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Pandemiebekämpfung Spahn plant drei weitere Updates für die Corona-Warn-App

Die Wirksamkeit der App wurde zuletzt immer wieder infrage gestellt. Jetzt reagiert das Bundesgesundheitsministerium und kündigt Verbesserungen an.
16.11.2020 - 12:57 Uhr Kommentieren
Nach Angaben der Bundesregierung wurde die App inzwischen 22,5 Millionen Mal heruntergeladen. Quelle: dpa
Corona-Warn-App

Nach Angaben der Bundesregierung wurde die App inzwischen 22,5 Millionen Mal heruntergeladen.

(Foto: dpa)

Berlin Angesichts der deutlich gestiegenen Corona-Infektionszahlen in Deutschland plant der Bund weitere Nachbesserungen für die Corona-Warn-App. Das geht aus dem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Videokonferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Montag hervor.

In den kommenden sechs Wochen werde die App drei weitere Updates erhalten, heißt es in dem Dokument. Das vorrangige Ziel ist, den Warnprozess zu vereinfachen. Konkret soll die App künftig automatische Erinnerungen an einen Anwender nach dessen Positivtestung schicken können, sofern dieser die eigenen Kontaktpersonen noch nicht gewarnt hat. Außerdem sollen die Intervalle für die Benachrichtigung über eine Warnung erheblich reduziert werden.

Geplant ist überdies, ein Mini-Dashboard mit Corona-Informationen in die App zu integrieren. Demnach sollen den Benutzern Zahlen zum Infektionsgeschehen und Statistiken zur Corona-Warn-App über die App zur Verfügung gestellt werden können.

Nach dem Willen der Bundesregierung soll überdies die Messgenauigkeit der App verbessert werden, um die Risikoermittlung deutlich zu erhöhen. Hier ist die Regierung jedoch auf die Hilfe von Google und Apple angewiesen, deren „Exposure Notification“-Schnittstelle die deutsche App nutzt.

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Standort erkennen

    Laut den Plänen wird auch die Einbindung eines „Kontakttagebuchs“ geprüft. Das hatte auch schon der Berliner Virologe Christian Drosten angeregt. Das Effizienteste gegen eine Corona-Ausbreitung sei eine Kombination aus Maskentragen und gezielten Maßnahmen gegen Cluster, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Anfang Oktober. Cluster sind etwa eine Gruppe von Menschen bei einer Feier.

    Grüne: Update-Pläne unzureichend

    Darauf schauten auch die Gesundheitsämter, aber die Bevölkerung müsse auch mitmachen. Mit einem Cluster-Kontakttagebuch etwa könne man sehen, wo man sich vor sieben bis zehn Tagen infiziert habe, sagte Drosten. „Das ist eine sehr wertvolle Information an das Gesundheitsamt.“

    Dass bei der App teilweise noch erheblicher Verbesserungsbedarf besteht, wurde immer wieder angemahnt. Der Vizechef der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, hält die aktuellen Update-Pläne für unzureichend. „Natürlich müssen seit Langem bekannte Defizite schnellstmöglich beseitigt werden“, sagte von Notz dem Handelsblatt.

    Dass die Bundesregierung aber parallel keine Strategie zur Erfassung sogenannter Cluster verfolge, in denen besonders viele Menschen zusammenkommen, sei auch angesichts „klarer“ Empfehlungen aus der Wissenschaft „extrem verwunderlich“. „Auch angesichts stark gestiegener Infektionszahlen und entsprechender Warnungen von mit der individuellen Kontaktverfolgung überlasteter Gesundheitsämter ist die umgehende Implementierung der Clustererkennung in der App weiterhin dringend geboten.“

    Von Notz forderte die Bundesregierung auf, entsprechende Vorschläge „schnellstmöglich“ umzusetzen. „Dies würde die Attraktivität der App erhöhen, die Gesundheitsämter entlasten und der unter derzeit geltenden Auflagen leidenden Gastronomie-, Kultur- und Veranstaltungsbranche entgegenkommen.“ Die bisherigen Versuche einer Clustererkennung, ob manuell in Form von Listen in Restaurants oder digital in Form von Websites und Anwendungen, hätten sich „als nicht zielführend bis gefährlich für den Grundrechtsschutz der Menschen erwiesen“.

    Zahl der App-Downloads steigt weiter

    Der Grünen-Politiker betonte, dass eine Clustererkennung über die Warn-App auf Grundlage der bisherigen, dezentralen und sicheren Softwarearchitektur der Anwendung „problemlos möglich“ sei. „Dass erneut der Datenschutz als vermeintlich bremsender Faktor für eigene Versäumnisse verantwortlich gemacht wird, ist schlicht absurd“, sagte von Notz.

    Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verlangte auch Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne), die App um zahlreiche Funktionen zu erweitern und vor allem bei der Kontaktnachverfolgung zu verbessern.

    „Wir brauchen zum Beispiel eine Check-in-Funktion für Gastronomie und Veranstaltungen, dann kann man auch mit der Zettelwirtschaft aufhören“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. Zudem brauche es unter anderem eine Erhöhung der Weiterleitungsquote bei positiven Tests, einen häufigeren Datenabgleich und ein Kontakttagebuch.

    Auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sprach sich für eine Weiterentwicklung aus. „Jeder Nutzer sollte die Möglichkeit erhalten, durch entsprechende Freigaben zu erfahren, wann und wo er einen Kontakt mit Infizierten gehabt hat“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Der SPD-Politiker Karl Lauterbach forderte, dass das Warnen der Kontakte die Regel werden müsse. „Es kann nicht sein, dass die Warnung nach positiven Testergebnissen erst noch freigeschaltet werden muss, sagte er den Funke-Zeitungen. Außerdem sollte den App-Nutzern seiner Ansicht nach mitgeteilt werden, wann genau eine Risikobegegnung war. „Uns läuft die Zeit davon. Diese Funktionen werden dringend benötigt.“

    Die Zahl der Downloads der Corona-Warn-App steigt derweil weiter. Nach Angaben der Bundesregierung wurde die App inzwischen 22,5 Millionen Mal heruntergeladen. Gerade in der zweiten Welle des Infektionsgeschehens sei die App eine „wertvolle Ergänzung“ zur Arbeit der Gesundheitsämter, heißt es in der Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen mit der Kanzlerin.

    Demnach sind fast alle Labore und mehr als 90 Prozent der Sars-CoV-2-Laborkapazitäten an die Warn-App angeschlossen. Mehr als 500.000 Testergebnisse seien so in der vergangenen Woche über die App digital zur Verfügung gestellt worden. „Jeden Tag warnen aktuell bis zu 3000 Nutzer der Warn-App, die ein positives Testergebnis bekommen haben, andere Nutzer und helfen so Infektionsketten zu durchbrechen.“

    Mehr: Bei Husten in Quarantäne, keine Feiern bis Weihnachten – Das sieht die Beschlussvorlage des Bundes vor

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