Sport und gesunde Ernährung Die Fehler der dicken Deutschen

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Vier bis fünf Stunden Sport pro Woche

Wenn man sich Fernsehwerbung oder auch Zeitschriften und Magazine anschaut, bekommt aber einen anderen Eindruck.
Es wurden noch nie so viele Sportangebote so offensiv beworben wie heute. Im März wird wieder auf vielen Frauenmagazinen, aber auch auf Nachrichtenmagazinen der beste Weg angepriesen, um fit für den Sommer zu werden. Im Oktober heißt es dann „So kommen Sie fit über den Winter“. Anfang des Jahres sind die Diäten und guten Vorsätze dran. In den Medien wimmelt es nur so von Sporttipps. Aber leider sind die Deutschen bei weitem nicht so sportlich, wie die Magazine es suggerieren.

Woran liegt das? Sind wir zu faul?
Sagen wir mal so: Unser Lebensstil hält uns davon ab, mehr Sport zu machen. Technologie und Unterhaltungselektronik sind vielen wichtiger als Sport. Es ist aber auch falsch zu sagen, dass Handy und Computer an der Unsportlichkeit Schuld sind. Vor 20 oder 30 Jahren waren die Zahlen auch nicht anders.

Aber immerhin treiben ja bis zu 70 Prozent der Deutschen Sport.
Von dieser Zahl dürfen Sie sich nicht täuschen lassen. Wenn in Studien gefragt wird, ob die Leute Sport machen, sagen zwar sehr viele ja, aber sie treiben nicht regelmäßig Sport. Es ist zu wenig, wenn man nur einmal pro Woche 45 Minuten läuft oder Fahrrad fährt oder einen Sportkurs besucht. In Studien wird das leider selten so detailliert abgefragt.

Wie viel Sport wäre denn richtig?
Wer jeden zweiten Tag 45 Minuten Sport treibt oder jeden Tag eine halbe Stunde, der macht es richtig. Pro Woche sollten Sie schon auf vier bis fünf Stunden kommen.

Das ist aber gar nicht so einfach, wenn man berufstätig ist.
Genau diese Ausrede hört man immer wieder und leider ist sie gesellschaftlich akzeptiert. Wer viel arbeitet, hat keine Zeit für Sport, heißt es. Aber damit machen wir es uns zu einfach.

Wie definieren Sie Sport? Zählt es, wenn ich mit dem Fahrrad in die Redaktion fahre?
Sport ist Bewegung. Sie müssen danach nicht immer klatschnass geschwitzt und völlig abgekämpft sein. Natürlich zählt auch die Fahrradfahrt. Genauso wie die Golfrunde, bei der übrigens fast alle Muskeln des Körpers gefordert werden. Sie haben aber natürlich einen ganz anderen Trainingseffekt, wenn sie intensiver trainieren. Sagen wir mal so: Wenn ich Tennis gespielt habe, bin ich kaputt, aber glücklich. Nach einer Golfrunde merke ich, dass ich etwas getan habe. Nach einem Turnier bin ich vielleicht sogar kaputt – und leider oft nicht so glücklich, wenn es nicht so gut lief. (lacht)

Viele können sich aber noch nicht mal aufraffen, mit dem Fahrrad ins Büro zu fahren oder mal etwas strammer spazieren zu gehen.
Dieses Problem haben auch viele Unternehmen und Behörden erkannt und bieten entsprechende Angebote an. Nur leider zeigt die Praxis, dass die von den Menschen genutzt werden, die sowieso schon Sport machen und selten von denjenigen, die es gilt, vom Sofa zu locken.

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