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Meister des Power-Nap Keiner schläft so effektiv wie der Mensch

Kurz, tief und effizient: Wenn es um erholsamen Schlaf geht, macht dem Menschen kaum ein anderes Lebewesen etwas vor. Und das hat offenbar viel damit zu tun, dass wir nicht mehr auf Bäumen leben.
16.12.2015 - 10:51 Uhr
In Sachen Schlaf macht dem Menschen so leicht niemand etwas vor. Quelle: Reuters
Meister des Power-Nap

In Sachen Schlaf macht dem Menschen so leicht niemand etwas vor.

(Foto: Reuters)

Heidelberg Die Evolution hat aus dem Menschen eine Art Hochleistungsschläfer gemacht. Vor allem der Vergleich zu anderen Primaten zeigt, dass Homo sapiens deutlich heraussticht: Keine andere Art verbringt weniger Zeit beim Schlafen, und bei keiner ist der Anteil des erholsamen REM-Schlafs höher.

Das zumindest geht aus einem Beitrag hervor, für den die Anthropologen David Samson und Charles Nunn von der Duke University in Durham zahlreiche Studien durchforstet haben. Mit statistischen Methoden haben sie das Schlafverhalten diverser Primaten miteinander verglichen. Während etwa ein Grauer Mausmaki zwischen 14 und 17 Stunden des Tags verschläft, kommt der Mensch mit nur rund sieben Stunden aus.

Zehn Dinge, die uns den Schlaf rauben
Trennung von Arbeit und Freizeit
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Abends noch schnell E-Mails für die Arbeit beantworten oder am PC noch an einem Projekt feilen – die ständige Erreichbarkeit und die technischen Möglichkeiten, auch von daheim zu arbeiten, lassen die Grenzen von Arbeit und Freizeit verschwimmen. Das hindert daran, den Kopf frei zu bekommen und entspannt einschlummern zu können.

(Foto: dpa)
Aktivierung statt Entspannung beim Internet-Surfen
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PCs und Smartphones verändern unser Freizeitverhalten: Statt vorm Einschlafen ein Buch zu lesen oder Fernzusehen – und dabei passiv Informationen aufzunehmen – surfen Menschen zunehmend vorm Schlafengehen im Internet. Doch beim Online-Shopping, E-Mail-Verkehr, Facebook-Chats oder Online-Spielen  muss das Gehirn sehr viele Informationen verarbeiten. Dabei wird es eher aktiviert als auf den Schlaf vorbereitet zu werden.

Dabei kann helfen die Hintergrund-Beleuchtung der Displays zu dimmen, um sich auf die anstehende Nachtruhe einzustellen. Außerdem sollte nicht im Schlafzimmer gesurft werden, um den Raum gedanklich nicht mit Aktivität in Verbindung zu bringen. Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man komplett auf PCs, Smartphones und Co. verzichten.

(Foto: obs)
Zu viel Stress
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Stressige Lebensphasen wühlen den Körper auf, und machen es nachts schwieriger, einzuschlafen. Um so wichtiger ist, es für Entspannung zu sorgen.

(Foto: dpa)
Die Angst vor Schlafstörungen verstärkt sie nur
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Je mehr man sich Gedanken, um die Schlafstörungen macht, desto stärker fördert man sie. So wird die Angst zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Da man denkt, in der Nacht nicht einschlafen zu können, stellt sich der Körper auf diesen Zustand ein – und man bekommt tatsächlich kein Auge zu.

(Foto: gms)
Unruhiger Schlaf kann zur Gewohnheit werden
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Wenn Menschen lange Zeit einen unruhigen Schlaf haben, etwa weil sie gerade ein Kind bekommen haben, wird dieser Zustand für den Körper irgendwann zur Gewohnheit. So können Menschen auch Jahre nachdem ihr Baby das letzte mal nach der Flasche geschrien hat, immer noch einen unruhigen Schlaf haben. Dagegen kann eine Verhaltenstherapie helfen.

(Foto: dpa)
Es fehlt ein Einschlafritual
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Menschen sollen über ihre Schlafprobleme nicht grübeln, sondern ihr Verhalten ändern. Dies kann etwa ein Einschlafritual sein. So stellt etwa die obligatorische Tasse Tee oder Milch vor dem Gang zum Bett, den Körper irgendwann darauf ein, dass nun die Schlafenszeit ansteht. Dadurch kann das Einschlafen mit der Zeit leichter fallen.

(Foto: dpa)
Innere Uhr passt nicht mit den Tageszeiten zusammen
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Manche Menschen können einfach nicht vor drei Uhr morgens einschlafen, weil sie Nachteulen sind. Bei ihnen stimmt die innere Uhr nicht mit dem regulären Tag-Nacht-Rhythmus zusammen. Die Schlafstörungen, die dadurch entstehen, kennen Menschen ohne dieses Problem, etwa bei einem Jetlag oder während Schichtarbeit. Der Besuch bei einem Arzt, kann helfen gegen diese Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen zu arbeiten.

(Foto: AP)

Und wo Lemuren oder Makaken nur fünf Prozent im für die Erholung wichtigen REM-Schlaf verbringen, schafft Homo sapiens satte 25 Prozent. Der Mensch stach selbst dann noch heraus, als Samson und Nunn bestimmte Faktoren miteinbezogen – etwa die Körpergröße der jeweiligen Spezies.

Für dieses hocheffiziente Schlafverhalten – viel Erholung in kürzester Zeit – benennen die Forscher einen einleuchtenden Grund: Den Wechsel von der Nachtruhe im Baumgeäst zum Schlaf auf dem Boden, den unsere Vorfahren einst vollzogen. Am Boden wächst das Risiko von Raubtierangriffen, während sich der Mensch gleichzeitig dank Feuer und wachsamer Gruppenmitglieder eine sichere Umgebung zu schaffen verstand.

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    Beide Effekte begünstigten nach Meinung der beiden Wissenschaftler einen kurzen, aber dafür umso tieferen Schlaf. Durch die bessere Erholung blieb dem Menschen dann mehr Zeit für eine wie auch immer geartete produktive Beschäftigung.

    Zur Sicherheit zogen die Wissenschaftler auch Studien heran, in denen das Schlafverhalten von Menschen in Industrienationen mit dem von Angehörigen ursprünglich lebender Kulturen verglichen wurde, wie etwa das der Hadza in Tansania, die weitgehend ohne elektrisches Licht auskommen. Ein systematischer Unterschied im Schlafverhalten sei dabei nicht zu Tage getreten, so die Forscher. Der kurze, intensive Schlaf scheint demnach eine universelle Eigenschaft des Menschen zu sein.

    • Jan Dönges
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