Schmerztherapie Akupunktur mit Laserstrahlen

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Laserakupunktur gibt es bereits seit den siebziger Jahren, weite Verbreitung hat die alternative High-Tech-Therapie bis heute aber nicht gefunden. In den letzten Jahren nutzen Akupunktur-Ärzte laut Deutscher Ärztegesellschaft für Akupunktur jedoch zunehmend Laser. Dabei geht es auch darum, das Angebotsspektrum zu erweitern und neue Patientengruppen zu erschließen, erklärt Raymund Pothmann vom Zentrum für Kinderschmerztherapie am Hamburger Klinikum Heidberg. Neben chronischen Schmerzen eigne sich das Verfahren auch bei Allergien und Neurodermitis - hier verbietet sich der Einsatz von Nadeln, weil die Haut häufig wund und reizbar ist. Auch bei Erwachsenen bietet die Methode eine Alternative. HIV-Infizierte oder Krebspatienten unter Chemotherapie haben bei Nadelakupunktur ein höheres Infektionsrisiko, Herz-Patienten, die regelmäßig Blutverdünner nehmen müssen, bekommen leicht Blutergüsse an den Einstichstellen.

Die einschlägigen Medizintechnikhersteller bieten unterdessen immer ausgefeiltere Geräte an. Rase Medizintechnik hat ein Lasergerät mit einem digitalen Therapie-Atlas verbunden, in dem alle Therapie-Punkte sowie gängige Therapieschemata verzeichnet sind. Neben den Handgeräten, mit denen der Akupunkteur die Therapie Punkt für Punkt durchführt, haben die Unternehmen 3B-Scientific, Laserneedle, Weber Medical und Laser Acumed schon erste Mehrkanal-Systeme auf den Markt gebracht. Das Laserlicht wird in einer zentralen Steuereinheit erzeugt und dann über Glasfaserkabeln auf mehrere aufklebbare Lasernadeln verteilt. So lassen sich verschiedene Punkte zugleich stimulieren - für viele Akpunkteure ein Muss bei der Behandlung.

"Dabei handelt es sich jedoch um eine Glaubensfrage", findet Sven Gottschling. Die zusätzliche Wirkung sei fraglich. Der Preis für die Geräte liege um einiges höher. Viele niedergelassene Ärzte lassen sich seiner Erfahrung nach indessen schon durch die Kosten für ein gewöhnliches Handgerät von der Nutzung der Laserakupunktur abschrecken. "Die Krankenkassen zahlen die Behandlung nicht und vor allem in der Kindermedizin sind private Zusatzleistungen eine große Ausnahme", sagt Gottschling. Das mache die Anschaffung für Viele unrentabel.

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