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Mers-Virus Südkorea vermeldet erste Mers-Todesfälle

Das Mers-Virus breitet sich weiter aus: Auch in Südkorea sind erstmals Menschen an der Atemwegserkrankung gestorben. Weltweit sind fast 1200 Mers-Fälle gemeldet – die Dunkelziffer dürfte aber sehr viel höher liegen.
02.06.2015 - 16:42 Uhr Kommentieren
Erstmal sind in Südkorea Menschen am Mers-Virus gestorben. Quelle: dpa
Mers-Ausbruch weitet sich aus

Erstmal sind in Südkorea Menschen am Mers-Virus gestorben.

(Foto: dpa)

Seoul/Bonn Erstmals sind beim größten erfassten Mers-Ausbruch außerhalb des Nahen Ostens zwei Menschen in Südkorea an der Atemwegserkrankung gestorben. Zudem gebe es inzwischen 25 Infizierte, teilte das Gesundheitsministerium in Seoul am Dienstag mit. Der erste bestätigte Mers-Fall in Südkorea liegt zwei Wochen zurück: Bei einem 68-Jährigen wurde nach einer Nahost-Reise das Virus nachgewiesen. Seitdem wächst angesichts der steigenden Zahl von Ansteckungen die Sorge in der Bevölkerung vor einer raschen Verbreitung.

Die Behörden des Landes werden dafür kritisiert, anfänglich keine ausreichenden Schutzmaßnahmen getroffen zu haben. Auch wurde der Vorwurf der Schlamperei laut. Rund 700 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, wurden inzwischen vorsorglich isoliert.

Die meisten Mers-Fälle im Land wurden bisher mit dem ersten Patienten in Verbindung gebracht. Es handelt sich zum großen Teil um andere Patienten oder Besucher der Klinik, in der der 68-Jährige behandelt wurde. Unter den jüngsten Fällen seien jedoch auch zwei Menschen, die sich nicht durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem ersten Patienten angesteckt hätten, hieß es am Dienstag. Wie es dem ersten Mers-Patienten geht, war unklar.

Bei den beiden Todesopfern handelt es sich den Angaben zufolge um einen 71-Jährigen und eine 58-jährige Frau, die am Montag nach akuten Atembeschwerden starb. Beide Patienten seien schon vor der Mers-Infektion gesundheitlich stark angeschlagen gewesen, hieß es. Auch in China wird ein mit dem Mers-Virus erkrankter Südkoreaner in einer Isolierstation behandelt. Es handelt sich um den Sohn eines südkoreanischen Patienten.

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    Prof. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn, erklärte zu dem Ausbruch in Südkorea, dass es auch in Saudi-Arabien mehrfach solche Infektionsketten in Kliniken gegeben habe. Die genauen Übertragungswege seien noch unklar, wahrscheinlich werde das Virus aber etwa durch Fehler bei der Beatmungspflege von Mers-Patienten weitergetragen. Möglicherweise sei die Klinik in Südkorea von der ersten Diagnose im Land auch schlichtweg überrascht worden und habe darum wichtige Hygieneregeln anfangs nicht beachtet.

    Die Kritik geht in Südkorea darüber hinaus, vor allem fühlen sich die Menschen schlecht von den Behörden informiert. Das Gesundheitsministerium habe bislang einen „schlechten Job gemacht, sowohl was die Eindämmung wie auch die Weitergabe von Informationen über Mers betrifft“, schrieb die Zeitung „The Korea Times“. „Es ist schwierig, einzuschätzen, wie groß der Schaden sein wird, da Korea keine Erfahrung im Umgang mit solchen Epidemien hat“, zitierte die Zeitung den Leiter des Pasteur-Instituts Korea, Hakim Djaballa.

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