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Indonesien Wie der Krieg gegen Drogen Tuberkulose fördert

Wenig Ärzte, kaum Arzneien: Wenn ein Tuberkulose-Kranker in einer überfüllten Gefängniszelle hockt, kann sich der Erreger sehr schnell ausbreiten. Ein Riesenproblem im bevölkerungsreichen Indonesien.
24.03.2016 - 11:58 Uhr
In überfüllten Gefängnissen, wo Dutzende Männer sich oft eine enge Zelle teilen und es nur wenige Ärzte gibt, ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. Quelle: dpa
Tuberkulose-Gefahr in Indonesien

In überfüllten Gefängnissen, wo Dutzende Männer sich oft eine enge Zelle teilen und es nur wenige Ärzte gibt, ist die Ansteckungsgefahr besonders groß.

(Foto: dpa)

Jakarta Ein Ventilator an der Decke bewegt die stickige Luft in den vergitterten Raum, ein Aufklärungsposter über Tuberkulose hängt an der Wand: Das ist die Klinik im Cipinang-Gefängnis in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Ein Wärter lehnt schwitzend an der Wand. Fünf Männer sitzen mit fahlem Gesicht und ohne Regung barfuß auf Plastikstühlen. Jeder trägt Mundschutz. Geredet wird kaum.

„Ständig bin ich nachts aufgewacht, dieses Husten nahm dann kein Ende“, sagt Yohannes Ruli Karamoy (57) mit dünner Stimme. „Es war wie ein Zentnergewicht auf meiner Brust, und ich bin immer schwächer geworden.“ Als er endlich den Arzt sah, kam schnell die Diagnose: Tuberkulose (TB).

Die „stillen Killer“
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Schatten auf dem Röntgenbild der Lunge: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist die Tuberkulose (TB) trotz sinkender Todesfallraten – 1990 bis 2012 um 45 Prozent – noch die weltweit am häufigsten zum Tode führende heilbare Infektionskrankheit. Erreger sind Bakterien, die durch Tröpfchen in der Luft übertragen werden. Erkrankte leiden unter Kraftlosigkeit, Gewichtsabnahme und andauerndem Husten.

(Foto: ap)
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Eine TB-erkrankte Patientin in einem Krankenhaus in Kampala, Uganda: In der Regel kann TB mit Antibiotika behandelt werden. Tuberkulose tritt heute vor allem in Ländern mit einer schlechten medizinischen Versorgung, Kriegs- und Krisenregionen auf – besonders in Staaten südlich der Sahara und in Südostasien. 2012 registrierte die WHO weltweit 8,8 Millionen Erkrankungen und 1,3 Millionen Todesfälle.

(Foto: ap)
Flowers are laid as tributes to those killed in the Malaysia Airlines flight MH17, at the base of large sign for 20th International AIDS Conference in Melbourne
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Internationale Aids-Konferenz in Melbourne: Das Humane Immunschwächevirus (HIV) wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und infizierte Injektionsnadeln übertragen. Der Erreger legt unter anderem bestimmte Immunzellen lahm. Nach einer erkannten HIV-Infektion lassen sich Ausbruch und Symptome von Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome, Erworbenes Immunschwäche-Syndrom) heute mit Medikamenten bekämpfen.

(Foto: Reuters)
AIDS-Plakat
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Eine Heilung von Aids ist aber nicht möglich. Nach UN-Angaben waren 2013 weltweit rund 35 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Nach Daten des UN-Programms zur Aids-Bekämpfung UNAIDS starben etwa 1,5 Millionen Menschen daran. Besonders stark betroffen ist Afrika.

(Foto: dpa)
Malaria
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Anopheles-Mücke: Malaria wird durch ihren Stick übertragen. Die lebensbedrohliche Infektionskrankheit kann geheilt werden, viele Erkrankte sterben aber wegen mangelnder medizinischer Versorgung. Laut WHO erreichte Malaria ihren Höhepunkt 2004 mit 232 Millionen Erkrankten und 1,2 Millionen Toten.

(Foto: dpa)
huGO-BildID: 33269858 (FILES) -- A handout picture taken on July 26, 2012 and released on August 2, 2012 by Medecins sans frontieres (MSF-Doctors Wit
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Die meisten Fälle waren in Afrika südlich der Sahara und in Indien zu beobachten. Seitdem hat die Zahl der Malaria-Toten jedoch in vielen Ländern abgenommen. 2013 starben weltweit noch 855.000 Menschen an der Tropenkrankheit. Rund 90 Prozent davon sind Kinder unter fünf Jahren in Afrika.

(Foto: AFP)
ZIMBABWE-CHOLERA
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Cholera: Die Durchfallerkrankung wird durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst, das im Darm ein Gift bildet. Ursachen sind Trinkwasser, das mit Fäkalien oder Erbrochenem von Erkrankten verschmutzt ist, und verunreinigte Lebensmittel. Etwa 80 Prozent der Infektionen verlaufen milde. In schweren Fällen können aber Flüssigkeits- und Salzverlust in Stunden zu Kreislaufkollaps, Muskelkrämpfen bis zum Schock und Tod führen.

(Foto: AFP)

Seit Oktober bekommt er Medikamente, und es geht aufwärts, ganz langsam. Zwei Runden um die kleine Rasenfläche im Gefängnishof schafft der Mann, der wegen Drogendelikten im Gefängnis ist, schon wieder. Karamoy wiegt 43 Kilogramm.

Indonesien am Äquator in Südostasien ist nach China, Indien und den USA mit 250 Millionen Einwohnern das viertbevölkerungsreichste Land der Welt. Nirgends außer in Indien gibt es so viele Tuberkulosefälle. Zehn Prozent aller TB-Kranken weltweit sind in Indonesien, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), und rund 100.000 Menschen sterben im Jahr an der gefährlichen Infektionskrankheit.

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    Weltweit sind 2014 nach WHO-Angaben 9,6 Millionen Menschen an TB erkrankt, 1,5 Millionen Menschen gestorben. Zwar seien seit 2000 durch bessere Diagnose und Behandlung 43 Millionen Menschenleben gerettet worden, schreibt die Organisation. „TB bleibt aber neben HIV die häufigste Todesursache weltweit.“

    Die Infektion ist ansteckend, die Bakterien verbreiten sich durch Husten und Niesen. In überfüllten Gefängnissen, wo Dutzende Männer sich oft eine enge Zelle teilen und es nur wenige Ärzte gibt, ist die Ansteckungsgefahr besonders groß.

    Wie schlimm die Lage genau ist, weiß niemand
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