt streng ruft er seinen Hund Oscar zur Ordnung. Der Beagle frisst genüsslich an der Blumenpracht, die Gellrich und Partner auf dem Balkon pflegen.

Gellrich ist der lebende Gegenbeweis für das Bild vom siechenden HIV-Infizierten: Der 43-Jährige wirkt wie ein gesunder Mann. Und so fühlt er sich wohl auch. Vor zwei Jahren hat er eine zusätzliche Altersversicherung abgeschlossen. „Das setzt voraus, dass ich 65 werde.“ 65 - ein Perspektivwechsel. Als er die Diagnose „positiv“ bekam, dachte er nicht so weit: „Mal sehen, ob ich die 30 schaffe.“

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    Damals war er ein junger Kerl. 25 Jahre alt, in der Ausbildung - Großhandelskaufmann in einem familiären Betrieb. Er hatte Sex mit seinem Freund ohne Kondom. „Ich war verknallt, da denkt man nicht über alles nach“, sagt er und es klingt wertfrei. Keine Spur von Wut, kein Hadern. Dieser Freund hatte ihm geraten, den Test zu machen. Nach der Diagnose entschloss sich Gellrich, zu leben - wenn schon nicht lang, dann wenigstens intensiv.

    Das HI-Virus zerstört das Immunsystem, Krankheitserreger können nicht mehr abgewehrt werden. Es war die Zeit, in der Azidothymidin (AZT) die einzige Hoffnung für Infizierte war. Das Mittel konnte den Krankheitsverlauf nur verlangsamen, allerdings bei erheblichen Nebenwirkungen und Schädigungen.

    Die Medizin hat sich entwickelt, die Gesellschaft nicht
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