Versandhandel: Schwedische Online-Apotheken profitieren vom E-Rezept
Das Lager des schwedischen Medikamenten-Versandhändlers Meds.
Foto: Lukas HoffmannStockholm. In Schweden kann man sehen, wie sich der deutsche Medikamenten-Versandhandel entwickeln könnte. Denn dort ist das elektronische Rezept (E-Rezept) längst etabliert, während es hierzulande erst getestet wird. Die Pandemie hat den schwedischen Arzneimittel-Versandhandel zusätzlich befeuert. Entsprechend gut läuft das Geschäft der dortigen Online-Apotheken.
Eine davon ist „Meds“. Der Betriebswirt Björn Thorngren hat das Start-up vor vier Jahren zusammen mit zwei Partnern gegründet, weil ihm – von einem Arbeitsaufenthalt aus London zurückkehrend – die Online-Bestellung von Medikamenten in Schweden zu kompliziert war. Schnell ist das Unternehmen gewachsen. Heute beschäftigt Thorngren rund 200 Mitarbeiter. „Allein im vierten Quartal des vergangenen Jahres haben wir hundert Leute eingestellt“, berichtet er, während er durch sein Lager führt. Meds hat seinen Standort im Südwesten von Stockholm, etwa 15 Autominuten vom Zentrum entfernt.
Um der wachsenden Nachfrage zu begegnen, hat Thorngren eine Verpackungstechnologie für zwei Millionen Euro gekauft und vor einigen Wochen in Betrieb genommen. „Damit ist unser Versandlager etwa zur Hälfte automatisiert“, sagt er. Die Bestellungen im 8000 Quadratmeter großen Lager werden aber immer noch von Angestellten zusammengetragen. Am Sonntagabend benötigt er am meisten Personal. „Zu dieser Zeit sitzen die Kunden auf dem Sofa und haben Zeit für Bestellungen“, sagt er.