Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Medizintechnik Philips will sich von Haushaltsgeräte-Sparte trennen

Der niederländische Konzern möchte sich auf einen anderen Geschäftsbereich fokussieren. Das liegt auch an der Gewinnmarge der Haushaltswaren-Sparte.
28.01.2020 Update: 28.01.2020 - 17:17 Uhr Kommentieren
Philips will Haushaltsgeräte-Sparte loswerden Quelle: Reuters
Philips

Für Mitarbeiter der Haushaltswaren-Sparte soll es einen reibungslosen Übergang geben.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, Frankfurt Als Philips 1891 gegründet wurde, stellte die Firma noch ausschließlich Glühlampen her. Im Laufe der Jahrzehnte expandierten die Niederländer in verschiedene Märkte, von Haushalts- und Unterhaltungselektronik bis zu Halbleitern. Nach der Jahrtausendwende fokussierte sich das Unternehmen durch Verkäufe einzelner Sparten erneut – diesmal auf die Medizintechnik.

Jetzt erreicht diese Fokussierung einen neuen Meilenstein: Philips will sich von den bei Konsumenten bekannten Haushaltsgeräten trennen, wie CEO Frans van Houten am Dienstag ankündigte. Der Konzern prüft einen Verkauf oder Börsengang der Sparte. Dazu soll binnen zwölf bis 18 Monaten eine separate rechtliche Struktur geschaffen werden. Die Sparte erzielte 2019 mit Produkten wie Kaffeemaschinen, Friteusen und Luftreinigern einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro.

Die Haushaltsgeräte-Sparte passe nicht mehr zum Medizintechnik-Fokus von Philips, sagte van Houten dem Handelsblatt: „Ich erwarte, dass eine Reihe von Interessenten an unsere Tür klopfen wird.“ Erst danach werde entschieden, ob ein Börsengang oder ein direkter Verkauf der richtige Weg sei. Van Houten sieht eine Lizenzvereinbarung mit möglichen Käufern für eine denkbare Option, sodass die Marke Philips bei Haushaltsgeräten bestehen bleiben könnte.

Philips stellte am Dienstag gleichzeitig seine Zahlen für das vierte Quartal vor. Der Umsatz wuchs von Oktober bis Dezember bereinigt um drei Prozent auf rund sechs Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal war das Unternehmen mit fünf Prozent schneller gewachsen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der operative Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um fünf Prozent auf 730 Millionen Euro. Neben dem Handelskonflikt zwischen den USA und China sorgten Anpassungen von Steuern in Asien für einen Dämpfer. Den Cash-Flow hingegen konnte der Konzern weitestgehend aufrecht erhalten.

    Anleger waren von den Nachrichten nicht überzeugt. An der Börse in Amsterdam verlor Royal Philips bis zum Nachmittag rund drei Prozent, bei einem nur leicht negativen Leitindex. Mit dem organischen Wachstum im vierten Quartal lag das Unternehmen unter den Erwartungen vieler Analysten. Die geplante Trennung vom Haushaltsgerätegeschäft wertete Commerzbank-Analyst Daniel Wendorf allerdings positiv, ebenso wie den Ausblick aufs laufende Geschäftsjahr.

    Heikler Hoffnungsträger

    Für 2020 erwartet das Management ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis zwischen vier und sechs Prozent. Dieselbe Spanne hatte der Konzern für 2019 angepeilt und mit vier Prozent auch das untere Ende erreicht. Insgesamt hat Philips seinen Umsatz im vergangenen Jahr auf 19,5 Milliarden Euro gesteigert. Der operative Gewinn sank um vier Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Unterm Strich legte der Nettogewinn knapp sieben Prozent auf 1,17 Milliarden Euro zu.

    Sowohl das Geschäft mit der klassischen Medizintechnik als auch das Konsumentengeschäft mit elektrischen Zahnbürsten und Staubsaugern legte um fünf Prozent zu – und damit stärker als die Zukunftssparte „Connected Care“, die nur drei Prozent schaffte. Insbesondere im wichtigen vierten Quartal wuchs das Unternehmen im Bereich der vernetzten Versorgung langsamer als noch im Jahr zuvor.

    Das Geschäft mit Geräten und Software zur Fernüberwachung chronisch Erkrankter gilt als Hoffnungsträger bei Philips. Verantwortlich für die Probleme ist insbesondere die sich schlecht entwickelnde Akquisition des US-Beatmungsgeräteherstellers Wellcentive aus dem Jahr 2016. 78 Millionen Euro mussten Philips im vergangenen Jahr deswegen bei „Connected Care“ abschreiben.

    Die Strategie sei weiterhin richtig, sagte van Houten. „Aber wir müssen unser Potenzial in Resultate umsetzen. Wir sind absolut überzeugt, dass Connected Care gute Geschäftsaussichten hat.“ Cloud-basierte und datenwissenschaftliche Lösungen ermöglichten einen ganz anderen Umgang mit der Gesundheit, vor allem im Bereich Prävention. „Da wollen wir verstärkt investieren. Wir müssen sicherstellen, dass wir strategisch klar in Richtung Umsatz- und Auftragswachstum arbeiten.“

    Dafür soll Roy Jakobs sorgen. Der Niederländer übernimmt die Leitung der Sparte. Zuvor führte er das Konsumentengeschäft, das nun kommissarisch CEO van Houten untersteht.

    Die bisherige Chefin von „Connected Care“ Carla Kriwet verlässt das Unternehmen, um sich in Deutschland neuen Herausforderungen zu stellen, sagte van Houten: „Dass Carla uns verlassen wird, war schon seit Monaten mit ihr vorausgeplant.“ Der Trennung sei im guten Geiste vollzogen worden.

    Mehr: Philips-CEO Frans van Houten im Interview: „Ein Google-Modell wird es im Gesundheitsbereich nicht geben.“

    Startseite
    0 Kommentare zu "Medizintechnik: Philips will sich von Haushaltsgeräte-Sparte trennen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%