Medizin Was uns alt aussehen lässt

Falten, Altersflecken, lichtes Haar: Wenn wir älter werden, sieht man es uns an – ob wir wollen oder nicht. Doch nicht jeder Mensch altert äußerlich gleich schnell. Und daran sind nicht nur die Gene schuld.
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Alter, Medizin, Gesundheit: Was uns alt aussehen lässt Quelle: dpa
Sichtbare Altersspuren

Wie schnell wir äußerlich altern, hängt ganz wesentlich davon ab, wie wir uns verhalten, wo wir leben und wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

(Foto: dpa)

Berlin„Forever young“ – Für immer jung wollte die deutsche Band Alphaville bleiben, als sie den gleichnamigen Hit in den Achtzigerjahren schrieb. „Es ist so hart, älter zu werden ohne jeden Grund“, sang Frontmann Marian Gold. Ein Leid, das viele Menschen kennen – und das jährlich Milliarden in die Kassen der Kosmetikindustrie spült.

Dabei lassen sich zunehmende Falten, Altersflecken und lichter werdendes Haar nicht nur mit Cremes und Lotionen bekämpfen. Was viele nicht wissen: Wie schnell wir äußerlich altern, hängt neben unseren Genen ganz wesentlich davon ab, wie wir uns verhalten, wo wir leben und wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

Allein für Veränderungen der Haut, des größten sichtbaren Organs, sind die Zahlen deutlich. „20 bis 30 Prozent der Hautveränderungen werden durch genetische Faktoren bedingt. Die restlichen 70 bis 80 Prozent entstehen durch Umwelteinflüsse, zum Beispiel durch UV-Strahlung und Luftverschmutzung“, erklärt Jean Krutmann, Leiter des Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung.

Zehn Tipps für ein langes Leben
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Sich außer Atem bringen...

Eine Viertelstunde am Tag sollte ihr Herz richtig Arbeit bekommen. Gehen Sie Laufen oder Radfahren, so treiben Sie die Herzfrequenz am besten nach oben. Das ideale Level für diese Training liegt 50 Prozent über dem Ruhewert. Sport verringert das Risiko von Herzkrankheiten, Fettleibigkeit, Diabetes und Depression. Leistungssport hilft übrigens auch im Kopf fit zu bleiben. Studien zeigen, dass ältere Menschen, die sich viel bewegen, die Hirnsubstanz vor dem Schrumpfen schützen.

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Das Gläschen Wein am Abend...

Rotwein in Maßen kann das Risiko für Herzkrankheiten senken. Wer sich etwas gönnen will, kann das Angenehme also mit dem Nützlichen verbinden, indem er abends ein Schlückchen Rotwein trink. Ein Gläschen wohlgemerkt - keine Flasche. Ideal ist ein Glas für Frauen, zwei für Männer.

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Der Körper liebt Routinen - geben Sie sie ihm...

Eine der besten Möglichkeiten, um körperlichen Stress zu vermeiden, ist Regelmäßigkeit: Zur selben Zeit aufstehen (auch am Wochenende), zur selben Zeit Mahlzeiten einnehmen (unabhängig von Feiertagen oder gesellschaftlichen Anlässen) und Sport treiben. Besonders danken wird Ihnen Ihr Körper Routinen für Schlafen, Essen, Bewegung und Medikamenteneinnahme, damit bleibt er im Gleichgewicht.

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Tun, was einem Spaß macht...

Hobbies zu pflegen ist wichtig - für Körper und Geist. Ob Klettern, Tanzen oder Schach spielen - leben Sie ihre Leidenschaften aus, tun Sie Dingen, die Ihnen Spaß machen, ob allein oder in der Gruppe entscheiden Sie. Probieren Sie öfter auch einmal neues aus, das hält die Begeisterungsfähigkeit aufrecht. Wer als Mittdreißiger gerne Fußball gespielt hat, entdeckt in den Fünfzigern vielleicht seine Leidenschaft fürs Schwimmen.

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Im Alltag öfter Durchatmen...

Was macht uns am meisten krank? Stress im Büro - das ist traurig, aber wahr. Daher überlegen Sie, wie Sie den Stress am Arbeitsplatz reduzieren können. Einfache Verhaltensregeln können die nervliche Belastung mindern, z.B. in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang machen; tief durchatmen - besonders vor unangenehmen Telefonaten. Nach Feierabend Frust lieber bei einer Jogging-Runde statt zwei Gläsern Bier abbauen. Oder überlegen Sie, was Sie zwischendurch aufmuntert und besuchen Sie einmal am Tag zu einem festen Zeitpunkt ihre Lieblingswebsite. Lächeln erlaubt - gerade im Büro!

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Essen Sie gut...

Es ist nicht neu, aber die wenigsten von uns tun es: viel Obst und Gemüse essen - möglichst farbenfroh, also rote, gelbe und grüne Sorten mischen. Auch Tiefkühl-Gemüse enthält viele Vitamine. Fleisch und Wurst gehören auch auf den Speiseplan, aber nicht öfter als drei mal pro Woche. Zu viel Fleisch erhöht das Risiko für manche Herz-Kreislauferkrankungen. Mindestens drei Portionen Kaltwasserfisch pro Woche wie Lachs, Forelle, Heilbutt, Kabeljau oder Hering gehören stattdessen auf den Tisch.

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Aufstehen und bewegen - gerade im Büro

Lange Sitzphasen führen zur Verspannungen und Kopfschmerzen und haben negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel - unabhängig davon, wie viel man sich insgesamt am Tag bewegt. Daher: Hinter hochkriegen und öfter mal zwischendurch aufstehen und bewegen, bewegen, bewegen...

Wer verstehen möchte, warum Veränderungen unseres Aussehens so stark mit Umwelt und Verhalten zusammenhängen, muss einen genauen Blick in die Zellen des menschlichen Körpers werfen. „Altern betrifft nie nur ein Organ, es altert immer der gesamte Organismus. Äußerliche Veränderungen hängen also mit dem gesamten Alterungsprozess zusammen und können ein Indiz für den Zustand unseres Körpers sein“, sagt Martin Denzel vom Max Planck-Institut für die Biologie des Alterns.

Ernähren wir uns fettig, trinken wir Alkohol, rauchen wir oder liegen wir zu lange in der Sonne, setzen wir unseren Körper biologischem Stress aus. Dadurch kommt es sowohl bei jungen als auch bei älteren Menschen zu molekularen Schäden, zum Beispiel in der DNA. Solche Schäden treten in jeder Minute tausendfach auf.

Doch während ein junger Körper sie gut überwacht und schnell repariert, ist ein älterer Körper dazu immer weniger in der Lage. „Altern bedeutet, dass der Körper immer schlechter mit Stress umgehen kann. In den Körperzellen sammeln sich deshalb DNA-Mutationen. Dadurch können Organe leichter versagen oder Tumore entstehen“, erklärt Denzel.

Auf die Haut haben solche Zellveränderungen zwei sichtbare Auswirkungen. „Das sind zum einen Veränderungen in der Hautpigmentierung. Sie wird inhomogen und es können Alterungsflecken auftreten. Zum anderen nimmt die Hautelastizität ab, es entstehen also Falten“, sagt Krutmann.

Dabei lasse sich der Unterschied zwischen genetisch bedingtem und äußerlich beeinflusstem Hautaltern mit bloßem Auge erkennen. „Jeder von uns bekommt im Alter feine Falten. Kommen jedoch Umwelteinflüsse hinzu, werden die Falten viel tiefer. Es wird dann mehr Kollagen abgebaut, ein Protein des Bindegewebes“, so Krutmann.

Niemand altert ohne Grund
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