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Kampf gegen Krankheitsüberträger Mit Mücken gegen Mücken

Mücken können gefährliche Krankheiten übertragen, wie der Zika-Ausbruch in Südamerika einmal mehr gezeigt hat. Jetzt hofft ein Unternehmen, die gefährlichen Überträger wirkungsvoll bekämpfen zu können – mit Mücken.
02.11.2016 - 10:01 Uhr
Gentechnisch veränderte Mücken sollen potenziell gefährliche Artgenossen ausschalten. Quelle: dpa
Mückenschwarm

Gentechnisch veränderte Mücken sollen potenziell gefährliche Artgenossen ausschalten.

(Foto: dpa)

Piracicaba Ihr Leben hat nur einen Zweck: Es soll Artgenossen den Tod bringen. Mit genetisch veränderten Mücken will eine britische Firma die Ausbreitung des Zika-Virus und anderer Tropenkrankheiten eindämmen.

Paaren sich die männlichen Moskitos aus dem Labor mit den Weibchen der Überträgerart Aedes aegypti, erbt der Nachwuchs einen Gendefekt. Der lässt ihn sterben, bevor er Menschen gefährlich werden kann.

Auch die genetisch veränderten Männchen würden bald nach der Paarung sterben, wirbt das Unternehmen Oxitec für seine Methode. Das Labor im brasilianischen Piracicaba kann Woche für Woche 60 Millionen genveränderte Mücken produzieren. „Das ist die erste und größte Produktionsstätte ihrer Art“, sagte Oxitec-Chef Hadyn Parry.

Er plant, ganz Brasilien aus mit den todbringenden Mücken zu versorgen. Bislang hat Oxitec jedoch nur einen Abnehmer – die Stadt Piracicaba. Denn noch hat die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa die Methode nicht zugelassen.

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    Auch fehlen noch eindeutige Belege, dass die Zahl der Zika-Krankheitsfälle beim Menschen nach dem Freisetzen der manipulierten Mücken tatsächlich zurückgeht. Zudem warnen Umweltschützer vor möglichen Langzeitfolgen der Methode.

    Oxitec ist trotzdem von der Wirksamkeit seiner Methode überzeugt: Nach Feldversuchen 2011 und 2014 in Panama, auf den Kaiman-Inseln und im brasilianischen Bundesstaat Bahia sei die Population der Aedes aegypti um 90 Prozent zurückgegangen, erklärt das Unternehmen. Diese Mücken können neben Zika auch Denguefieber, Gelbfieber und Chikungunyafieber übertragen.

    „Wir erwarten die Zulassung durch Anvisa 2017“, ist Parry zuversichtlich. Der Bürgermeister von Piracicaba hat schon jetzt einen Vierjahresvertrag mit Oxitec abgeschlossen. Jede Woche sollen demnach zehn Millionen Labormücken in der Stadt mit 360.000 Einwohnern freigesetzt werden.

    Die Mücke, das Virus und der Mensch
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