Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Pandemie-Bekämpfung Freiburger Start-up erhält Zulassung für mobiles Minilabor für Corona-Schnelltests

Das Testsystem von Spindiag kommt in Krankenhäusern und Praxen zum Einsatz. Testergebnisse liegen nach 40 Minuten vor – und können direkt am Gerät abgelesen werden.
16.11.2020 - 16:41 Uhr Kommentieren
Das Start-up aus Freiburg hat seit dem Frühjahr an dem PCR-Schnelltestsystem gearbeitet. Quelle: obs
Spindiags Schnelltester

Das Start-up aus Freiburg hat seit dem Frühjahr an dem PCR-Schnelltestsystem gearbeitet.

(Foto: obs)

Frankfurt Das Freiburger Medizintechnik-Start-up Spindiag hat die EU-Zulassung für sein Corona-Schnelltest-System bekommen. Das mobile Minilabor soll nun schrittweise in Deutschland und weiteren EU-Ländern eingeführt werden. Einer der ersten Standorte des innovativen Testsystems ist das Klinikum Stuttgart. Als Covid-19-Versorgungszentrum der Metropolregion hat das Klinikum bereits mehr als 100.000 Analysen auf Sars-CoV-2 durchgeführt.

Das System von Spindiag ist eine Weiterentwicklung des klassischen PCR-Verfahrens (Polymerase-Kettenreaktion), wie es im Labor angewandt wird. Damit funktioniert das System ähnlich wie der mobile PCR-Schnelltest von Bosch.

Das Minilabor von Spindiag liefert den Nachweis einer Sars-CoV-2-Infektion innerhalb von 40 Minuten. Dafür müssen Abstrichproben aus Nase und Rachen direkt in eine mit Reagenzien gefüllte Testkartusche eingegeben werden.

Ähnlich wie eine CD wird die Kartusche anschließend in das schuhkartongroße Analysegerät eingeführt. Das Gerät kann zwei Kartuschen gleichzeitig analysieren, was Kapazitäten von etwa 60 Tests pro Gerät und Tag ermöglicht. Testergebnisse können direkt am Gerät abgelesen und – falls erforderlich – auch digital übertragen werden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das System von Spindiag eignet sich besonders für den Einsatz in Kliniken, der Notfallambulanz und Arztpraxen, weil so vor Ort schnell ein Verdacht auf Covid-19 abgeklärt werden kann. Normalerweise werden Proben für eine PCR-Testanalyse ins Labor geschickt.

    Sieben Gründer: Ingenieure und Physiker zwischen 30 und 50

    „Wir liefern Laborqualität, nur schneller“, sagt Spindiag-CEO Daniel Mark. Das Spindiag-System erreiche ähnlich genaue Testergebnisse wie das von Bosch. Bosch hatte bereits im März den PCR-Test für sein mobiles Analysegerät Vivalytic auf den Markt gebracht – mit einer Genauigkeit von damals 95 Prozent.

    Mittlerweile hat Bosch den Test weiterentwickelt. Er ist schneller geworden und dauert nun noch 39 Minuten. Die Sensitivität, also der Wert, der angibt, wie viele tatsächlich infizierte Patienten erkannt werden, erreicht laut Bosch nun 98 Prozent; die Spezifität, die angibt, wie viele nicht Infizierte korrekt identifiziert wurden, 100 Prozent. Bosch hat seinen Test gemeinsam mit dem deutschen Biotechnologieunternehmen R-Biopharm entwickelt.

    Das vor vier Jahren gegründete Start-up Spindiag war ursprünglich mit der Entwicklung eines Diagnostiksystems zur Ermittlung multiresistenter Erreger gestartet und für diese Idee 2016 im Rahmen der „Health-i Initiative“ von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse ausgezeichnet worden.

    Die sieben Spindiag-Gründer, Ingenieure und Physiker zwischen 30 und 50, hatten zum Teil seit Jahren gemeinsam beim Forschungs- und Entwicklungsdienstleister Hahn-Schickard in Freiburg gearbeitet, bevor sie sich selbstständig machten. Seit Beginn der Coronakrise konzentriert sich das Start-up auf die Entwicklung eines Sars-CoV-2-Schnelltests.

    Günstiger als Bosch

    Ende Mai sicherte sich Spindiag in einer vierten Finanzierungsrunde unter anderem mit Beteiligung von Wagniskapitalgeber Thinkhealth Ventures 16,3 Millionen Euro. Für die Weiterentwicklung des Corona-Tests erhielten die Freiburger zudem sechs Millionen Euro Förderung von der Landesregierung Baden-Württemberg.

    Spindiags Kartuschen produziert ein Tochterunternehmen der Alfmeier-Gruppe, die in den Bereichen Automotive und Medizintechnik vertreten ist.

    Der Test im Minilabor von Spindiag soll laut Unternehmen weniger als 50 Euro kosten, das Gerät um die 20.000 Euro. Bosch gibt den Preis für seinen Schnelltest im mittleren zweistelligen Euro-Bereich an. Mit steigender Menge sollen diese Kosten sinken. Das Bosch-Testgerät kostet rund 15.000 Euro.

    Mehr: Antigen-Schnelltest – Was taugen die neuen Hoffnungsträger der Pandemie?

    Startseite
    Mehr zu: Pandemie-Bekämpfung - Freiburger Start-up erhält Zulassung für mobiles Minilabor für Corona-Schnelltests
    0 Kommentare zu "Pandemie-Bekämpfung: Freiburger Start-up erhält Zulassung für mobiles Minilabor für Corona-Schnelltests"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%