Mediziner warnen Klimawandel befeuert Allergien

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Treibhausgas begünstigt Pflanzenwachstum
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Die schlechte Nachricht vorweg: Es gibt keine Therapie gegen Allergien. Das liegt daran, dass bislang niemand die genauen Ursachen für Allergien kennt. Und solange die Ursache unbekannt ist, ist auch die Heilung unmöglich.

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Allergietest im Klinikum
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Genauso falsch ist der Glaube, mit einem Bluttest zuhause feststellen zu können, ob man allergisch ist - und gegen welchen Stoff. Wer keine Lust auf falsche Interpretationen und damit eine falsche Behandlung hat, sollte zum Hautarzt oder Allergologen gehen.

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EMNID-Umfrage zeigt Trend zu mehr Bewegung im Büro
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Auch gibt es Allergien keineswegs nur in unserer modernen Welt - Stichwort Desinfektionsmittel: Schon im Mittelalter soll es Allergien gegeben haben. Was richtig ist, ist aber, dass wenig Bewegung, und viel Heizungsluft unsere Atemwege anfälliger machen. Und das ist in der Tat ein Merkmal unserer Gesellschaft.

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Erste Bilanz neues Kindertagesbetreuungsgesetz
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Es schadet dem Immunsystem von Kindern also nicht, wenn man viel mit Desinfektionsmitteln hantiert. Genauso wenig wird das Kind zum Allergiker, wenn man ihm vor dem ersten Geburtstag sogenannte hochallergene Lebensmittel wie Tomaten und Erdbeeren gibt. Wissenschaftliche Beweise für den Nutzen dieser Art Schonkost gibt es keine.

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Weiterbildung Senioren
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Genauso wenig richtig ist, dass ältere Menschen keine Allergien mehr bekommen können. Allergien können sich zu jeder Zeit und in jedem Alter entwickeln. Das Alter spielt nur bei dem Allergieauslöser eine Rolle: Erwachsene reagieren in der Regel auf andere Stoffe allergisch als Kinder.

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huGO-BildID: 37295817 FILE - In a Monday, April 5, 2010, file photo, Shane Nantz kicks up a cloud of pollen as he mows the front yard of his west Cha
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Pollen, eines der häufigsten Allergene bei Erwachsenen, fliegen übrigens nicht nur im Frühjahr und im Sommer. Zwar ist die Pollen- und damit auch die Heuschnupfen-Hochsaisaon zwischen April und August, Pollen können aber das ganze Jahr über fliegen.

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Narzissenduft
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Ebenfalls sehr weit verbreitet ist die Allergie gegen Tiere - nicht aber gegen Tierhaare. Die allergischen Reaktionen werden nicht von den Haaren ausgelöst, sondern von Urin-, Kot- und Speichelresten, die an den Tierhaaren oder Federn haften.

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Experten sehen neben einem veränderten Lebensstil der Menschen einen klaren Zusammenhang zu Umweltbedingungen, die vom Klimawandel maßgeblich beeinflusst werden. Mehrere Faktoren zusammen sorgen für einen stärkeren und stärker reizend wirkenden Pollenflug, aber auch eine größere Empfänglichkeit beim Menschen.

„Pollen, die im städtischen Bereich in der Nähe von Hauptstraßen gebildet werden, sind mit Dieselrußpartikeln besetzt und dadurch für die Atemwege indirekt aggressiver“, sagt Zuberbier. „So können auch leichter Allergien entstehen“. Hinzu kommt: Pflanzen wie Gräser und Kräuter, die zum Beispiel an Hauptverkehrsstraßen wachsen und dort viel CO2 ausgesetzt sind, stoßen verstärkt Pollen aus. Sie werden mit dem Treibhausgas regelrecht gedüngt.

Traidl-Hoffmann setzt Pflanzen in Gewächshäusern Bedingungen aus, wie sie in Zukunft erwartet werden. Sie beobachtet dabei: „Unter Trockenstress, Ozon-, CO2- und Stickoxidbelastung setzen Pflanzen vermehrt Allergene frei, was dann auch dazu führt, dass mehr Symptome entstehen. Aber auch alle empfindungsfördernden Substanzen schüttet die Pflanze unter diesen klimatischen Stressbedingungen vermehrt aus.“ Setzt sich der Klimawandel fort wie prognostiziert, erwarten die Experten ganzjährige Beschwerden bei Betroffenen. Und eine weitere Zunahme der Pollenallergien.

Wie das allein bei Menschen, die gegen Beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia) allergisch sind, aussehen könnte, haben Forscher europäischer Hochschulen hochgerechnet. Demnach könnte sich die Zahl der Betroffenen in Europa bis zum Jahr 2060 mehr als verdoppeln – auf bis zu 77 Millionen, berichteten sie im Fachblatt „Environmental Health Perspectives“.

Ursachen sind der Klimawandel und die dadurch begünstigte Ausbreitung der eingeschleppten Pflanze. Die größten Zuwächse sind laut Studie unter anderem in Deutschland zu erwarten.

  • dpa
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