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McKinsey E-Health-Monitor Coronakrise sorgt für Boom bei Gesundheits-Apps

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens erreicht den Alltag der Patienten. Doch es gibt auch Hürden, zeigt der „E-Health-Monitor“ von McKinsey.
12.11.2020 - 07:30 Uhr Kommentieren
Ein Algorithmus steuert Sensoren und Insulinpumpen. Quelle: dpa
Innovation

Ein Algorithmus steuert Sensoren und Insulinpumpen.

(Foto: dpa)

Berlin Seit etwa einem Monat können sich Patienten in Deutschland digitale Gesundheitsanwendungen verschreiben lassen. Schon jetzt ist klar: Gesundheits-Apps haben in der Coronakrise einen gewaltigen Schub bekommen.

Im ersten Quartal 2020 verzeichneten die Apps fast zwei Millionen Downloads – und damit rund doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Im zweiten Quartal dieses Jahres luden sich Patienten in Deutschland 1,3 Millionen Gesundheits-Apps herunter.

Das geht aus dem „E-Health-Monitor 2020“ der Unternehmensberatung McKinsey hervor, die heute bei der Handelsblatt-Konferenz „Health – The Digital Future“ in Düsseldorf vorgestellt wird. Für Studienautor und McKinsey-Partner Tobias Silberzahn zeigen die Zahlen, dass die „Digitalisierung des Gesundheitswesens auf den Handys der Bürger langsam, aber zuverlässig ankommt.“

Überraschend ist, dass für den Boom größtenteils die digitalen Angebote der Krankenkassen verantwortlich sind. Auf sie entfallen im ersten und zweiten Quartal 2020 mehr als die Hälfte aller Downloads. Krankheitsspezifische Apps wie Diabetes- oder Migräne-Anwendungen machten 20 Prozent der Downloads aus, Online-Terminvereinbarungen sechs Prozent, Telemedizin- und Diagnostik-Apps sowie elektronische Patientenakten jeweils rund fünf Prozent. „In der Coronakrise war die App oft der schnellste Weg, mit einer Krankenkasse zu kommunizieren“, sagt Silberzahn.

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    Hinzu kommt, dass die 20 größten Krankenkassen laut E-Health-Monitor bereits heute ihren Versicherten verschiedene digitale Angebote machen. Online-Gesundheitsförderung boten alle analysierten gesetzlichen Krankenkassen an. 85 Prozent ermöglichten, Arztrechnungen online einzureichen, 80 Prozent boten eine Online-Filiale per App an, über die Versicherte etwa Dokumente einreichen können.

    Zu den beliebtesten Apps zählen die Angebote der Techniker, AOK und Barmer, was vor allem mit ihrer Größe zusammenhängen dürfte. In anderen Kategorien zeigt sich, dass Patienten jeweils klare Favoriten haben. Für die Online-Terminvereinbarung bevorzugten sie die Angebote von Doctolib und Clickdoc mit 50.000 respektive 20.000 Downloads im zweiten Quartal.

    Andere Anbieter liegen mit nur wenigen Hundert Downloads abgeschlagen dahinter. Die App von Ada Health dominiert mit 32.000 Downloads das Ranking im Bereich digitale Diagnostik, in der Kategorie elektronische Gesundheitsakte liegt das Angebot von Doctor-Box mit 52.000 Downloads weit vor der zweitbeliebtesten App Vivy mit 4000 Downloads.

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    Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die App-Anbieter sei die Sternebewertung in den App-Stores, erklärt McKinsey-Experte Silberzahn. Die Gesundheits-Apps mit den meisten Downloads seien oft die Apps, die in der Nutzerbewertung auf den ersten Plätzen stünden.

    „Dieses ‚Winner-takes-it-all-Prinzip‘ spielt eine entscheidende Rolle auf dem App-Markt“, sagt Silberzahn. Das sei eine interessante Entwicklung, sobald mehrere digitale Gesundheitsanwendungen durch die Krankenkassen erstattet würden: „Die Logik der App-Stores wird auf die Verschreibungsrealität durch Ärzte und die klassischen Gesundheits-Vertriebswege treffen“, sagt Silberzahn.

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    Für den E-Health-Monitor analysierten die Autoren auch die Studienlage rund um digitale Gesundheitsanwendungen (DiGa). Hersteller müssen einen medizinischen Nutzen nachweisen, wenn sie in die Erstattung der Krankenkassen kommen wollen. „Auffällig ist, dass die Studienlage zu digitalen Gesundheitsanwendungen in einigen Bereichen relativ dürftig ist“, sagt Silberzahn.

    Insgesamt beschäftigten sich in Deutschland 158 wissenschaftliche Publikationen der vergangenen 20 Jahre mit Digital Health. Während Anwendungen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rehabilitation mit zusammen 124 Veröffentlichungen recht gut erforscht seien, seien Forschungsfelder wie Atemwegserkrankungen oder Depressionen bislang „eher stiefmütterlich behandelt worden“, sagt Silberzahn. Hier gebe es noch großen Forschungsbedarf.

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