Medizintechnikfirma Drägerwerk will Jobs abbauen

Hohe Kosten und Währungseffekte belasten das Lübecker Unternehmen. Deshalb sollen Stellen gestrichen werden. Bei den Anlegern kommt die Nachricht schlecht an.
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Das Unternehmen hat zuletzt Verluste gemacht. Quelle: dpa
Dräger

Das Unternehmen hat zuletzt Verluste gemacht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die in die Verlustzone geratene Medizintechnikfirma Drägerwerk will an der Kostenschraube drehen und plant einen Stellabbau in Deutschland. Wie viele der 5000 Arbeitsplätze auf dem Heimatmarkt gestrichen würden, sei aber noch unklar, erklärte eine Sprecherin der Lübecker Firma am Dienstag.

Das werde mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall verhandelt. Der Vorstand wolle ein Maßnahmenpaket vereinbaren mit dem Ziel, so wenige Stellen wie möglich abzubauen.

„Unser oberstes Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Und damit letztlich auch die Arbeitsplätze in Lübeck“, erklärte Konzernchef Stefan Dräger. „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem es ohne einen Beitrag der Belegschaft nicht gehen wird.“

Hohe Kosten vor allem im Vertrieb und Währungseffekte belasten den Konzern mit seinen weltweit 14.000 Mitarbeitern. Daher war der operative Gewinn (Ebit) im vergangenen Jahr auf 62,6 (155,7) Millionen Euro eingebrochen. 2019 startete Drägerwerk mit Verlusten und erwartet nun noch eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) zwischen 1,0 und 3,0 Prozent.

Die Anleger reagierten verschreckt: Die Stammaktien sanken um mehr als zwei Prozent und markierten mit 32,30 Euro ein Rekordtief. Die Vorzüge gaben um 2,8 Prozent auf 41 Euro nach.

Mehr: Mit Anna Maria Braun übernimmt wieder eine Erbin der Familie den Chefposten beim Medizintechnikunternehmen B.Braun. Sie will das Unternehmen unabhängiger von Banken und Finanzamt machen.

  • dpa
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