Siemens-Tochter Healthineers-Gewinn steigt – Einführung von Atellica belastet aber

Die Siemens-Tochter legt ordentliche Zahlen vor und bestätigt die Prognose. Firmenchef Montag sieht erste Fortschritte bei der neuen Diagnostikplattform.
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Siemens Healthineers: Gewinn steigt, Einführung von Atellica belastet Quelle: Reuters
MRT-Gerät von Siemens Healthineers

Das Wachstum der Siemens-Tochter hat sich im zweiten Quartal des Geschäftsjahres beschleunigt.

(Foto: Reuters)

München Die Einführung der neuen Diagnostikplattform Atellica belastet weiterhin die Ergebnisse der Siemens-Medizintechniktochter Healthineers. Im abgelaufenen Quartal konnte der MDax-Konzern zwar Umsatz und Gewinn steigern. In der Diagnostiksparte stand die Profitabilität aber noch unter Druck.

Insgesamt legte der Umsatz der Healthineers im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (30. September) um vergleichbar 5,8 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Damit beschleunigte sich das Wachstum. „Insbesondere die Geschäftseinheiten Imaging und Advanced Therapies haben ihren weltweiten Führungsanspruch erneut unter Beweis gestellt“, sagte Vorstandschef Bernd Montag.

Der Gewinn nach Steuern stieg sogar um 24 Prozent auf 381 Millionen Euro. Dabei profitierte Healthineers davon, dass im Vorjahreszeitraum die Kosten für den Börsengang angefallen waren.

Die Prognosen für das Gesamtjahr – ein vergleichbares Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent und eine bereinigte Ergebnismarge von 17,5 bis 18,5 Prozent – bestätigte die Siemens-Sparte aber. Im vergangenen Quartal lag die bereinigte Umsatzrendite bei 17,9 Prozent.

Der langfristige Erfolg der Healthineers wird aber davon abhängen, wie sich Atellica entwickelt. Siemens hatte sich die Diagnostiksparte teuer zusammengekauft. Lange schwächelte die Sparte aber, zeitweise betrieb der Konzern mehrere Plattformen nebeneinander. Mit Atellica soll nun alles besser werden. Bis Ende des Geschäftsjahres 2020 sollen 7000 Plattformen verkauft werden. Das Geld verdient das Unternehmen dann vor allem mit den Reagenzien.

Im vergangenen Quartal ging die bereinigte Ergebnissparte in der Diagnostiksparte nun weiter von 13,6 auf 11,8 Prozent zurück. Das Ergebnis sank von 125 auf 119 Millionen Euro. Der Umsatz legte um vergleichbar zwei Prozent schwächer als im Gesamtkonzern auf knapp eine Milliarde Euro zu.

Atellica verkauft sich bislang gut – die Anlaufkosten sind teilweise aber höher als geplant. Daher hatte Montag angekündigt, die Vermarktungsprozesse zu verbessern. „Die ergriffenen Maßnahmen zur erfolgreichen Markteinführung unserer Labordiagnostik Plattform Atellica Solution haben im zweiten Quartal erste Wirkung gezeigt“, sagte Montag nun.

Nach Einschätzung von Industriekreisen sind die höheren Anlaufkosten bei Atellica nicht nur positiv zu sehen. Denn sie liegen auch daran, dass mehr Großkunden und mehr Neukunden die Plattform bestellen. Dies macht die Installierung komplizierter – Healthineers kann aber später auf höhere Umsätze hoffen, weil der Marktanteil steigt und mehr Reagenzien verkauft werden.

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