Implantate Bandscheibenprothese lindert Schmerzen

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Die Operation, bei der die beschädigte Bandscheibe durch eine künstliche ersetzt wird, ist recht anspruchsvoll. Hier muss jeder Handgriff gelernt sein. Der Einsatz des Implantats dauert ein bis zwei Stunden. Dabei wird ein zirka sechs bis acht Zentimeter langer Schnitt unmittelbar unter dem Bauchnabel gesetzt. Die Mediziner müssen die großen Bauchgefäße zur Seite halten, um bis zur Wirbelsäule zu gelangen. Anschließend wird der Bandscheibenring geöffnet und die defekte Bandscheibe entfernt. Der Bandscheibenraum wird mit speziellen Instrumenten aufgedehnt, um Platz für die Prothese zu schaffen. Nach Ausmessen und Vorbereiten des Implantatbettes wird die Prothese unter Röntgenkontrolle eingesetzt.

Da die künstliche Bandscheibe sofort bewegungs- und druckstabil ist, dürfen die Patienten schon am Tag des Eingriffs aufstehen. In der Regel ist die Prothese nach etwa drei Monaten fest eingewachsen. Die Prothesenlage wird bei einer Kontrolluntersuchung mittels Röntgenaufnahmen überprüft. Die Kosten für die künstliche Bandscheibe werden von den Krankenkassen übernommen.

Größte Anbieter von künstlichen Bandscheiben für die Lendenwirbelsäule sind neben Synthes die amerikanischen Hersteller Medtronic und Johnson & Johnson. Die Implantate unterscheiden sich im Aufbau und in den verwendeten Werkstoffen (siehe Kasten). Während Medtronic eine Eigenentwicklung vertreibt, vermarktet Synthes mit der Prodisc eine Bandscheibenprothese, die von dem französischen Wirbelsäulenchirurgen Thierry Marnay entwickelt und ab Mitte der 90er-Jahre von der Aesculap AG weiterentwickelt wurde.

Die Johnson & Johnson Tochter DePuy Spine dagegen hat die Charité-Bandscheibe gekauft, die in den 90er-Jahren von Karin Büttner-Janz gemeinsam mit der Hamburger Firma Link optimiert und zur Marktreife gebracht wurde. Die Firma hat als erster Hersteller Ende vergangenen Jahres die Zulassung für die Charité-Bandscheibe auf dem amerikanischen Markt erhalten. Da die USA einen lukrativen Markt versprechen, hoffen auch die anderen Hersteller auf eine baldige FDA-Zulassung. Synthes ist da weiter als Medtronic. Experten rechnen damit, dass die Prodisc ab Frühjahr 2006 auf dem US-Markt eingeführt werden kann.

In der Zwischenzeit arbeiten die Firmen daran, die Prothesen weiter zu optimieren. "Der Bandscheibenersatz entspricht heute noch nicht vollständig den physiologischen Gegebenheiten in der Wirbelsäule", sagt Karin Büttner-Janz. Hier gebe es noch Entwicklungspotenzial für die nächste Generation der Implantate.

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