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Karl Lauterbach SPD-Gesundheitsexperte schließt aus, dass Lungenärzte Diesel-Grenzwerte beeinflussen können

112 Lungenärzte zweifeln an einem Nutzen von Feinstaub-Grenzwerten. Karl Lauterbach hält das Aussetzen einer Obergrenze dagegen für verantwortungslos.
24.01.2019 - 08:04 Uhr 3 Kommentare
Der SPD-Gesundheitsexperte hält es für ausgeschlossen, dass deutsche Lungenärzte den europäischen Grenzwert beeinflussen könnten. Quelle: imago/photothek
Karl Lauterbach

Der SPD-Gesundheitsexperte hält es für ausgeschlossen, dass deutsche Lungenärzte den europäischen Grenzwert beeinflussen könnten.

(Foto: imago/photothek)

Berlin Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält eine mögliche Aussetzung des Feinstaubgrenzwertes für verantwortungslos. „Wir haben keine Studien, die derzeit die Gefährdung in Frage stellen würden. Im Gegenteil – die neueren Studien zeigen, dass die Grenzwerte eher zu hoch als zu niedrig sind“, sagte Lauterbach MDR Aktuell. Und: „Ich bitte hier gerade den Schutz von älteren Menschen und von Kindern zu beachten.“

Er halte es für ausgeschlossen, dass deutsche Lungenärzte den europäischen Grenzwert beeinflussen könnten – „insbesondere, wenn es sich um eine Position handelt, die international von Wissenschaftlern nicht geteilt wird“.

Hintergrund ist, dass mehr als hundert Lungenspezialisten den gesundheitlichen Nutzen der aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide (NOx) bezweifeln. Sie sähen derzeit keine wissenschaftliche Begründung, die die geltenden Obergrenzen rechtfertigen würde, heißt es in einer Stellungnahme.

Viele Studien, die Gefahren durch Luftverschmutzung zeigen sollen, hätten erhebliche Schwächen. Zudem seien Daten in der Vergangenheit einseitig interpretiert worden.

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    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht den Vorstoß der Mediziner als wichtige Initiative, um „Sachlichkeit und Fakten“ in die Diesel-Debatte zu bringen. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) verteidigte hingegen die bestehenden Grenzwerte. Dass Luftschadstoffe die Lebenszeit verkürzen und Krankheiten befördern, sei wissenschaftlich unumstritten, sagte ein Ministeriumssprecher.

    Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) gelten in der EU seit 2010 – Der Jahresmittelwert darf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter in der Außenluft nicht überschreiten. Auch für Feinstaub gibt es je nach Partikelgröße Grenzwerte. An Orten, wo Grenzwerte über längere Zeit klar überschritten werden, drohen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge.

    Der frühere Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Professor Dieter Köhler, hält die Grenzwerte wie die Unterzeichner der Stellungnahme für viel zu niedrig und fordert ein Umdenken. „Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für die aktuellen Grenzwerte für Stickoxid und Feinstaub. Da herrscht ein hohes Maß an Hysterie“, sagte Köhler der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag).

    • dpa
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    3 Kommentare zu "Karl Lauterbach: SPD-Gesundheitsexperte schließt aus, dass Lungenärzte Diesel-Grenzwerte beeinflussen können"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Seit mehr als 13 Jahren sitzt H. Lauterbach im Bundestag.
      Medizinische Entwicklungen mit Veröffentlichungen seit seitdem dutzendweide veröffentlich worden, speziell zu Lungenerkrankungen.
      Hat H. Lauterbach dies alles gelesen?
      Haben wir wieder einen arroganten und besserwissenden Politiker vor unserer Nase, der den Wählern erklären will, daß nur er Recht hat?
      Hilfe.......

    • Die Meinung/Feststellung von einer größeren Anzahl von Lungenfachärzten halte ich für äußerst interessant; relativiert sie doch die bisherige Feinstaubdiskussion alle eine Sichtweise. Ich bin mir ziemlich sicher, die beschlossenen Fahrverbote, wenn sie konsequent durchgezogen werden, nur minimalen, vielleicht noch nicht einmal messbaren Einfluss auf die Höhe der Grenzwerte hat. Andere Einflüsse, wie z.B. Kaminöfen und Heizungen bleiben da außen vor, da hier sehr lange Laufzeiten, soweit die sehr weit gefassten Grenzwerte eingehalten werden.
      Ich persönlich fahre einen Diesel Euro 6b; wie ich jetzt gelesen habe, kann es da zu Fahrverboten in 2021 kommen; dann ist unser Fahrzeug erst 6-7 Jahre alt.
      Herrn Lauterbachs Kommentare verfolge ich bereits seit vielen Jahren; der vertritt immer wieder abtruse Thesen zu vielen Themen

    • Diese Haltung / Meinung von Herrn Lauterbach beweist, daß es der SPD und anderen, die ins gleiche Horn blasen, gar nicht um die Gesundheit geht, sondern um etwas ganz anderes. Man zieht gegen "das Auto" ins Feld, weil man die individuelle Freiheit von uns Bürgern bekämpfen will. Da ist das Autofahren einer von mehreren Schauplätzen.

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