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Künstliche Intelligenz Wie zwei Start-ups mit Daten gegen das Coronavirus kämpfen

Climedo und Innoplexus wollen mit der Analyse von Daten eine wirksame Therapie gegen die Lungenerkrankung Covid-19 entwickeln. Dabei kommt auch KI zum Einsatz.
23.03.2020 - 14:33 Uhr Kommentieren
Symptoma und Ada Health erleben Boost. Quelle: Moment/Getty Images
Künstliche Intelligenz

Symptoma und Ada Health erleben Boost.

(Foto: Moment/Getty Images)

Düsseldorf Im Kampf gegen Corona spielen Daten eine entscheidende Rolle. Sie helfen, den Krankheitsverlauf zu überwachen und sind die Basis für die Erforschung neuer Therapien. Auch Start-ups sind zunehmend in dem Feld aktiv.

Das Münchener Unternehmen Climedo etwa erfasst in digitalen Tagebüchern die Krankheitsverläufe von Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Das Tech-Unternehmen Innoplexus wiederum sucht im Internet nach Hinweisen für Medikamente gegen die Lungenerkrankung Covid-19.

Für die Erfassung der Krankheitsverläufe benutzt Climedo seine bereits bestehende technologische Infrastruktur: Teilnehmer können sich über einen Link mit ihrer E-Mail-Adresse auf der bereits bestehenden Climedo-Online-Plattform anmelden. Der dort verwendete standardisierte Fragebogen stammt von einem lokalen Gesundheitsamt, um zum einen die Verschlechterung der Gesundheit eines Patienten für Ärzte zu dokumentieren und zum anderen Daten für Behörden und wissenschaftliche Institute zu sammeln. Über eine Filterfunktion können Nutzer die Anwendung auf bestimmte Symptome ausrichten – wodurch Ärzte sofort auf eine Zunahme der Körpertemperatur reagieren können.

„Wir tragen das Angebot über Institute und lokale Gesundheitsämter an die Patienten. Uns ist klar, dass nicht alle Menschen Zugriff auf die digitale Anwendung haben“, sagt Veronika Schweighart, Mitgründerin von Climedo, Handelsblatt Inside. Falls Betroffene keinen Internetzugang oder Smartphone haben, könnten Gesundheitsämter künftig eine Telefonnummer angeben, um die Fragebögen für Betroffene auszufüllen, ergänzt sie. Die gesammelten Daten werden pseudonymisiert. „Unsere Konzepte für Datenschutz und Datensicherheit sind made in Germany und daher absolut sicher“, sagt Schweighart.

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    Die Climedo-Gründerin hofft auf eine engere Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Innoplexus, sobald mehrere tausend Daten vorhanden sind. Denn die Tech-Firma aus Frankfurt hat eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die alle relevanten Informationen nutzt, um ein Heilmittel für Covid-19 zu finden. Neben Daten aus standardisierten wissenschaftlichen Fragebögen wie von Climedo sucht die KI aktuell in Patientenregistern, klinischen Studien, wissenschaftlichen Publikationen und Patientenforen.

    Bei der Suche nach Wirkstoffen gegen das Coronavirus hat die KI nur Medikamente einbezogen, die bereits an Menschen getestet wurden. Dabei ist auch sie auf das Malaria-Medikament Chloroquin gestoßen, das bereits im Labortest als Heilmittel von Covid-19 bestätigt wurde. Die Patentrechte an dem Medikament besitzt der Leverkusener Konzern Bayer und hat dessen Produktion bereits hochgefahren.

    Innoplexus kann durch die Simulation mit der KI noch weitere Hypothesen aufstellen: „Der Samstags-Tweet des amerikanischen Präsidenten macht deutlich, dass die USA nun auch auf den Kombinationsansatz setzen. Unsere Analysen zeigen, dass es sogar noch einige Kombinationen gibt, die effektiver und sicherer sein sollten, als die von Präsident Trump herausgehobene“, sagt Gunjan Bhardwaj, CEO von Innoplexus.

    Handelsblatt Inside Digital Health

    Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem exklusiven Fachbriefing Handelsblatt Inside Digital Health. Zweimal in der Woche analysieren wir dort die neuesten Entwicklungen im Bereich digitale Gesundheit.

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    Die Kombination von Chloroquin mit dem antiviralen Wirkstoff Remdesivir, dem monoklonalen Antikörper Bevacizumab oder dem Hepatitis Medikament Pegasys führe in den Simulationen zu einer höheren Wirksamkeit, als wenn es alleine verabreicht werde. Innoplexus pocht deswegen auf die sofortige Freigabe der drei Kombinationen und parallele Studien. „Wenn wir weiter zögern, dann haben wir einen monatelangen Lockdown und die große Depression“, behauptet Bhardwaj. Für klinische Tests stünde man bereits mit Pharmaunternehmen in Gesprächen.

    Darüber hinaus habe man auch neue Moleküle entwickelt, die in der Simulation ebenfalls erfolgreich waren. „Wir sind im Gespräch mit der Universität Washington und dem Deutschen Primatenzentrum in Göttingen, um die Moleküle zu synthetisieren und ihre Wirksamkeit im Labor und später in vivo zu testen“, sagt Bhardwaj.

    Mehr: Deutschlands oberster Datenschützer Kelber: „Gesundheitsschutz scheitert nicht am Datenschutz“

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