Künstliche Luftröhre 3D-Druck rettet das Leben von Kleinkindern

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Nach drei Jahren lösen sich die Implantate auf
Dem 17 Monate alte Junge wurde eine künstliche Luftröhre implantiert. Quelle: ap
Ian Orbich

Dem 17 Monate alte Junge wurde eine künstliche Luftröhre implantiert.

(Foto: ap)

Immer mehr Ärzte wenden sich dieser 3-D-Technologie zu. Maßgeschneiderte künstliche Knochen, Ersatz-Ohren und Modelle missgebildeter Herzen wurden damit bereits gefertigt, damit Chirurgen daran üben können, bevor sie jemanden aufschneiden. Einige Wissenschaftler haben sogar versucht, Organe aus einer Mischung eines biologisch abbaubaren Gerüsts und menschlichen Zellen herzustellen.

Die Luftröhren-Schienen verfolgen aber einen anderen Ansatz. Sie ersetzen nicht Körperteile, sondern helfen ihnen, mit einer maßgeschneiderten Therapie zu wachsen. Erste Versuche, die offenen Atemwege von innen zu stützen, funktionierten nicht allzu gut. Also entwickelten Green und sein biomedizinischer Ingenieur Scott Hollister eine Schiene, die von außen angeheftet werden und die Luftröhre offen halten sollte – ähnlich wie eine Stange ein Zelt aufrecht hält.

Alle drei Babys in der Michigan-Studie, unter ihnen Ian, mussten sich einem Luftröhrenschnitt unterziehen. Sie wurden mit Beatmungsgeräten verbunden und mussten teils mehrfach wiederbelebt werden. Für alle drei Patienten wurden CT-Scans angefertigt. Diese wurden dann genutzt, um an einen einzigen Tag mit Laser-Druckern Schienen in der Größe und Gestalt für jedes Kind individuell zu erstellen. Diese Implantate sind aus dünnen Plastikschichten hergestellt, die nach drei Jahren beginnen, sich aufzulösen.

Die Chirurgen sterilisierten die Implantate und setzten sie an die geschwächten Luftröhren ihrer Patienten. Als sich die Luftröhre schließlich von der Größe verdoppelt habe, habe sie auf das Implantat gedrückt und damit die Öffnung geweitet, erklärt Hollister.

Green sagt, die Materialien für die Schiene kosteten rund zehn Dollar. Trotz der Kosten für die Operation könne insgesamt Geld gespart werden: Schließlich müssten die Kinder nicht mehr so lange in Krankenhäusern bleiben. Er und Hollister hätten für ihr Gerät ein Patent angemeldet.

Den drei Jungs geht es offenbar prächtig. Die Forscher berichteten, ihr Zustand habe sich dramatisch verbessert, sie lebten normal Zuhause. Ian sei der einzige, der noch an ein Beatmungsgerät angeschlossen sei, weil er auch noch andere Probleme habe. Seine Mutter ist ein Jahr nach der Einpflanzung des Hilfsmittels dennoch begeistert: Seine Entwicklung sei unglaublich. „Es war ein Segen.“

  • ap
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