Schimmelpilz im Auge Weiche Kontaktlinsen begünstigen Pilzinfektionen

Pilzerkrankungen am Auge können fatale Auswirkungen haben, im schlimmsten Fall Hornhaut-Transplantation oder der Verlust des Auges. Besonders groß ist das Risiko für Träger von weichen Kontaktlinsen.
Kommentieren
Experten für Pilzerkrankungen haben festgestellt, dass mangelnde Kontaktlinsen-Hygiene der Hauptauslöser für Pilzkrankheiten am Auge sind. Quelle: dpa
Riskante Sehhilfe

Experten für Pilzerkrankungen haben festgestellt, dass mangelnde Kontaktlinsen-Hygiene der Hauptauslöser für Pilzkrankheiten am Auge sind.

(Foto: dpa)

Würzburg/JenaTräger von weichen Kontaktlinsen müssen besonders auf Sauberkeit und Hygiene achten. Experten für Pilzerkrankungen haben festgestellt, dass mangelnde Kontaktlinsen-Hygiene der Hauptauslöser für Pilzkrankheiten am Auge ist.

„Der wichtigste Risikofaktor ist das Tragen weicher Kontaktlinsen“, sagte Oliver Kurzai am Donnerstag. Er hat an der Universität Würzburg den deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Mykologie inne. Gemeinsam mit der Augenklinik des Uniklinikums Düsseldorf und dem Nationalen Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen in Jena hat Kurzai im Journal of Clinical Microbiology eine entsprechende Voruntersuchung veröffentlicht.

Diese Dinge sind schmutziger als man denkt
Kuss
1 von 12

Ein liebevoller Kuss hat es ganz schön in sich: Forscher berichten in einem Artikel für das Fachjournal "Microbiome", dass bei einem zehn Sekunden andauernden Zungenkuss rund 80 Millionen Bakterien zwischen den Mündern hin und her wandern. Eine weitere Erkenntnis: Paare, die sich mindestens neun Mal am Tag intensiv küssen, tragen sogar die gleiche Zusammensetzung von Bakterien in ihren Mündern. Je öfter sie sich küssen, umso ähnlicher wird die mikrobielle Besiedelung.

Quelle: Wiwo.de

Geschirrtücher
2 von 12

Forscher der Universität Arizona haben Geschirrtücher in den USA und Kanada untersucht. Dabei zeigte sich, dass 90 Prozent davon mit Bakterien übersät waren - vor allem Darmbakterien. Beim Abtrocknen des Geschirrs oder Abwischen anderer Oberflächen in der Küche würden diese unwissentlich mit Bakterien beschmiert, warnen die Forscher. "Sie meinen vielleicht, dass Sie den Tisch oder das Brettchen reinigen, bevor Sie Essen darauf platzieren - in Wahrheit verteilen Sie mit einem schmutzigen Küchenhandtuch Hunderttausende Bakterien". Die Forscher empfehlen, die Handtücher nach jeder Benutzung in die Wäsche zu geben.

Putzschwamm
3 von 12

Auch in Putz- und Spülschwämmen fühlen sich Bakterien besonders wohl. Bis zu 100 Millionen Bakterien pro Quadratzentimeter tummeln sich dort. Praktischer Tipp: Häufiger wechseln und den Schwamm zwischendurch bei voller Leistung etwa zwei Minuten in der Mikrowelle erhitzen. Das tötet die meisten Keime ab.

Federvieh
4 von 12

Sie sehen niedlich aus, doch der zarte Flaum von Enten- und Hühnerküken ist ein wunderbarer Nährboden für Salmonellen, die sich in ihren Exkrementen befinden. Wer handzahmes Federvieh streichelt, sollte sich danach also gründlich die Hände waschen. Sonst riskiert er eine unschöne Darminfektion.

Geld
5 von 12

Pecunia non olet - Geld stinkt nicht, sagt eine lateinische Redensart. Wenn es das nur täte. Denn unser Geld ist schmutzig. Auf Geldscheinen, Münzen und Kreditkarten tummeln sich Fäkalkeime. Je nach Region fanden Forscher schon mehr Fäkalkeime auf Geldscheinen als auf einer Toilettenbrille.

Seifenspender
6 von 12

Zum Händewaschen gehört? Richtig, Wasser und Seife! Gerade Seifenspender sind leider aber auch ein hervorragendes Sammelbecken für Bakterien. Das belegten Forscher der Universität Arizona. Die untersuchten 127 nachfüllbare Seifenspender in öffentlichen Toiletten und Restaurants. Fast ein Viertel davon war mit Bakterien verunreinigt. Ein kleines Päckchen mit desinfizierenden Einmalhandtüchern in der Handtasche macht sich also bezahlt.

Kugelschreiber
7 von 12

Die Chancen, sich beim Ausfüllen eines Lottoscheins einen Schnupfen zu holen, stehen gut. Kugelschreiber, die für Kunden ausliegen - sei es im Kiosk, in der Bank, in Geschäften oder Hotelzimmern - sind voll von Krankheitserregern. Also besser den eigenen Stift zücken.

Dafür wurden insgesamt 22 Fälle von Hornhaut-Infektionen durch Pilze analysiert: Bei 15 Patienten hatte ein Schimmelpilz die Infektion ausgelöst. Fast alle Patienten waren zudem Träger weicher Kontaktlinsen. In den anderen sieben Fällen hatten die Beschwerden bakterielle oder andere, harmlosere Ursachen.

Die Schimmelpilze entwickeln sich, wenn beispielsweise die Aufbewahrungsbehälter für Kontaktlinsen zu warm gelagert werden. Auch zu oft oder zu lange verwendete Spülflüssigkeit begünstigt die Entwicklung der Pilze. Gefährlich ist es außerdem, weiche Kontaktlinsen länger als vorgeschrieben zu tragen.

Harte Kontaktlinsen hätten ein sehr viel niedrigeres Infektionsrisiko. Die exakte Ursache sei noch nicht bekannt, so Kurzai. „Weiche Kontaktlinsen sitzen enger und sind sehr viel sauerstoffundurchlässiger. Das könnten Gründe dafür sein.“

Eine Therapie ist schwierig
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%